Die Verantwortlichen von Rekordmeister Bayern München stehen aufgrund von zwölf auslaufenden Profi-Verträgen vor harten Wochen. Erste Divergenzen zwischen Manager Hoeneß und Präsident Beckenbauer waren die Folge.

Vertragsverlängerungen sorgen beim FCB für Wirbel

10. August 2005, 12:00 Uhr

Die Verantwortlichen von Rekordmeister Bayern München stehen aufgrund von zwölf auslaufenden Profi-Verträgen vor harten Wochen. Erste Divergenzen zwischen Manager Hoeneß und Präsident Beckenbauer waren die Folge.

Beim deutschen Rekordmeister Bayern München haben die anstehenden Vertragsverlängerungen nun zu ersten Meinungsverschiedenheiten zwischen Manager Uli Hoeneß und Präsident Franz Beckenbauer geführt. Während Hoeneß noch am Dienstag meinte, der FC Bayern werde für keinen Spieler sein Tafelsilber verkaufen, konterte Beckenbauer nun, die Philosophie des Sparens werde sich künftig nicht mehr halten lassen.

"Wir sind ein Fußball-Klub und keine Bank. Es nützt ja nichts, wenn das Geld dort rumliegt. Im neuen Stadion brauchen wir eine schlagkräftige Mannschaft. Deshalb müssen wir investieren", sagte der "Kaiser" der Sport Bild. Hoeneß setzte im DSF dagegen, "über die Aussagen von Franz" müsse er "manchmal lächeln".

Zwölf Profi-Verträge laufen am 30. Juni 2006 aus

Beim 19-maligen deutschen Champion laufen am 30. Juni 2006 zwölf Profi-Verträge aus. Konkrete Verhandlungen wurden bisher nur mit Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack geführt. Der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte sich unlängst noch Bedenkzeit erbeten.

Beckenbauer dagegen forderte nun eine schnelle Klärung der Personalie Ballack. "Es wäre für beide Seiten besser und sinnvoller, wenn sich Ballack bald entscheiden würde. Wenn du das ganze Jahr das Thema vor dir herschiebst, wirst du gestört. Allein schon die Fragerei", meinte der WM-OK-Chef.

Während Beckenbauer Ballack notfalls wohl ein besseres Angebot als den bisher offerierten Vierjahresvertrag machen würde, erklärte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge erneut, dass der FC Bayern nicht vorhabe, nachzulegen: "Es geht darum, dass die Finanzlage gewahrt bleibt."

Hoeneß:"Habe nicht das Gefühl, dass wir ein Problem haben"

Hoeneß bezeichnete die "ganze Hektik" als "absolut lächerlich. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir ein Problem haben". Die Spieler hätten zwar erkannt, dass sie "über die Medien Späßchen machen können, um ihre Forderungen zu formulieren und ihre Position im Vertragspoker zu verbessern". Aber wie die Spieler seien auch die Bosse "ausgeschlafen. Am Ende wird sich zeigen, wer früher ins Bett gegangen ist".

Beckenbauer traut Hoeneß trotz der Meinungsverschiedenheit zu, mit allen Spielern eine Einigung zu erzielen. "Der Uli macht das 26 Jahre. Der hat ein Gespür wie kein anderer, wann man einen Spieler anzusprechen hat", sagte er. Bei einer Präsidiumssitzung in der vergangenen Woche hatte sich Beckenbauer in einem Münchner Restaurant mit seinen Vorstandskollegen Hoeneß, Rummenigge und Finanzchef Karl Hopfner erstmals über die anstehenden Vertragsgespräche ausgetauscht.

Von all den Diskussionen um die Arbeitspapiere der Profis zeigt sich indes vor allem einer gänzlich unberührt: Trainer Felix Magath. Auf die jüngsten Forderungen von Abwehrspieler Willy Sagnol ("Ich will mehr Geld") reagierte er gewohnt gelassen. "Ich hätte kein Problem damit, wenn die Diskussion am Ende dazu führt, dass Willy uns nächsten Sommer verlässt", sagte Magath.

Neben Ballack und Sagnol könnten Oliver Kahn, Mehmet Scholl, Sebastian Deisler, Bixente Lizarazu, Roque Santa Cruz, Ze Roberto, Owen Hargreaves und Ali Karimi den Rekordmeister am Saisonende ablösefrei verlassen. Außerdem laufen die Verträge von Jens Jeremies und Ersatztorhüter Bernd Dreher aus. Sagnol hatte zuletzt mit einem Wechsel zum FC Valencia nach Spanien gedroht.

Autor:

Kommentieren