Rund 1.500 Zuschauer bereiteten ihm und Fabian Ernst am Samstag um elf Uhr beim ersten Training in „Königsblau“ einen warmherzigen Empfang. „Das ist der Wahnsinn. So viele Zuschauer kamen in Stuttgart zum Spiel“, schüttelte Kevin Kuranyi ungläubig den Kopf und strahlte.

SCHALKE - Kuranyi ein Fall für die Couch

sb
26. Juli 2005, 16:38 Uhr

Rund 1.500 Zuschauer bereiteten ihm und Fabian Ernst am Samstag um elf Uhr beim ersten Training in „Königsblau“ einen warmherzigen Empfang. „Das ist der Wahnsinn. So viele Zuschauer kamen in Stuttgart zum Spiel“, schüttelte Kevin Kuranyi ungläubig den Kopf und strahlte.

Rund 1.500 Zuschauer bereiteten ihm und Fabian Ernst am Samstag um elf Uhr beim ersten Training in „Königsblau“ einen warmherzigen Empfang. „Das ist der Wahnsinn. So viele Zuschauer kamen in Stuttgart zum Spiel“, schüttelte Kevin Kuranyi ungläubig den Kopf und strahlte.

Aber sicherlich auch aus einem anderen Grund. Am gleichen Tag kam seine hochschwangere Frau Viktorija aus Stuttgart. „Jetzt können wir uns in der kommenden Woche um ein Haus kümmern. Diese Entscheidung wollte ich unbedingt ihr überlassen. Schließlich soll sie sich wohl fühlen und unser Baby, das im September kommen wird, auch“, denkt der 23-Jährige bereits ganz wie ein Familienvater.

Dass auch Schalkes neuer Topstürmer die entsprechende Nestwärme braucht, daraus macht Kuranyi keinen Hehl und quartierte sich statt in irgendeinem Appartement bis zum Einzug in das neue Heim erst einmal im „Hotel Mama“ ein. Die zog bereits eigens für ihren Sohn mit Kuranyis Bruder aus dem „Schwabenländle“ ins Rheinland, um „in unserer Nähe zu sein“, wie die neue „22“ betont.

Allerdings dürften mit dem Eintreffen der Frau Gemahlin dann auch abendliche „Big Mac-Sessions“ bei Kollege Lincoln eher die Ausnahme bleiben. „Ja, ich habe ihn in dieser Woche schon am Abend besucht und wir haben etwas zusammen gegessen“, grinst der Kosmopolit. Wohl wissend, was er da „verputzt“ hat. „Na, ja. Das Essen haben wir bei Mc Donalds geholt“. Bei dieser Gelegenheit zeigte ihm Lincoln auch gleich seine Gemächer. „Er hat mir erzählt, dass man bei ihm mittags zwischen den Einheiten schön essen und sich ausruhen kann. Da habe ich mir sofort eine Couch bei ihm reserviert“, wird Kuranyi in den kommenden Monaten wohl zum Teilzeit „WG-Bewohner“.

Aber eigentlich ist er ja nicht zum Schlafen „auf Schalke“, sondern um die Tore zum ersehnten achten Meistertitel zu schießen. Und diese Mission ist sicher durch den Verkauf von Ailton nicht leichter geworden. Doch bei dieser Frage funkeln seine Augen. „Die Erwartungen sind hoch. Das ist mir klar. Aber ich kann damit leben“, wird Kuranyi, dem gestern beim Vormittagstraining noch kein Treffer gelang, nicht nervös. „Außerdem haben wir noch weitere Stürmer, die Tore schießen können“, stellt der Ex-Stuttgarter klar. „Mit Gerald verstehe ich mich bei der Nationalmannschaft super und vor Ebbe Sand habe ich großen Respekt. Von ihm möchte ich noch lernen.“

Doch dabei soll es natürlich nicht bleiben. Daran wird einer, der 7,5 Millionen Ablöse gekostet hat, auch nicht gemessen. „Ich werde versuchen, meine Qualitäten so gut wie möglich in die Mannschaft einzubringen, um das Maximale zu erreichen.“ Mit Prognosen, was denn das Maximale sei, hält er sich jedoch lieber etwas zurück. „Es ist schwierig, zu diesem Zeitpunkt von Meisterschaft zu reden. Wir müssen uns erst einmal einspielen. Aber wir sollten sofort punkten, um gleich vorne dabei zu sein“, denkt Schalkes Hoffnungsträger erst einmal in kleinen Schritten. Sein Fazit nach drei Tagen Schalke: „Marcelo und Gerald waren ja praktisch vor dem Wechsel meine Berater. Sie haben mir so viel Gutes über den Verein erzählt, sie wollen hier etwas Großes bauen. Und wenn ich das bewerten kann, was ich gestern gesehen habe, liegen sie richtig. Ich freue mich auf den Mythos um diesen Verein.“

Autor: sb

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