Vor Anpfiff schickt Giovanni Trapattoni noch

Trapattoni will die Bayern ärgern

26. Juli 2005, 08:59 Uhr

Vor Anpfiff schickt Giovanni Trapattoni noch "schöne Grüße" an seine Freunde bei Bayern München. Doch im Liga-Pokal-Halbfinale am heutigen Dienstag (20.30 Uhr) will der Stuttgart-Coach seinen Ex-Klub ärgern.

Das Halbfinale im Liga-Pokal heute Abend (20.30 Uhr/live bei Premiere) zwischen dem FC Bayern München und VfB Stuttgart steht ganz im Zeichen der Trainer. Giovanni Trapattoni freut sich sieben Jahre nach seinem Abschied aus München auf ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub. "Schöne Grüße an Franz, Kalle und Uli. Ich freue mich sehr auf das Spiel und auf München", sagte der Italiener im Vorfeld.

Das Duell "Trap" gegen den FC Bayern steht im Mittelpunkt des Interesses. Selbst die Tatsache, dass auch Bayern-Coach Felix Magath ein besonderes Verhältnis zum Gegner hat, rückt bei dieser Konstellation in den Hintergrund.

1,8 Millionen Euro Siegprämie

Zweimal (1994/95 und von 1996 bis 1998) hatte Trapattoni die Münchner trainiert, holte dabei die Meisterschaft (1997), den DFB-Pokal (1998) und den Liga-Cup (1997). Vor allem aber gewann er in dieser Zeit viele Sympathien. Noch heute ist der "Mister" mit der Münchner Führungscrew Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß eng befreundet. Zur Legende gehört längst auch die berühmt-berüchtige "Flasche-leer"-Brandrede von Trapattoni am 10. März 1998.

Wenigstens für 90 Minuten soll am Dienstag aber die Freundschaft ruhen. Der VfB-Coach will mit den Schwaben ebenso wie Titelverteidiger Bayern München das Finale des Ligapokals am 31. Juli in Leipzig erreichen und sich 1,8 Millionen Euro Siegprämie sichern. Zumindest für den FC Bayern ist es in der Vorbereitung der erste echte Härtetest, nachdem der Rekordmeister bisher nur gegen unterklassige Klubs testete.

Scholl verletzt, Kahn angeschlagen

Entsprechend ernst nimmt Magath, der auf den verletzten Mehmet Scholl (Faserriss) und womöglich auf Oliver Kahn (Rückenbeschwerden) verzichten muss, die Standortbestimmung auch: "Wir wollen natürlich gewinnen. Auch vor einem Jahr fing die Saison mit dem Gewinn des Ligapokals für uns gut an. Außerdem spielen wir zu Hause, und da wollen wir nicht alt aussehen." 50.000 Besucher erwarten die Münchner in ihrer neuen Arena, am Montag waren noch 30.000 der 66.000 Platz verfügbar.

Seine sieben Nationalspieler, die erst vor einer Woche aus dem Confed-Cup-Urlaub zurückkehrten, will Magath deshalb gegen seinen Ex-Klub nicht schonen. "Es sind alle so drauf, dass sie sich einsatzfähig fühlen, der ein oder andere wird sicher von Beginn an spielen", sagte er am Montag. Auf jeden Fall aber erwartet der Coach eine "schwierige Kiste" gegen den VfB: "So, wie die in der Defensive stehen, machen sie es jedem Gegner schwer. Da muss man schon top drauf sein, aber das sind wir noch nicht."

Tomasson mit großem Selbstvertrauen

Auch der VfB hat natürlich noch Defizite, Coach Trapattoni erkannte sie schon am Samstag im Vorrundenspiel des Ligapokals gegen Hertha BSC Berlin (4:3 n.E.). Der Kader sei konditionell nicht auf dem gleichen Niveau. "Die Spieler hatten Angst, was ganz und gar nicht meine Mentalität ist. Wir müssen noch viel verbessern", sagte "Trap" nach einem müden Kick.

Dennoch will VfB-Co-Trainer Andreas Brehme schon jetzt festgestellt haben, dass der neue Stuttgarter Stürmer-Star Jon Dahl Tomasson "eine Bereicherung für die gesamte Liga ist. Wir wissen schon jetzt, was wir an ihm haben". Der Däne selbst verfügt zumindest über das nötige Selbstvertrauen. Der VfB sei im Vergleich zum FC Bayern auch eine internationale Top-Mannschaft.

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