VfB Stuttgart und Sammer gehen getrennte Wege

bb
03. Juni 2005, 17:14 Uhr

Der VfB Stuttgart hat sich überraschend von Trainer Matthias Sammer getrennt. "Wir hatten das Gefühl, klar Schiff machen zu müssen", so VfB-Präsident Erwin Staudt.

Nach nur einem Jahr hat sich der VfB Stuttgart überraschend von Trainer Matthias Sammer getrennt und für einen Neustart ohne den eigenwilligen "Feuerkopf" entschieden. "Wir hatten nach dem unbefriedigenden Saisonverlauf das Gefühl, klar Schiff machen zu müssen", erklärte VfB-Präsident Erwin Staudt dem Sport-Informations-Dienst (sid). Die Trennung sei nach einem Gespräch zwischen Staudt und Sammer am Freitagmorgen im "gegenseitigen Einvernehmen" erfolgt.

"Wir wollten nicht das Risiko eingehen, dass im Falle eines schlechten Starts in die neue Spielzeit gleich der Druck auf alle Beteiligten wieder wächst. Deshalb haben wir uns für einen Neustart entschieden", sagte Staudt. Zuvor hatte der Boss des schwäbischen Bundesligisten intensive Gespräche mit den Spielern geführt, bei denen Sammer offenbar keine Rückendeckung mehr genoss.

Sammer: "Ich werde jetzt nicht nachkarten"

Der frühere Europameister Sammer war mit der Entscheidung des Klubs einverstanden. "Wir haben zwar unser sportliches Ziel erreicht. Aber ich habe gemerkt, dass die Leute unzufrieden sind. Und bei Gesprächen mit dem Verein über die Zukunft habe ich gespürt, dass unsere Vorstellungen etwas auseinandergehen. Deshalb ist es besser, einen Schlussstrich zu ziehen", sagte er der Bild-Zeitung.

"Die letzten Ergebnisse waren einfach nicht gut", gab der Ex-Nationalspieler zu: "Aber ich werde jetzt nicht nachkarten. Fakt ist auch: Es war ein tolles Arbeiten mit der Mannschaft. Jetzt werde ich auf die Ferien warten und mit meiner Familie Urlaub machen. Ein neuer Klub ist noch nicht im Gespräch."

Hildebrand: "Ich bin schockiert"

Die Stuttgarter Nationalspieler, die die Nachricht bei der Vorbereitung auf das Länderspiel am Samstag in Nordirland erreichte, reagierten hingegen völlig überrascht. "Ich bin schockiert", sagte Torhüter Timo Hildebrand. "Es ist schade, dass Matthias Sammer keine zweite Chance bekommen hat", erklärte Stürmer Kevin Kuranyi. Außenverteidiger Andreas Hinkel forderte indes: "Nun müssen wir alle nach vorne schauen."

Hitzfeld im Gespräch

Ein Nachfolger für Sammer, der beim VfB eigentlich noch einen Vertrag bis 2007 besaß, steht noch nicht fest. "Wir haben natürlich unsere Vorstellungen und gehen davon aus, dass wir spätestens bis zum Trainingsauftakt am 27. Juni einen neuen Trainer präsentieren werden", sagte Staudt.

Als ein möglicher Kandidat gilt Ottmar Hitzfeld. Der 56-Jährige, der im Vorjahr nach Saisonende bei Bayern München von Stuttgarts Ex-Coach Felix Magath abgelöst wurde und seitdem im Trainer-Ruhestand ist, war in Stuttgart schon als Spieler aktiv und bestritt in der Saison 1977/78 22 Punktspiele für den VfB.

Autor: bb

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