Hanke will Klinsmann im Nationaldress überzeugen

19. Mai 2005, 12:34 Uhr

Der Schalker Stürmer Mike Hanke ist von Bundestrainer Jürgen Klinsmann für den Konföderationen-Cup nominiert worden. Der 21-Jährige will sich bei dem Turnier für höhere Aufgaben empfehlen.

Als Mike Hanke ans Handy ging, dachte der Jung-Profi vom Bundesligisten Schalke 04 an einen schlechten Scherz. "Jürgen Klinsmann hier", sagte die Stimme am anderen Ende der Leitung. "Ich konnte es erst nicht glauben, aber dann habe ich ihn an der Stimme erkannt", berichtete der Stürmer über sein kurzes, aber überaus erfreuliches Gespräch mit dem Bundestrainer.

Mit der Nominierung für den Konföderationen-Pokal (15. bis 29. Juni) ging für Hanke ein Traum in Erfüllung. Der 21-Jährige, bisher 20-mal für die "U21" im Einsatz (zehn Tore), gehört erstmals dem Kader der Nationalmannschaft an. Und das ausgerechnet in einer Phase, in der Hanke (56 Bundesligaeinsätze, sieben Tore) bei Schalke 04 hinter den etablierten Stürmern Ailton, Ebbe Sand und Gerald Asamoah nur vierte Wahl ist. "Die Berufung in die Nationalmannschaft ist für mich eine schöne Belohnung für meine Leistungen in dieser Saison und natürlich auch eine Riesen-Herauforderung", sagte Hanke, der bei den "Königsblauen" vor allem im Frühjahr für Furore gesorgt hatte, inzwischen aber wieder auf die Ersatzbank verbannt wurde.

Reservisten-Dasein kein Hindernis

Mit der Situation ist er nicht zufrieden, nach dem Pokalfinale will er sich nochmal mit der sportlichen Leitung zusammensetzen. "Dann werde ich meine Vorstellungen äußern", so Hanke weiter. Für Klinsmann ist Hankes derzeitiges Reservisten-Dasein aber kein Hindernis.

"Mike imponiert uns schon seit geraumer Zeit, da er mit enormer Energie und dem richtigen Instinkt versucht, sein Spiel und seine Torchancen zu suchen", begründete Klinsmann die Berufung des Blondschopfs: "Er hat bei der U21 und mit Schalke in der Bundesliga-Rückrunde gezeigt, dass er viel Potenzial hat und auch den nötigen Willen, sich gegen stärkste Konkurrenz durchzusetzen. Natürlich habe ich mit Ralf Rangnick und Dieter Eilts über ihn gesprochen. Beide sind der Meinung, dass seine Entwicklung sehr gut ist."

Während viele seiner Berufskollegen die in die Urlaubszeit fallende "Mini-WM" als Belastung empfinden, will Hanke die Chance nutzen, um sich für größere Aufgaben zu empfehlen. Da nimmt er auch gerne die Stornierung seines geplanten Urlaubs auf Bali in Kauf. "Ich hoffe, dass ich auf ein paar Einsatz-Minuten komme. Dann kann ich zeigen, was ich drauf habe", meinte ein selbstbewusster Hanke, der als Jugendlicher schon in der Schalker Fankurve stand.

Hanke will auf Kuranyi zugehen

Seine Einladung in der Nationalmannschaft will Hanke auch dazu nutzen, ein klärendes Gespräch mit Kevin Kuranyi zu führen. Vor dem Duell beim VfB Stuttgart am 9. April hatte der Youngster behauptet, Schalke brauche keinen Kevin Kuranyi, Schalke habe schließlich Mike Hanke. Inzwischen ist der Stürmer vorsichtiger geworden. "Ich habe schon vor dem Spiel in Stuttgart mit ihm gesprochen. Wenn wir uns im Juni wiedersehen, werde ich noch einmal klarstellen, das ich das nicht negativ gemeint habe", so Hanke.

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