Das Trainingslager in Bitburg war für die Spieler schon hart.

RWO: Marcel Dietz und das härteste Pensum

„Ich sehe das als Lehrjahr“

Christian Brausch
19. Juli 2009, 17:23 Uhr

Das Trainingslager in Bitburg war für die Spieler schon hart.

Aber die drei Keeper Christoph Semmler, Sören Pirson und Marcel Dietz hatten einen noch strafferen Tagesablauf. Denn zwischen die drei geregelten Einheiten presste Torwart-Trainer Manfred Behrendt gegen 15 Uhr noch eine lockere Einheit im Kraftraum. „Wir sind hier ja nicht zum Ferienausflug“, betont der Ex-Wattenscheider.
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Der zeigte, dass er selber auch noch nicht zum alten Eisen gehört. Und das nicht nur, weil er den morgendlichen Lauf zusammen mit Coach Jürgen Luginger anführte. Aber das härteste Pensum hatte in Biturg vielleicht Dietz zu bestreiten: vier Einheiten am Tag. Und während die beiden Stammkräfte Pirson und Semmler bei den Trainingsspielchen zwischen den Pfosten standen, gab es für den Nachwuchs-Schlussmann „Einzelunterricht.“ Die klare Begründung von Behrendt: „Der Junge hat den größten Nachholbedarf.“
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Was vom 19-Jährigen klipp und klar bestätigt wird: „Das stimmt, ich muss noch einiges lernen. Die Woche in Bitburg war richtig hart, aber es hat mit den Jungs richtig Spaß gemacht.“ Und es gab auch keine Berührungsängste, weil Vater Thomas im Vorstand der „Kleeblätter“ ist. „Ein paar Sprüche gibt es immer, aber das ist völlig locker. Ich bin schon abgehärtet aus der A-Jugend.“

Und abgehärtet soll Dietz auch nach dem Trainingslager sein. Sein Fazit: „Das Pensum war abgesprochen, aber es ging ganz schön an die Substanz. Ich weiß natürlich, wofür ich das mache. Diese ganze Vorbereitung wird mich ein ganzes Stück nach vorne bringen.“ Wobei es angenehm zu sehen war, wie sich das Torwart-Duo, das sich im Kampf um die Nummer eins befindent, um das Talent kümmerte. Immer wieder gab es Tipps und Hilfestellungen.

„Das hat mir wirklich geholfen“, freut sich Dietz über die Anweisungen seiner beiden Kollegen, denn „ich sehe das Ganze jetzt als Lehrjahr. Das nehme ich dankend mit und schaue, wie sich alles entwickelt.“
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Die nötige Spielpraxis soll er in der Landesliga-Reserve bekommen. Wobei das noch nicht zementiert ist, denn dort muss er zunächst den Kampf gegen Kevin Luft für sich entscheiden. Dietz: „Da steht noch nichts fest. Ich sollte nur die Vorbereitung oben mitmachen. Was danach kommt, wird man sehen.“

Auf jeden Fall steht fest, dass der Keeper nicht nur auf die Karte Fußball setzen wird. „Ich mache eine Ausbildung zum Bürokaufmann bei der Emschergenossenschaft, die ich auch auf jeden Fall zu Ende bringen werde.“ Und in der Zeit soll der sportliche Abstand zu Pirson und Semmler nach Möglichkeit verkürzt werden. Zum Beispiel durch Extraschichten bei Behrendt in Wattenscheid.

Dietz: „So extrem wie unter ihm habe ich noch nie trainiert. Ich weiß, dass in den Bereichen Kraft und Dynamik noch einiges zu tun ist. Ich bin der Jüngste und komme neu dazu. Daher fehlt bei mir noch was, das wird nun nachgearbeitet. Wenn ich Zeit habe, trainiere ich in Wattenscheid zusätzlich. Denn wie jeder Jugendliche, der bei einem kleineren Verein anfängt, habe ich den Traum vom Profifußball.“

Und der Nachwuchsmann merkt, dass sich die ersten Erfolge bereits einstellen. „Die Bewegungen werden flüssiger und geschmeidiger.“ Was nötig ist, um sich ganz oben festzusetzen, kann er sich jeden Tag bei Pirson und Semmler abschauen. Die befinden sich „auf einem Niveau“, wie Luginger betont. Daher werden sich die beiden Kontrahenten noch etwas gedulden müssen, bis der Trainer eine endgültige Entscheidung bekannt gibt.

Autor: Christian Brausch

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