So schnell kann es gehen! Am Samstag lag Julian Koch noch am Strand in Italien und rechnete damit, am Dienstag zum Kader der Dortmunder Zweitvertretung zu stoßen.

BVB II: Blitzbeförderung für Julian Koch

„Mein Glück geht weiter“

Matthias Dersch
16. Juli 2009, 16:59 Uhr

So schnell kann es gehen! Am Samstag lag Julian Koch noch am Strand in Italien und rechnete damit, am Dienstag zum Kader der Dortmunder Zweitvertretung zu stoßen.

Doch dann klingelte plötzlich das Handy – am anderen Ende der Leitung: BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Die Botschaft: "Wir brauchen dich in Donaueschingen."

„Das war natürlich eine glückliche Nachricht für mich, mit der ich eigentlich gar nicht gerechnet hatte“, gesteht der 18-Jährige: „Ich hatte auch erst kurz vorher erfahren, dass Young-Pyo Lee den Verein verlassen hat.“ Lees Abgang, der dem finanziellen Rahmen des BVB geschuldet war, riss eine Lücke auf der rechten Abwehrseite. Koch soll diese nun stopfen.

Es ist die vorläufige Krönung des steilen Aufstiegs, den der Youngster in den letzten zwölf Monaten durchlaufen hat. Als sich Koch im letzten Sommer auf sein bevorstehendes zweites A-Jugend-Jahr vorbereitete, klingelte schon einmal das Telefon. Es war BVB II-Coach Theo Schneider, der dem Abwehrspezialisten mitteilte, dass er künftig für die Dortmunder Amateure in der Regionalliga zum Einsatz kommt. Stolze 30 Partien absolvierte der gebürtige Dortmunder, erst als Innenverteidiger, später dann auf der Außenbahn. Sowohl Klopp als auch Schneider sehen ihn dort - als rechten Part in der Viererkette - am besten aufgehoben.

„Ich würde auch sagen, dass dort meine Stärken liegen. Ich fühle mich rechts hinten auf jeden Fall am wohlsten“, kann sich der Rechtsfuß gut mit den Einschätzungen seiner Trainer anfreunden, will sich zugleich aber nicht ganz festlegen: „Ich bin da flexibel.“

Flexibilität muss nun auch Schneider wieder einmal an den Tag legen. Denn Koch war als fester Bestandteil seiner Wunschelf eingeplant – und muss jetzt in der täglichen Trainingsarbeit ersetzt werden. „Ich werde in den nächsten Wochen ausschließlich mit den Profis trainieren“, bestätigt Koch, und versteht die Sorgen seines Trainers: „Ich bin mit dem Kader kaum vertraut, konnte nicht einmal mit der neuen Mannschaft trainieren. Das ist sicherlich nicht ideal.“

Doch im Hinblick auf Kochs weitere Entwicklung sind diese Probleme eher Nebensächlichkeiten. In erster Linie geht es jetzt darum, den nächsten Schritt seiner persönlichen Karriere zu unternehmen. Als einer der ersten könnte der Fach-Abiturient von der neuen BVB-Akademie profitieren. Doch zunächst steht noch ein einjähriges berufliches Praktikum an, mit dem Koch seine schulische Ausbildung endgültig beendet.

Es scheint, als stünde der Blondschopf mit beiden Beinen fest auf der Erde – trotz des beachtlichen sportlichen Erfolges, den er zuletzt feierte. Und so schätzt er auch seine Beförderung zum Profi realistisch ein: „Ich sehe der Wahrheit ins Auge. Es ist unwahrscheinlich, dass ich oben spielen werde. Für mich geht es deshalb erst einmal darum, mich im Training zu präsentieren und in der 3. Liga Spielpraxis zu sammeln. Mein Glück geht auf jeden Fall weiter.“

Autor: Matthias Dersch

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