Dicht gedrängt sitzt die BVB-Führungsriege auf dem Podium im großen Versammlungssaal des „Öschberghofs“ und blickt in erwartungsvolle Gesichter.

Deutschlands erste Fußball-Akademie entsteht bei Borussia Dortmund

„Im Prinzip erfinden wir das Rad einfach neu“

Matthias Dersch
18. Juli 2009, 09:49 Uhr

Dicht gedrängt sitzt die BVB-Führungsriege auf dem Podium im großen Versammlungssaal des „Öschberghofs“ und blickt in erwartungsvolle Gesichter.

Es hat sich herumgesprochen, dass es bei der offiziellen Abschluss-PK im Trainingslager in Donaueschingen nicht nur um eine Bilanz der letzten Tagen, sondern auch um das neue, revolutionäre Nachwuchs-Konzept der Borussia gehen soll. So etwas weckt Interesse...

„Wir sind daran interessiert, uns regelmäßig weiterzuentwickeln. Es gab einige gute Ideen und es wird etwas bewegt“, lässt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Zuhörer zunächst noch im Trüben fischen, bevor sein Sportdirektor Michael Zorc die ersten Tatsachen auf den Tisch legt: „Wir wollen den Übergang zwischen Nachwuchs- und Seniorenbereich optimieren und die Rahmenbedingungen dafür verbessern. Die Infrastruktur wird ebenfalls weiter optimiert. Insgesamt werden wir dafür drei Millionen Euro in die Hand nehmen.“
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Doch die Änderungen gehen weit über infrastrukturelle Erweiterungen hinaus: Zusätzlich zu einem neuen Großgebäude und einem neuen Platz auf dem BVB-Trainingsgelände in Brackel soll eine neue, in Deutschland einmalige Fußball-Akademie entstehen - eine Schule für Talente, die dort mit einem unfassenden Lehrprogramm zu Fußball-Profis ausgebildet werden sollen.

„Im Prinzip erfinden wir das Rad neu“, verkündet ein sichtlicher stolzer Jürgen Klopp selbstbewusst, bevor er ins Detail geht: „Bis zur U19 werden die Nachwuchsspieler in einem großen Maße belastet. Doch danach endet die Jugendförderung. Mit der BVB-Akademie sprechen wir die jungen Burschen von 19 bis 23 Jahren an. Wir wollen dort ihren Tagesablauf vervollständigen. Sie werden sich den ganzen Tag mit ihrem Lieblingsfach, dem Fußball, beschäftigen. Und zwar in allen denkbaren Bereichen.“
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Neben Individual-Training, und Taktik-Schulung sollen auch Ernährungswissenschaften und Kochkurse auf dem täglich acht Stunden umfassenden Lehrplan stehen - und das ohne große Mehrkosten für den Verein, wie Klopp erläutert: „Alle unsere festangestellten Trainer sind in das Konzept eingebunden. Wir wollen unsere gesamte Manpower nutzen und sie den Talenten zugute kommen lassen. Die Durchlässigkeit soll dadurch deutlich erhöht werden.“

Schon im Anschluss an die Trainingslager der Dortmunder Profis und Amateure könnten die ersten Kurse für die BVB-Talente starten. Spätestens zur kommenden Saison soll das Programm vollständig angelaufen sein und dem Verein zu noch mehr Zugkraft im Jugendsektor verhelfen.

„Wir wollen jetzt damit anfangen, einen komplett neuen Weg zu beschreiten. Ich glaube, dass das mehr als sinnvoll ist“, unterstreicht Klopp zum Schluss seiner Ausführungen den großen Wert des Modells: „Es ist eine wichtige Investition in unsere Zukunft.“

Autor: Matthias Dersch

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