Mario Canini trainiert den Duisburger B-Ligisten FC Taxi Duisburg nun seit einem Jahr. In der vergangenen Runde kam die Elf nicht über den sechsten Rang hinaus.

Taxi gibt Vollgas

"Bereits jetzt fester Zusammenhalt"

Moritz Rieckhoff
16. Juli 2009, 08:01 Uhr

Mario Canini trainiert den Duisburger B-Ligisten FC Taxi Duisburg nun seit einem Jahr. In der vergangenen Runde kam die Elf nicht über den sechsten Rang hinaus.

Dabei hatte sich der 1974 gegründete Verein höhere Ziele gesetzt. „Vor der letzten Saison gab es durchaus die Vorgabe ganz oben anzugreifen“, erinnert sich Linienchef Canini und kennt einen Grund für das letztendliche Scheitern: „Wir hatten ein paar richtig gute Kicker aus dem Mülheimer Raum in unseren Reihen. Leider haben die dann relativ schnell gemerkt, dass sich ihr Engagement bei uns mit ihrem jeweiligen Job nicht verträgt“.

Im Ergebnis stand das Taxi bald schon ohne Mülheimer Verstärkung im Mittelfeld der Tabelle geparkt. Doch das war nicht das einzige Problem:

Training zu sechst

„Weil es nicht so lief wie gewünscht, hat sich das Klima innerhalb des Teams zusehends verschlechtert. Am Ende hatten wir eine ausgeprägte Grüppchenbildung und viel Meckerei“, schaut der in Duisburg geborene Linienchef des FC zurück. Für die anstehende Runde hat sich der 41-Jährige, der Ende der 80er Jahre mit dem späteren RWO-Torsteher Oliver Adler aus der Jugend von Duisburg 08 zum MSV Duisburg wechselte, vor allem vorgenommen den Teamspirit zu verbessern. Der gelernte Maschinenschlosser weiß: „Das Wichtigste ist, dass die Jungs wieder Spaß am Kicken bekommen.“[infobox-right]Die bisherigen Zu- und Abgänge des FC Taxi in der Übersicht:

Zugänge: Michael Dolata (VfvB Ruhrort-Laar), Zladan Juko (zuletzt ohne Verein)
Abgänge: Branco Kocolovic (Croatia Mülheim), Michael Hellebrandt (Ziel unbekannt)
[/infobox]

Doch nicht nur für die Aktiven ist die Stimmung im Klub von großer Wichtigkeit. Das weiß auch Ex-Taxi-Trainer Hannes Lohmann. Der Canini-Vorgänger gibt zu: „Ich hatte irgendwann einfach keine Lust mehr auf die Geschichte. Dann stehst du da mit fünf Mann im Regen und sollst Spielzüge einstudieren. Das geht einfach nicht.“

Doch die ehemals schlechte Trainingsbeteiligung ist bereits deutlich besser geworden und auch die Befindlichkeiten innerhalb der Equipe stimmen. „Nach einer Woche Training kann ich bereits ein erstes kleines positives Fazit ziehen“, strahlt Canini und hat bemerkt: „Innerhalb der Truppe gibt es bereits jetzt einen festen Zusammenhalt. Die Schimpferei aus der Vorsaison ist passe. Die Jungs sprechen auch auf dem Platz positiv miteinander.“ Und erste Testspielerfolge haben sich auch bereits eingestellt.

"Big-Player" Duisburg 08

So schlug die Mannschaft unlängst den B-Liga-Konkurrenten Rhenania Hamborn mit 3:2. Bleibt die Frage nach den Neuzugängen und die Aussicht auf die bevorstehende Meisterschaft. „Leider sind wir kein Traditionsklub wie etwa Duisburg 08“, bemerkt Canini und lässt an der Schwierigkeit, engagierte Akteure in die Taxizentrale zu locken, keinen Zweifel: „Gerade jetzt wo mit 08 (Duisburger FV 08 Anm. der Red.) ein lokaler Big Player abgestiegen ist, wird es für uns nicht einfacher neues Personal zu verpflichten.“

Denn die ortsgebundenen Aktiven gehen in der Regel eben lieber zu einem echten Traditionsklub. Und so liest sich die Liste der Neuzugänge dann auch noch sehr übersichtlich (siehe Infokasten). Dementsprechend vorsichtig formuliert der verantwortliche Übungsleiter dann auch die Zielsetzung für die anstehende Saison. „Wir haben nicht den Druck aufsteigen zu müssen“, stellt Canini klar und visiert mit seiner Elf zunächst einmal einen Mittelfeldplatz an.

Das dass Taxi am Ende gar den Turbo einschaltet und allen davon rast, glaubt der Mann am Steuer nicht: „Duisburg 08 ist für mich der Favorit“, ist das ehemalige „Zebra“ von der Anwesenheit „PS-stärkerer“ Kontrahenten überzeugt, lässt aber dennoch keinen Zweifel an der Fahrtüchtigkeit seiner „Taxe“ aufkommen: „Wir werden das Gaspedal auf jeden Fall richtig durchtreten und eine gute Rolle spielen."

Autor: Moritz Rieckhoff

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