Die Bundesliga-Spieltage werden offenbar zerstückelt, um höhere Preise für die TV-Vermarktung zu erzielen. Der neue DFL-Geschäftsführer Christian Seifert will

Zerstückelung der Bundesliga-Spieltage geplant

10. Mai 2005, 12:19 Uhr

Die Bundesliga-Spieltage werden offenbar zerstückelt, um höhere Preise für die TV-Vermarktung zu erzielen. Der neue DFL-Geschäftsführer Christian Seifert will "gar nichts mehr ausschließen".

Die deutschen Fußball-Fans müssen sich umstellen, denn offenbar ist eine Zerstückelung der Bundesliga-Spieltage und damit auch veränderte Anstoßzeiten offenbar unumgänglich. Um einen höheren Preis für die TV-Verwertung zu erzielen, gibt es für die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH wohl keine Tabus mehr. "Wir sind jetzt in einer Situation, und das sage ich ganz deutlich, in der ich gar nichts ausschließe: weder einen Salami-Spieltag, noch veränderte Anstoßzeiten, noch eine Veränderung im Verhältnis Pay-TV/Free-TV", erklärte der neue DFL-Geschäftsführer Christian Seifert der Sport Bild.

Zur Forderung von Bayern Münchens Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, der künftig mindestens 500 Millionen statt der bisher erzielten 300 Millionen Euro für die Rechte an der Bundesliga erzielen möchte, erklärte Seifert: "Es ist noch ein bisschen zu früh, um über absolute Zahlen zu sprechen. Aber der Anspruch, den Herr Rummenigge hat, ist absolut richtig. Wir haben mit der Bundesliga ein hervorragendes Produkt. Von daher kann der Anspruch nur sein, für solch ein Premiumprodukt auch einen optimalen Abschluss zu erzielen. Daran wird sich die DFL und daran werde ich persönlich mich messen lassen."

Verschiebung der Free-TV-Übertragungen?

Diskutiert wird in letzter Zeit auch verstärkt eine Verschiebung der Zusammenfassung im Free-TV, um Pay-TV-Sender Premiere mehr Exklusivität zu bieten. Der Abo-Kanal könnte der DFL in diesem Fall eine weitaus höhere Summe zahlen. Dabei ist umstritten, was eine "zeitnahe" Übertragung im frei empfangbaren Fernsehen bedeutet.

Seifert: "Zeitnah heißt für mich in allererster Linie, dass wir die Interessen des Publikums nicht völlig ignorieren. Wir wissen, dass die Situation in Deutschland sehr fan-freundlich ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, die sich sehr viel stärker an den geschäftlichen Interessen des Pay-TV orientieren. Da sind wir hierzulande sehr zurückhaltend. Diese Zurückhaltung muss man aber irgendwann überprüfen, wenn man merkt, dass sie nicht zum gewünschten Erfolg führt. Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass die Bundesliga - was die finanziellen Voraussetzungen angeht - international etwas ins Hintertreffen geraten ist aufgrund der dortigen Marktsituation. Deshalb müssen wir uns überlegen, wie wir den Begriff "zeitnah" tatsächlich mit Inhalt füllen."

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