Ich weiß gar nicht, wie ich die letzten zwei Monate ohne Abstiegskampf überstanden habe.

VfL: Tagebuch aus dem Trainingslager in St. Gallen

David gegen Goliath

12. Juli 2009, 19:07 Uhr

Ich weiß gar nicht, wie ich die letzten zwei Monate ohne Abstiegskampf überstanden habe.

Seit der glücklichen Rettung des VfL gegen die Frankfurter Eintracht habe ich das Herzklopfen und die schweißnassen Hände wieder vermisst und mein Pulsschlag war so ruhig, dass sich mein Hausarzt schon Sorgen gemacht hat, doch damit war am Sonntag Schluss. Endlich wieder Abstiegskampf - wenn auch "nur" in der Schweizer Super League.

Hier in St. Gallen, wo Marcel Koller das ortsansässige Team, den FC, nach 96 Jahre Abstinenz 2000 zur Schweizer Meisterschaft geführt hat, herrscht nach dem Wiederaufstieg in diesem Sommer zwar eine gewaltige Euphorie, doch gelten die Grün-Weißen aus der Ostschweiz als Kanonenfutter. Und wie der VfL Bochum wird auch der FC St. Gallen regelmäßig als einer der heißesten Abstiegskandidaten gehandelt. Wen wundert es also, dass in der ausverkaufen AEG-Arena (19.500 Zuschauer) beim Auftakt des David gegen den Goliath FC Basel ganz Bochum (25 Spieler, 12 Fans und 3 Medienvertreter) dem Heimteam die Daumen drückte.

Etat nennt man in der Schweiz Budget und St. Gallen hat 8, die Gäste aus Basel 30 Millionen zur Verfügung. So grätschte und kämpfte der Aufsteiger, wurde immer mutiger und siegte am Ende völlig verdient mit 2:0. Und Basel-Coach Thorsten Fink, ehemaliger Wattenscheider, musste wieder einmal erkennen, dass Benjamin Huggel es offensichtlich nie lernt, sich auf dem Platz zu benehmen (Rot wegen Tätlichkeit).

Und so gab es eine rauschende Fußballnacht, während der Schnellrichter, der seine Premiere im St. Gallener Stadion feierte, auf seine ersten Kunden wartete. Denn die Baseler Fans benahmen sich vor, während und nach dem Spiel kräftig daneben. Dabei hat ihr Klub noch ein Platzsperre aus der letzten Saison wegen Fanausschreitungen vor der Brust.

P.S.: Vielleicht denken in der Heimat einige Bochumer Anhänger nun etwas anders über den FC St. Gallen, den der VfL vor vier Tagen nach einer souveränen ersten Halbzeit knapp mit 4:3 besiegt hat.

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