Bis runter zu Platz sieben und dem Hamburger SV machen sich die Teams in der Bundesliga noch Hoffnungen auf die Teilnahme an der Champions League. Schalke aber will Rang zwei am Samstag in Bielefeld verteidigen.

Kampf um die Champions-League-Plätze völlig offen

07. Mai 2005, 08:38 Uhr

Bis runter zu Platz sieben und dem Hamburger SV machen sich die Teams in der Bundesliga noch Hoffnungen auf die Teilnahme an der Champions League. Schalke aber will Rang zwei am Samstag in Bielefeld verteidigen.

Die Meisterschaft ist entschieden, doch hinter Bayern München tobt der Kampf um die Plätze: Während die Bayern gut gelaunt zum "Karnevalsverein" FSV Mainz 05 reisen, müssen Schalke 04 und der VfB Stuttgart am 32. Spieltag der Bundesliga ihre Mini-Krisen beenden, um ihre Chance auf die Teilnahme an der lukrativen Champions League nicht zu verspielen. Der entthronte Meister Werder Bremen und Hertha BSC Berlin liegen in Lauerstellung. Im Abstiegskampf könnte am Samstag (15.30 Uhr/alle Spiele live bei Premiere) für den VfL Bochum und Hansa Rostock die letzte Stunde schlagen.

In Schalke ist ausgerechnet im Endspurt die Stimmung nach den jüngsten Eskapaden von "Freibad-Toni" Ailton im Keller. Auch am Samstag im Gastspiel bei Arminia Bielefeld wird Trainer Ralf Rangnick wohl auf den Stürmer, der zuletzt mit aufreizend lässiger Haltung auf seine Nichtberücksichtigung reagiert hatte, verzichten. "Wir wählen die Aufstellung, die für Schalke die beste ist", erklärte Rangnick, der weiter ohne den verletzten Stammkeeper Frank Rost auskommen muss.

"Niederbügeln, niederlaufen, niederschießen"

Auch bei Verfolger Stuttgart ist die Stimmung nach nur einem Punkt aus zuletzt drei Partien gereizt. "Die Spieler fordern Verstärkungen, dann sollen sie endlich so spielen, dass wir Planungssicherheit haben", erklärte VfB-Präsident Erwin Staudt und nahm die Profis vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 mit ungewohnt scharfer Kritik in die Pflicht.

Auch VfB-Coach Matthias Sammer weiß um die Bedeutung. "Wir müssen Hannover niederbügeln, niederlaufen, niederschießen. Da muss der Torhüter in der Kiste liegen", forderte Sammer, der die Zügel nach dem 0:2 bei Borussia Mönchengladbach angezogen hat und den rot-gesperrten Fernando Meira und Silvio Meißner sowie Spielmacher Alexander Hleb saftige Geldstrafen aufbrummte.

In Berlin haben die Verantwortlichen die Champions League nach dem 1:2 bei Hansa Rostock hingegen aus dem Wortschatz gestrichen. "Wir müssen auf unsere eigene Leistung schauen und schielen nicht mehr auf die Tabelle", sagte Manager Dieter Hoeneß. Mittelfeldstar Marcelinho beschwört unterdessen seinen Aberglauben. Gegen den VfL Wolfsburg wird der Brasilianer mit blond gefärbtem Haar auflaufen. Das hatte Marcelinho im Hinspiel Glück gebracht, als er beim 3:2 alle drei Tore erzielte.

Neururer-Ende soll Kräfte freisetzen

Die Bochumer setzen im Kampf um den Klassenerhalt auf eine knallharte Linie. Die beschlossene Trennung von Trainer Peter Neururer im Falle des Abstiegs soll vor dem "Spiel der letzten Chance" beim 1. FC Nürnberg die nötigen Kräfte frei setzen. "Wir glauben daran, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht", meinte VfL-Vorstand Dieter Meinhold.

Beim "Club" hat Coach Wolfgang Wolf seine Spieler gewarnt: "Unsere Ausgangsposition ist gut, aber wir sind noch nicht durch." Als mahnendes Beispiel haben die Franken die Saison 1999 vor Augen, als sie sich in Sicherheit wähnten und am letzten Spieltag von Eintracht Frankfurt unter Jörg Berger abgefangen wurden.

Wie beim damaigen "Wunder von Frankfurt" hilft Berger auch mit Rostock nur noch ein furioser Endspurt und Schützenhilfe, um die Hansa-Kogge vor dem Untergang in Liga zwei zu bewahren. "Wir können nur rausgehen und versuchen, alles zu gewinnen", meinte der Coach vor dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen.

Mainz fehlt noch ein Punkt

Sollten Bochum und Rostock alle Spiele gewinnen, benötigt Mainz noch einen Punkt zur sicheren Rettung. "Es gäbe doch nichts Schöneres, als den Klassenerhalt gegen die Bayern zu feiern", sagte Trainer Jürgen Klopp, der vom neuen Meister aber keine Geschenke erwartet: "Die wollen immer gewinnen, die sind nie zufrieden."

Damit stößt Klopp bei Meistertrainer Felix Magath auf offene Ohren. "Es wird kein Schaulaufen geben", stellte Magath klar und hält die Anspannung mit Blick auf das Finale im DFB-Pokal am 28. Mai gegen Schalke 04 aufrecht: "In den letzten drei Spielen müssen die Spieler um die Stammplätze kämpfen."

Vor der Partie in Mainz haben die Bayern allerdings Sorgen im Sturm. Claudio Pizarro fällt wegen eines eingeklemmten Nervs im Halswirbelbereich aus, und auch der Einsatz von Paolo Guerrero ist fraglich. Dafür kehrt Nationalkeeper Oliver Kahn nach auskurierter Verletzung wieder ins Tor zurück.

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