Diesmal mit dem Kapitel: Drei Zecken im Feindesland!

Tagebuch aus dem Schalker Trainingslager

Die Fanparty, zwei Borussen und Korn-Cola

11. Juli 2009, 08:38 Uhr

Diesmal mit dem Kapitel: Drei Zecken im Feindesland!

Gerade ist die blau-weiße Fanparty in der "Gaststätte Haus Brüggen" in Herzlake zu Ende gegangen.

Seit 19.04 Uhr herrscht vor der geräumigen Kneipe Volksfeststimmung. Die Mannschaft hat sich für 20 Uhr angesagt. Wie üblich bei solchen Pflichtveranstaltungen, nehmen es die Trainer und Spieler mit der Pünktlichkeit nicht so genau.

Gegen 20.11 Uhr fährt der Mannschaftbus vor. Gut 450 S04-Fans haben auf diesen Moment gewartet und kriegen rote Bäckchen oder feuchte Hosen. Als Kevin Kuranyi und Co. aus dem Dreiachser steigen, spielen sich tumultartige Szenen ab. Noch geht es gesittet zu, die Profis gehen durch einen abgesperrten Hintereingang in den Saal, wo sie von Bierzeltatmosphäre und dem ewigen Gassenhauer "Blau und weiß, wie lieb ich Dich" in 140-Dezibel-Stärke empfangen werden.

Da kommt Freude auf! Die Jungs verteilen sich an den Tischen, Autogramme werden im Akkord geschrieben und Speicherkarten von Digitalkameras mit unvergesslichen Momenten gefüllt. Levan Kobiashvili und Carlos Zambrano müssen sogar auf die Bühne, denn sie haben Geburtstag.

Die größte Traube bildet sich um Felix Magath, auch Kuranyi, Gerald Asamoah und Marcelo Bordon stehen bei den Anhängern, wie immer, hoch im Kurs. Lewis Holtby, Vasilios Pliatsikas, Jan Moravek und Emin Yalin machen diese Erfahrung zum ersten Mal und schlagen sich tapfer.

Nach einer Stunde ist auch ihr Nahkampf mit der Basis vorbei, doch der Höhepunkt des Abends kommt noch. Am Bus warten nämlich nicht nur weitere gut 100 Königsblaue, die von den Fanordnern des Schalker Fan-Club-Verbandes gar nicht mehr in die proppevolle Hütte gelassen wurden.

Nein, plötzlich sieht man Farben, die man hier nicht erwartet hatte. Zwei Schwarz-Gelbe, ordentlich angetütert und mit der immer noch angesagten Dorfdröhnung Korn-Cola in der Hand, verwandeln die königsblaue Glückseligkeit ruckzuck in die graue Wirklichkeit. Als Rosicky mit der Zehn auf dem Rücken auf "Asa" zuwankt und ihn zum Foto stellen will, wird der dienstälteste Schalker Profi richtig sauer. Er sagt nicht, "Verpiss Dich", wie nach ihm etliche Schalker, von denen eine Hand voll im üblichen Ultra-Outfit langsam heiß laufen, doch wenn Blicke töten könnten...

Ich bin dann mal weg, denkt der Beobachter vom RevierSport, bevor es hier was auf die Zwölf gibt.

Bis zum nächsten Trainingslager,

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