Ailton und der FC Schalke – ist die teuer erkaufte Liaison zwischen der launischen Diva aus Brasilien und dem Möchtegern-Volksclub aus dem Revier womöglich nur ein Desaster?

SCHALKE - „Freibad-Toni“ wird endgültig zum Ärgernis

hb
02. Mai 2005, 10:19 Uhr

Ailton und der FC Schalke – ist die teuer erkaufte Liaison zwischen der launischen Diva aus Brasilien und dem Möchtegern-Volksclub aus dem Revier womöglich nur ein Desaster?

Ailton und der FC Schalke – ist die teuer erkaufte Liaison zwischen der launischen Diva aus Brasilien und dem Möchtegern-Volksclub aus dem Revier womöglich nur ein Desaster?

So äußerte sich „Toni“ schon vor seinem Wechsel von Bremen nach Gelsenkirchen über seine neue Heimat. Es folgte die Unlust auf den UI-Cup, ein „Pitsch-Patsch“ gegen Rostock mit folgendem Fast-Doping-Fall und zuletzt der Sonderurlaub über Ostern. Ailton musste private Dinge in der Heimat regeln, der Verein zeigte sich kulant.

Nach der erneuten Eskapade am gestrigen Samstag deutet sich an, dass „Toni“ auf Schalke wirklich nicht glücklich werden kann. Beim ersten Treffer von Lincoln freute er sich noch telegen mit seinem Landsmann, das zweite Zauber-Tor interessierte ihn schon nicht mehr. Und während die Arena in der Schlussphase brodelte und Ailton mit den anderen Ersatzspielern zum Warmlaufen abkommandiert wurde, lümmelte der Spaß-Fußballer an einer Werbebande herum. „Das ist nichts Neues auf Schalke, sondern auch schon in Bremen so, dass er auf beleidigt macht, wenn er nicht rechtzeitig rein kommt“, runzelte Ralf Rangnick die Stirn. „Vom Spielverlauf hätte ich ihn bringen können, aber es macht keinen Sinn, einen Spieler zu bringen, der wie im Freibad auf dem Boden hockt“, spottete der S04-Coach.

Wegen einer bereits Anfang der Woche aufgetreten Erkältung saß Ailton zunächst nur auf der Bank. „Der Trainer hat mir am Freitag gesagt, dass ich nicht spiele, weil ich keine Kraft für 90 Minuten habe. Ich war ein bisschen krank, hatte eine Grippe“, schilderte der Stürmer die Lage aus seiner Sicht. „Aber ich dachte, dass ich 20 Minuten spielen kann. Ich habe nicht verstanden, warum ich nicht eingewechselt wurde“, rätselte „Toni“ und gab dann zu: „Ein bisschen sauer bin ich schon. Abends bin ich mit meiner Familie schön essen gegangen, um das zu vergessen.“

Diplomatische Töne, die dringend vonnöten sind. Ailton hat trotz seiner bisher 13 Saisontore sportlich enttäuscht. Eine Sonderbehandlung wird es nicht mehr geben. „Ob ich in Bielefeld wieder dabei bin, weiß ich nicht. Da musst du den Trainer fragen, ich frage ihn nicht“, teilte „Toni“ mit. „Am Dienstag ist Training, und da geht es für mich wieder von vorne los. Wir können jetzt auf Schalke kein Theater gebrauchen, nicht zwischen Ailton und dem Trainer und auch nicht zwischen mir und der Mannschaft.“

Autor: hb

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