Nachdem der Rekormeister Bayern München drei Spieltage vor Schluss die 19. Meisterschaft unter Dach und Fach gebracht hat, träumt Meistercoach Felix Magath bereits von weiteren Erfolgen mit seinem Team.

Magath will an Erfolge der Hitzfeld-Ära anknüpfen

01. Mai 2005, 13:44 Uhr

Nachdem der Rekormeister Bayern München drei Spieltage vor Schluss die 19. Meisterschaft unter Dach und Fach gebracht hat, träumt Meistercoach Felix Magath bereits von weiteren Erfolgen mit seinem Team.

Unmittelbar nach dem vorzeitigen Gewinn der 19. deutschen Meisterschaft träumt Bayern-Trainer Felix Magath bereits bereits von weiteren Erfolgen."Mein erster Titel soll nur der Anfang sein. Ich hoffe, in vier Wochen folgt mit dem Pokalsieg der zweite. Meine Zeit bei den Bayern soll so eine erfolgreiche werden, wie die meines Vorgängers Ottmar Hitzfeld", so der frischgebackene Meistertrainer.

Magath sprach von einer "Riesenerleichterung und Riesenfreude". Im Restaurant Seehaus im Englischen Garten starteten der Trainer und sein Team dann am Samstagabend ab 22.00 Uhr den "Meistertanz in den Mai". Mit einem Duplikat der "Salatschüssel" - das Original gibt es voraussichtlich beim Bundesliga-Heimspiel am 14. Mai gegen den 1. FC Nürnberg -, ihren Frauen bzw. Partnerinnen sowie ausgewählten Gästen sangen und tranken Magath und Co. noch bis etwa 4.30 Uhr in der Früh weiter. "Es war noch dunkel, als ich nach Hause kam", meinte Magath, der zur Feier des Tages sogar eine Lederhose angezogen hatte, am Sonntag: "Aber ansonsten kann ich mich an fast nichts mehr erinnern."

Kahn:" Ich habe im Stillen ein Fläschen aufgemacht"

Auch Kapitän Oliver Kahn, der in der Pfalz verletzt gefehlt hatte und der letzten Meisterfeier vor zwei Jahren fern geblieben war, jubelte diesmal mit. "Ich habe im Stillen ein Fläschchen aufgemacht und mich gefreut", sagte der National-Torhüter. Und selbst DFB-Kapitän Michael Ballack, der die Pressekonferenz nach dem Spiel noch geschwächt absagen musste ("Ich bin zu betrunken"), hatte beim Rückflug anscheinend wieder Kräfte gesammelt.

Einen "Ausfall" hatten die feiernden Bayern dann aber doch noch zu beklagen. Manager Uli Hoeneß zog sich beim Fluchtversuch vor den Weißbier-Duschern Mehmet Scholl und Hasan Salihamidzic einen Muskelfaserriss zu und musste, als er um 1.30 Uhr aus Mainz vom ZDF-Sportstudio zur Feier stieß, auf eine Tanzeinlage verzichten.

"Die Mannschaft wird jetzt zwei bis drei Wochen feiern"

In der Stunde des Triumphes gab sich Hoeneß aber großzügig. "Alle unsere 120 Angestellten bekommen ein Extra-Gehalt, und zwar von der Telefonistin bis zum Platzwart", sagte er und kündigte einen Party-Marathon an: "Die Mannschaft wird jetzt zwei bis drei Wochen feiern. Dann werden wir uns aber konzentriert auf das Pokalfinale gegen Schalke vorbereiten. Denn die Fans erwarten von uns, dass wir Schalke in dieser Saison noch schlagen." Die Bundesliga-Duell hatten die Königsblauen für sich entschieden, am 28. Mai steht in Berlin der dritte Vergleich auf dem Programm.

Auf die obligatorische Fete auf dem Marienplatz muss der FCB aber wohl verzichten - der Rathaus-Balkon ist wegen Renovierungsarbeiten gesperrt. Nach dem Spiel gegen Nürnberg am 14. Mai soll deshalb in der Allianz-Arena gefeiert werden.

Während die Planungen dafür hinter den Kulissen laufen, ließ Hoeneß am Samstag die Saison nochmal in aller Öffentlichkeit Revue passieren. "Mit Magath und der Mannschaft trafen anfangs Welten aufeinander", meinte er. Beim Champions-League-Spiel im September bei Maccabi Tel Aviv (1:0) habe er den Trainer beim Halbzeitstand von 0:0 angeschaut und gesagt: "Das darf doch nicht wahr sein." Erst das 4:0 gegen Ajax Amsterdam in der "Königsklasse" habe die Wende zum Guten eingeleitet - auch, weil sich Magath und die Spieler aufeinander zubewegt hätten.

Hoeneß glaubt fest an Pokalsieg

Hoeneß hält seine Bayern mittlerweile für so gefestigt, dass er fest von einem Sieg im DFB-Pokal-Finale gegen Schalke ausgeht. "Dreimal in einer Saison verlieren wir nicht gegen die", sagte er. In der kommenden Spielzeit sei mit Bayern ebenso zu rechnen - auch ohne Neuverpflichtungen. "Wir müssen nicht noch 17 Leute kaufen, sondern unsere Spieler an ihre Leistungsgrenze führen. Wir bekommen in Philipp Lahm einen Nationalspieler dazu und brauchen noch Ersatz für Robert Kovac in der Innenverteidigung. Das ist alles."

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