Im Interview: Werner Lehwald, Trainer des PSV Wesel

"Wir werfen die Flinte nicht ins Korn"

Thomas Ziehn
15. Dezember 2006, 13:37 Uhr

"Es ist ein verlorener Tag, an dem man nicht gelacht oder geschwitzt hat", das ist das Lieblings-Zitat von Werner Lehwald, Trainer des PSV Wesel. Mit viel Freude und harter Arbeit hat der A-Lizenzinhaber seine Mannschaft an die Tabellenspitze geführt und das soll nach Möglichkeit bis zum Saisonende so bleiben. Der 62-Jährige, ehemaliger Groß- und Außenhandelskaufmann bei Thyssen Krupp, kann sich dabei auf seine reichhaltige Erfahrung verlassen. Zuvor stand er unter anderem beim VfB Homberg, Jahn Hiesfeld und dem 1. FC Bocholt an der Seitenlinie. Wir sprachen mit Werner Lehwald über seine Vorsätze für 2007, Rückschläge im Aufstiegskampf und warum er gerne an einem anderen Tag zur Welt gekommen wäre.

revierkick.de: Hallo Herr Lehwald, vom zweiten bis zum elften Spieltag war Ihre Mannschaft nicht zu bremsen. Zehn Siege in Folge sind ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz. Ausgerechnet Aufstiegskonkurrent SuS Dinslaken 09 beendete die Serie beim 3:5. Kurze Zeit später wieder eine Niederlage (2:3) bei Dostlukspor Bottrop. Wie geht Ihre erfolgsverwöhnte Mannschaft mit solchen Rückschlägen um?

Lehwald: "Die von Ihnen angesprochene Serie war schon unglaublich. Ich denke, man muss lange in den PSV-Annalen suchen, bis man etwas derartiges noch einmal findet. Ich habe die Mannschaft vor der Saison bewusst unter Druck gesetzt, weil ich mir sicher war, mit dieser Mannschaft um den Aufstieg mitspielen zu können. Ich wollte nicht irgendwo im Mittelfeld herumdümpeln. Die Niederlage gegen Dinslaken war Antrieb für meine Mannschaft. Sie ist gestärkt daraus hervor gegangen. Das Spiel in Dostlukspor fand unter widrigen Umständen statt. Der Platz war sehr tief, wir hatten mit Verletzungen zu kämpfen und Dostlukspor war an diesem Tag einfach die bessere Mannschaft. Meine Mannschaft, die sich den Erfolg hart erarbeitet hat, hat beide Partien sehr gut weggesteckt. Insgesamt gesehen spielen wir bisher eine tolle Saison."

revierkick.de: Wer könnte neben Ihrer Mannschaft und Dinslaken noch in das Rennen um den Landesliga-Startplatz eingreifen?

Lehwald: "Wir befinden uns derzeit in einem moralischen Tief. Innerhalb weniger Tage haben mich zwei Hiobs-Botschaften erreicht. Dominik Schüring und Carsten Bossow, zwei meiner Leistungsträger, fallen mit Kreuzbandrissen lange Zeit aus. Dominik hatte sich gerade von einem Riss des Kreuzbands erholt und hat jetzt diesen Rückschlag erlitten. Auch Carsten wird wohl ein halbes Jahr lang ausfallen. Wir haben nur einen kleinen 15-Mann-Kader und können diese Verletzungen kaum kompensieren. Deshalb müssen wir abwarten, wie sich der Zweikampf mit Dinslaken entwickelt. Wir werden alles versuchen, aber die Ausfälle treffen uns sehr hart, da die Winterpause zeitlich nicht ausreicht, um die beiden Spieler wieder gesund zu machen."

revierkick.de: Sind denn nun Verstärkungen geplant?
[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_198.jpg Werner Lehwald und seine Mannschaft träumen vom Aufstieg in die Landesliga. Foto: revierkick.de[/imgbox]
Lehwald: "Wir haben mit Carsten und Dominik definitiv an Qualität verloren. Trotzdem kommen Verstärkungen nicht in Frage. Die Philosophie des Vereins ist es, auf die Jugend zu setzen. Das wird auch so bleiben. Wir werden versuchen, die Ausfälle mit unserer eigenen A-Jugend zu kompensieren."

revierkick.de: In Wesel wird derzeit fieberhaft an einer neuen Platzanlage für den PSV gearbeitet (revierkick.de berichtete). Motiviert das zusätzlich?

Lehwald: "Das wäre für den Verein, das Umfeld und die Region eine ganz tolle Sache, einen Landesligisten präsentieren zu können. Und dann noch auf so einer tollen Anlage. Wir werden die Flinte nicht ins Korn werfen und alles daran setzen, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen."

revierkick.de: Am Samstag stellt sich um 14.15 Uhr die DJK 97 Bocholt im PSV-Stadion vor. Mit einem "Dreier" würden Sie in jedem Fall auf dem ersten Platz überwintern. Wie soll das gelingen?

Lesen Sie auf Seite zwei, warum Werner Lehwald bei Rudi Gutendorf durchfiel und er sein Geburtsdatum verflucht.

Autor: Thomas Ziehn

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