Die Rückkehr zu Freitagsspielen und andere bereits angedachte DFL-Reformen will das Bündnis aktiver Fussball-Fans (Baff) nicht kampflos hinnehmen. Sprecher Matthias Bettag kündigte

Fans protestieren gegen "Salami-Liga"

ds
25. April 2005, 19:07 Uhr

Die Rückkehr zu Freitagsspielen und andere bereits angedachte DFL-Reformen will das Bündnis aktiver Fussball-Fans (Baff) nicht kampflos hinnehmen. Sprecher Matthias Bettag kündigte "garantierte Proteste" an.

Das Bündnis aktiver Fußball-Fans (Baff) droht im Falle der Umsetzung der angedachten Zerstückellung der Bundesliga-Spieltage mit massivem Widerstand. Es werde "garantierte Proteste in den deutschen Ligen mit gewaltigen Aktionen" geben, kündigte Matthias Bettag (Berlin) vom Baff an. Hintergrund ist die neu entfachte Diskussion über die Rückkehr zu Freitagsspielen und die Einführung eines Samstagmittag-Termins. Außerdem ist im Gespräch, dass die Zusammenfassung von der Bundesliga im Free-TV erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgestrahlt wird. Ziel: Mehr Exklusivität für den Pay-TV-Sender Premiere.

Rummenigge: "Wirtschaftliche Notwendigkeit"

Am Wochenende hatte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge auf die wirtschaftliche Notwendigkeit gesteigerter Fernsehgelder hingewiesen. Im europäischen Vergleich mit den Top-Ligen in Spanien, England, Italien und Frankreich rangiert die Bundesliga in Sachen TV-Geldern abgeschlagen auf dem letzten Platz.

"Es kann nicht sein, dass der Fußball nur noch wirtschaftliche Zwecke erfüllt und der asiatische Markt wichtiger wird als der deutsche", sagt Bettag im Hinblick auf die angedachte Einführung eines 13.00-Uhr-Spiels am Samstag, das in Asien zur besten Fernsehzeit live übertragen werden könnte. Die Stückelung sei für die Fans eine Zumutung.

Umdenken der DFL unwahrscheinlich

Schon einmal wehrten sich die Fans mit der Aktion "Pro 15:30" erfolgreich gegen die Umgestaltung des Spielbetriebs. Ob sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) noch einmal davon abbringen lässt, scheint angesichts der internationalen Entwicklung höchst fraglich.

Bettag allerdings warnt: "Als sich die Bundesliga beim letzten Mal dem Pay-TV so anvertraut hat, endete das in einer schweren Krise." Durch die Pleite der KirchMedia im Jahr 2002 waren den Profiklubs in zwei Jahren rund 240 Millionen Euro weggebrochen.

Bettag ist sicher, dass die in Erwägung gezogene Verlegung der Bundesliga-Zusammenfassung im Free-TV nach 22.00 Uhr am Samstag einen Sturm der Entrüstung vor allem auch beim Fernseh-Fußballfan auslösen wird. "SAT.1 ist schon einmal mit dem Versuch um 20.15 Uhr gescheitert." Die DFL hat den Beginn der Ausschreibung für einen neuen Fernsehvertrag auf das dritte Quartal datiert.

Autor: ds

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