SCHALKE - Gelsenkirchener Barock und mediale Moderne

hb
21. April 2005, 12:07 Uhr

Die ersten gut 1.000 Besucher staunten nicht schlecht, als sie in die Ahnenhalle des FC Schalke schritten. Im seit einer Woche neu eröffneten Vereinsmuseum, das sein Zuhause nun in der Arena hat, empfängt den Besucher auf 600 m² blau-weiße Nostalgie pur.

Die ersten gut 1.000 Besucher staunten nicht schlecht, als sie in die Ahnenhalle des FC Schalke schritten. Im seit einer Woche neu eröffneten Vereinsmuseum, das sein Zuhause nun in der Arena hat, empfängt den Besucher auf 600 m² blau-weiße Nostalgie pur.

Ob es das Zimmer im echten Gelsenkirchener Barock-Stil ist oder der auf hoch modernen Flachbild-Schirmen projizierte Bau des königsblauen Tempels: „Hier stellt sich der gedämpfte Ton ein, wie er einfach zu einem Museum gehört“, findet Rudi Assauer. Und nicht nur der Manager „spürt gleichzeitig die Faszination, die von einem Stadion wie der Arena ausgeht“, hält der S04-Manager den neuen Standort der Ausstellung für optimal.

Pikanterweise sind die heiligen Hallen vor allem für die auswärtigen Fans einfach erreichbar. Denn der Weg ins Museum führt über das Treppenhaus 12 in der Osttribüne, hat man dort den Eingang passiert, blickt man genau über den Stehblock der Gäste-Anhänger in die Arena.

Keine Frage, hier sollen nicht nur mit dem Schalke-Bazills infizierte Fußball-Freunde angesprochen werden. „Der Zulauf wird gerade an den Spieltagen besonders groß sein. Und wir haben überhaupt nichts dagegen, wenn sich Fans mit schwarz-gelbem oder rot-weißem Schal hier umschauen“, betont S04-Pressespecher Gerd Voss, einer der beiden Geschäftsführer der Schalke-Museums GmbH.

Der andere, Stephan Ehrenteit, hat an den ersten beiden Öffnungstagen bereits 20 Gruppen à 25 Leuten durch die ehrwürdigen Räume geleitet. „Im letzten Jahr haben etwa wir 85.000 Menschen eine Stadion-Tour gebucht, in der die Besichtigung des Museums am Info-Center inklusive war. Das Angebot haben etwa ein Viertel genutzt“, glaubt Ehrenteit, dass diese Zahlen an dem neuen, schönen Standort erheblich gesteigert werden kann. „Wir haben rund um die Spiele und das Museum einen kleinen königsblauen Tourismus erlebt. Neben der Arena als Herzstück des Vereins hat das Museum ein eigenes Leben gewonnen“, weiß Voss.

Öffnungszeiten:
Di.- Fr., 10-19 Uhr, Sa./So., 10-17 Uhr
Preise:
Erw. 4,- Euro, Jug.(6 bis 21 Jahre) 2,-

Innerhalb von zwei Wochen schleppten die fleißigen Helfer der Museums-Abteilung UEFA-Cup, Meisterschale von 1958 und Hunderte andere wertvolle Vereins-Devotionalien vom ehemaligen Standort am Info-Center in den neuen Bereich in der Arena. Inklusive der Umbau-Arbeiten entstand das neue Schalke-Museum in nur zwei Monaten. Die Investition hierfür dürfte im hohen fünfstelligen Euro-Bereich liegen.

In den Räumlichkeiten, die nun das Schalke-Museum beherbergt, wurden beim Champions League-Finale zwischen dem FC Porto und AS Monaco vor einem Jahr die VIP’s der Monegassen verköstigt. „Danach stand die Fläche leer. Jetzt ist die letzte Baulücke in der Arena geschlossen“, erklärt Museums-Geschäftsführer Gerd Voss.

Die Studie „der FC Schalke 04 in der Zeit des Nationalsozialismus“ wird in Bälde auf einer eigenen großen Tafel dokumentiert. Auch die Schalker Elf des Jahrhunderts muss noch ihren Platz finden. „Ein Museum ist nie fertig, es wächst ständig und wird immer wieder mit neuen Ausstellungs-Stücken erweitert“, denkt Voss, dass sich ein mehrmaliger Besuch des Schalkes-Museums lohnt.

Gleich nebenan steht der „Glückauf-Club“, in dem sich bei Heimspielen die Edelfans mit Fußball und leckeren Speisen verwöhnen lassen. Gegenüber, in der Nordkurve, heißt der Business-Bereich „Tibulsky“. Noch, denn die Namen der beiden VIP-Clubs werden in Kürze gegenseitig getauscht.

Autor: hb

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