Kaum hatte ich meinen letzten Fanblog hier in unser Redaktionssystem gestellt, da machten sich erste Kollegen bereits ernsthafte Sorgen um mich.

Der MSV-Fanblog

Traum-Aufstellung, erster Sonnenstrahl in Sicht

Moritz Rieckhoff
03. Juli 2009, 13:02 Uhr

Kaum hatte ich meinen letzten Fanblog hier in unser Redaktionssystem gestellt, da machten sich erste Kollegen bereits ernsthafte Sorgen um mich.

So befürchtete man nach meiner erneuten "Depri-Kolumne" vor allem im Büro gegenüber, dass mein freiwilliges Ableben kurz bevor stünde. Um dies zu verhindern hielt mein besonders besorgter Schreibtisch-Nachbar mir nun einen Vortrag über die Vorzüge des momentanen Zebra-Kaders. Und ganz langsam erblickte ich tatsächlich den ersten kleinen Sonnenstrahl in Sachen "MSV 2009". So hatten wir die letzten Jahre immer den kompletten Austausch des Kaders zu verdauen. Gefühlten zwanzig Abgängen standen zumeist ebenso viele Zugänge gegenüber. Diese, von den meisten Fans immer wieder kritisierte, Entwicklung scheint in diesem Sommer auszubleiben.

Bislang hat der MSV mit Makiadi, Brzenska, Christ, Heller und Caceres nur fünf Kicker abgeben müssen. Ob Ben-Hatira bleibt, steht allerdings noch in den Sternen, momentan ist der Flügelflitzer wieder zurück an der Elbe. Und auch Starke, Wagner und Kouemaha sind für mich derzeit noch Wackelkandidaten. Im Falle unseres Torhüters stehen die Chancen auf einen Verbleib aber ganz gut, der derzeitigen Flaute auf dem Transfermarkt (gerade in Sachen Torhüter) sei Dank. [infobox-right]Zebrastreifen weiß und blau - der MSV-Fanblog
Zugegeben recht spät im Alter von 14 Jahren stand Moritz das erste Mal auf den Treppen des Duisburger Wedaustadions. Die damalige Südgerade gefiel dem Jungen, der 1989 mit seiner Mutter und seinen zwei Geschwistern aus Stuttgart in den "Pott" gekommen war, nicht so recht. Zu kalt, zu nass und viel zu wenig los. Also wechselte Moritz das Terrain. In der legendären Duisburger Nordkurve war es zwar nicht trockener als auf dem alten Platz und selbstverständlich pfiff auch hier der Wind recht frisch, dafür war die Stimmung deutlich besser. Der MSV ist zwar längst zu dem geworden, was sich so harmlos klingend "Fahrstuhl-Mannschaft" nennt, doch Moritz ist den "Zebras" dennoch - oder vielleicht gerade deshalb - treu geblieben und legt nun wöchentlich in seiner Fan-Kolumne Zeugnis über sein blau-weißes Gefühlsleben ab
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Schlechter sieht es da bei Duisburgs bestem Stürmer der abgelaufenen Runde aus. Kommt ein gutes Angebot, ist der Kameruner weg. Oder geht doch Wagner? Den U21-Europameister sollen die Londoner vom FC Fulham auf dem Zettel haben. Doch die Vorraussetzung für den Verkauf des einen oder anderen Offensiven, wäre das Finden einer adäquaten Ersatzkraft. Womit wir bei den Neu-Kickern im "Zebra-Look" wären.

Einen aussichtsreichen Kandidaten schien Manager Hübner in Person des Tschechen Strihavka bereits gefunden zu haben. Doch dann das: Viktoria Pilsen als abgebender Verein möchte nun doch mehr "Kohle" für den "Sturmtank" als eigentlich vereinbart war. Der Ärger in Duisburg ist groß. So stellt etwa Hübner verwundert und angesäuert fest, dass etwaige Absprachen inklusive eines Handschlags im Fußball nichts mehr zählten. Eine wirklich neue Erkenntnis sieht anders aus.

Verwunderlich ist auch, dass Trainer Peter Neururer von einer Vereinbarung sprach, die beide Seiten unterschrieben hätten. In diesem Zuge brachte der Linienchef auch Gerichtshöfe ins Spiel, die unserem Klub in einem Rechtsstreit um den Goalgetter wohl Recht geben würden. Ganz schön theoretisch die ganze Geschichte. Und dazu noch wenig transparent. Denn schließlich macht es einen Unterschied, ob es nun ein per Handschlag getroffenes Abkommen zwischen den Parteien gibt oder einen schriftlich fixierten Vertrag.

Zwar sind auch mündliche Vereinbarungen zumeist rechtswirksam (Ausnahmen gibt es z.B. beim Grundstückkauf), die Beweisbarkeit ist allerdings schwierig. Deshalb stellt sich mir die Frage: Existiert nun eine schriftliche Vereinbarung oder hat man sich lediglich auf das Wort der Viktoria-Verantwortlichen verlassen? Wäre Option eins, gepaart mit dem unbedingten Willen Strihavkas zum MSV zu kommen, der Fall, so weiß ich nicht, warum man die Sache nicht schnellstmöglich in Angriff nimmt.

Derweil gebe ich schon einmal meine Traum-Aufstellung (gemessen an den bestehenden Möglichkeiten) für die kommende Runde bekannt: In der Kiste möchte ich Tom Starke sehen. Die Innenverteidigung bilden Schlicke und Fahrenhorst. Rechtsaußen steht bei mir Bernd Korzynietz (mit all seiner Erfahrung!). Die linke defensive Flanke verteidigt Oliver Veigneau.

Im zentralen Mittelfeld sehe ich in Bodzek (als 6er) und Yankov (als klassischen Spielmacher hinter den Spitzen) zwei Aktive, von denen der eine (Bodzek) für die Lauf- und Drecksarbeit verantwortlich seien soll, während der Bulgare die kreativen Akzente im Duisburger Angriffsspiel setzt. Flankiert werden die beiden "Zentralen" dabei von Ben-Hatira oder Sahan (links) und Tiffert auf der rechten Außenbahn.

Komplettiert wird das von Neururer bereits angekündigte 4-4-2-System von Wagner und Kouemaha. Wobei zu bedenken ist, dass in den Sturm mit Sicherheit noch einmal Bewegung kommen wird. Schon morgen spielt der MSV in Dinslaken. Mit an Bord sind dann zwei neue Stürmer.

Im Bestfall geben die beiden neuen "Jungs" Grund zur Freude. Auf das aus meinem ersten kleinen Sonnenstrahl bald ein ausgewachsener Sommer wird.

Autor: Moritz Rieckhoff

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