Höhepunkt der Einweihungsfeierlichkeiten für den Kunstrasen in der Stausee-Kampfbahn war nicht der Kick der Bezirksligatruppe gegen Preußen Münster.

Promis bei Alten Herren

"Metze" und Pinto zu Besuch

Benjamin Neumann
03. Juli 2009, 08:43 Uhr

Höhepunkt der Einweihungsfeierlichkeiten für den Kunstrasen in der Stausee-Kampfbahn war nicht der Kick der Bezirksligatruppe gegen Preußen Münster.

Denn noch viel mehr begeisterte das Spiel der Altherren des TuS gegen die „Oldies“ der Spvg. Erkenschwick am frühen Samstagabend. Mit Christoph Metzelder und Sergio Pinto schnürten gleich zwei frühere Halterner Jugendspieler und heutige Profis die Fußballschuhe für einen Kurzauftritt auf dem neuen Rasen. Kaum auf dem Platz, zeigten beide ihr fußballerisches Können und trugen sich prompt auch in die Torschützenliste ein. Metzelder markierte den Ausgleich zum 1:1 und der Hannoveraner Pinto den 2:2 Ausgleichstreffer.

„Schade, dass dieser glorreiche Moment nicht auf Video festgehalten wurde“, scherzte Metzelder über seinen Torerfolg und fügte an: „Es hat Spaß gemacht mit Leuten zusammen zuspielen, bei denen man früher selbst als Zuschauer zugeschaut hat.“

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Der Innenverteidiger von Real Madrid stand nicht nur bei den Altherren im Fokus des Interesses sondern auch bei den jüngeren Besuchern hoch im Kurs. So manchen Jugendkicker zeigte er die Tricks eines Profis und kickte mit anderen wiederum begeistert auf einem Kleinfeld auf dem Rasenplatz. Besonders bei den jungen weiblichen Fans waren Autogramme und Erinnerungsfotos mit dem 47-fachen deutschen Nationalspieler heiß begehrt.

Bis 1995 spielte Metzelder in der Jugend des TuS und ist nach wie vor eng mit seinem Heimatverein verbunden. „Immer wenn ich in Deutschland bin, versuche ich nach Haltern zukommen. Noch bis zum 6. Juli bin ich in der Stadt und werde im Rahmen meiner aktiven Erholung auch noch die ein oder andere Runde um den Stausee laufen“, erläuterte der 28-Jährige.

Metzelder startete ein einzigartiges und sehr ehrgeiziges Projekt, um dem TuS Haltern zu helfen. Dessen Ziel ist die Übertragung professioneller Strukturen auf einen Fußball-Bezirksligisten, die Weitergabe persönlicher Erfahrungen sowie die Kontaktvermittlung aus dem Netzwerk des Profifußballs.

Helfen soll dabei ein Team von Experten aus den Bereichen Fußball, Wirtschaft, Recht, Finanzen und Marketing. Erste Früchte des Projekts sind nun in der Stausee-Kampfbahn sichtbar. Für 600.000 Euro baute der Klub in Eigenregie einen kompletten Kunstrasenplatz. Auch die Stadt Haltern zeigte sich engagiert und spendierte dem Verein noch einen neuen Rasenplatz. „Christoph Metzelder unterstützt uns als Zugpferd. Ohne seine Strahlkraft hätten wir das nie hinbekommen. Auch Sponsoren, die wir sonst nie an Land gezogen hätten, sind nun dazugekommen“, freute sich Ronald Schulz, Projektleiter Fußball des TuS.

Auch die nächsten Projekte befinden sich schon konkret in Planung. „Wir planen neben weiteren Investitionen in die Infrastruktur auch eine gezielte Weiterbildung der Trainer, um vor allem im Jugendbereich einen möglichst hohen Grad an Ausbildungskompetenz zu erreichen. Außerdem wollen wir in dieser Saison die Ausrüstung aller Teams - vom Trikot bis zum Trainingsanzug – einheitlich komplettieren“, erläuterte Metzelder die als nächstes bevorstehenden Aufgaben.

„Hier wird durch viel Engagement jede Menge bewegt“, zeigte sich der frühere Schalker-Mittelfeldakteur Sergio Pinto begeistert. „Für so eine kleine Stadt wie Haltern ist dies nicht selbstverständlich.Wir können uns bei Christoph bedanken. Er hängt sehr an dem Verein und der Stadt. Es gibt nicht viele Fußballer, die sich so stark für ihre Heimat engagieren“, weiß der 28-Jährige zu berichten.

Die zweitägigen Feierlichkeiten lockten insgesamt 1.500 Menschen auf die Sportanlage und endeten mit dem Freundschaftsspiel der ersten Mannschaft des TuS gegen Preußen Münster. Nicht auf dem neuen Kunstrasenfeld, sondern auf dem alten Rasenplatz, war der Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften deutlich zu sehen. So zog die Elf von Spielertrainer Daniel Haxter gegen die Münsteraner gleich mit 8:0 den Kürzeren.

Autor: Benjamin Neumann

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