Nein, spektakuläre Treppenläufe für die Fotografen sucht man beim VfL seit dem Trainingsauftakt am vergangenen Samstag vergebens.

VfL: Marcel Koller rechnet nur mit einem Stürmer

Wahrscheinlich wird es Dedic

02. Juli 2009, 08:22 Uhr

Nein, spektakuläre Treppenläufe für die Fotografen sucht man beim VfL seit dem Trainingsauftakt am vergangenen Samstag vergebens.

Aber wer in die verschwitzten und müden Gesichter der Profi s blickt, der weiß auch, dass sie derzeit leiden müssen. Seit Samstag standen täglich jeweils zwei Einheiten auf dem Programm. Und die hatten es in sich. So war Mittwochvormittag erst nach einer Stunde und 51 Minuten Schluss. Immerhin endete die Quälerei bei Temperaturen über 30 Grad mit einem Lob des Trainers: „Das war sehr gut, prima!“

Und weil der Schweizer so zufrieden ist, dürfen die Spieler am Donnerstagnachmittag zur Regeneration zu Hause bleiben. Marcel Koller: „Sie arbeiten gut, auch die Spielformen haben viel Kraft gekostet. Freitagmorgen geht es weiter.“ Und dann steht ja auch schon das Trainingslager vor der Tür. In dem Marcel Koller die zwingend notwendige Laufarbeit mit Balltraining und taktischen Übungen verbinden wird.
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Das große Plus des VfL: Mit Andreas Johansson, einem taktisch perfekt ausgebildeten Mittelfeldspieler, verfügt der VfL bisher nur über einen Neuzugang. Womit das obligatorische Kennenlernen zu Beginn einer Saison quasi entfällt und Koller auf einen eingespielten, funktionierenden Kader zurückgreifen kann. „Man muss nicht jedes Jahr fünf, sechs neue Spieler dazu holen. Wir verfügen zur Zeit über ein Team, das sehr gut harmoniert“, betont Koller. Der Trainer kennt zudem alle Stärken und Schwächen seiner Spieler und die Profis haben ihrerseits die „Denke“ des Coach verinnerlicht.

Koller: „Natürlich habe ich Werte und Erfahrungen, auf die ich zurückgreifen an. So herrscht keine Hektik und Nervosität und ich kann alles besser einschätzen.“ Der Trainer würde sich dennoch über Verstärkung für den Angriff freuen. Koller: „Als Trainer hofft man natürlich auf zwei Stürmer. Aber realistischer ist derzeit, dass nur einer kommt.“ Und da hat Thomas Ernst die Hoffnungen noch nicht aufgegeben. Allerdings ist seit Wochenbeginn der Transfer von Etien Velikonja eher unwahrscheinlich geworden.
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Der slowenische Torschützenkönig (17 Treffer) hat eine Vereinbarung mit seinem Klub, die ihn zu 40 Prozent an einer möglichen Ablösesumme partizipieren lässt. Sein Klub Gorica verlangt aber eine Ablösesumme ohne Abzüge. Zwar beteuert der Spieler, gerne nach Bochum wechseln zu wollen. Aber um gemeinsam mit dem VfL eine Lösung zu finden, ist er offensichtlich nicht bereit.

Und so dürfte sich das Hauptaugenmerk auf Zlatko Dedic von Frosinone Calcio (Italien, Serie B) richten. Auch Mittwoch rissen die Verbindungen nicht ab, gab es ständigen E-Mail-Kontakt mit Italien. Und so könnte es doch noch klappen, dass pünktlich zum Trainingslagerstart am Sonntag ein weiterer Stürmer den VfL-Kader komplettiert. Schließlich gibt es ja am Sonntag um 17 Uhr im Letzigrund-Stadion das erste Testspiel gegen den FC Zürich.

Neben den Nationalspielern Hashemian, Yahia und Grote wird auch Philipp Bönig (Lauftraining nach Leisten-OP) nicht zur Verfügung stehen. Und so plant Koller für die ersten beidenTests, möglichst alle Spieler zum Einsatz zu bringen und sowohl gegen Zürich als auch gegen St. Gallen in der Halbzeit komplett durchzuwechseln.

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