SGE/FCR: Defensiv-Festung gegen Horror-Sturm

og
10. April 2005, 13:02 Uhr

Revier-Knaller! Aufsteiger SGE Schönebeck empfängt den FCR 2001 Duisburg. Tatort: Sportanlage am Stoppenberger Hallo - Anstoß: 14 Uhr. Die Vorgaben könnten unterschiedlicher nicht sein:

Revier-Knaller! Aufsteiger SGE Schönebeck empfängt den FCR 2001 Duisburg. Tatort: Sportanlage am Stoppenberger Hallo - Anstoß: 14 Uhr. Die Vorgaben könnten unterschiedlicher nicht sein: Schönebeck kämpft um den Klassenerhalt, eine Aussicht, die der Club eigentlich schon länger zu den Akten gelegt hatte, jetzt aber ein böses Erwachen erlebt. "Ich wollte vor der Spielzeit einen Big Point landen, gegen eines der großen Teams einen Punkt holen. Das Match gegen Duisburg ist für meine Truppe in dieser Hinsicht die letzte Chance", grübelt Coach Ralf Agolli. Allerdings ist der 43-Jährige kein Fantast: "Jeder weiß, die folgenden Spiele in Hamburg und dann zuhause gegen Wolfsburg haben richtige Bedeutung. Da muss meine Mannschaft etwas holen, das wissen auch alle."
Der Pottnachbar Duisburg will am Ende der Spielzeit Rang zwei der Bundesligatabelle belegen, hat dementsprechend im Fernduell mit dem Konkurrenten Potsdam keinen Punkt zu verschenken. Zweifel daran, dass der 1.FFC Frankfurt Deutscher Meister wird, bestehen keine mehr. "Den Wunsch meines Kollegen kann ich verstehen", nickt FCR-Coach Jürgen Krust ab, "die SG hat eine gut besetzte Mannschaft, wir wollen die SG-Hoffnung aber nicht erfüllen." Agolli grübelt noch, welche Abwehr-Festung er dem Duisburger Horror-Sturm Shelley Thomspson und Inka Grings entgegen setzen kann. Krust: "Die SG-Defensive ist prima besetzt." Carina Chojnacki fällt für die Viererkette aus. Agolli: "Dani Arndt wird wohl auflaufen, ich überlege, ob ich eine Dreierkette mit einem absichernden Libero aufbiete." Der Grund ist klar: Agolli: "Insbesondere eine Shelley Thompson geht ab wie ein Zäpfchen." Echtes und passendes "Ruhri"-Deutsch.
Die Agolli-Ankündigung in Richtung Konkurrent ist aber eindeutig: "Klar ist der FCR heiß auf uns, aber meine Mädels sind auch aufgeladen." Übersetzt: 90 brennende Minuten. Weil natürlich zwischen den Clubs ein gegenseitiger "Blutaustausch" stattfand. "Bei der SG stehen zwölf ehemalige Duisburgerinnen im Kader. Ich hoffe, die Emotionen kochen nicht über", hat Krust durchgerechnet. Im Winter wechselte Steffi Mpalaskas vom FCR zur SGE, jetzt wurde Melanie Hoffmann, gleichfalls Ex-Duisburgerin, von Agolli aus dem Hut gezaubert. Der ehemalige Krayer: "Sie hat nun einige Trainingseinheiten hinter sich, das wird noch besser als in Freiburg." Wo die SGE 0:2 verlor, "jedoch überzeugte", überlegt Agolli, der heute "auf 1000 Zuschauer" hofft. Krust hat natürlich seine Quellen: "Freiburg hatte viel Glück, den Sieg zu landen. Melanie war die beste Spielerin in dieser Begegnung." Dementsprechend könnte es bei der Änderung Arndt für Chojnacki bleiben, auch "wenn Mirja Kothe im Training mächtig Gas gibt." Kein Wunder, auch Kothe lief bereits für den FCR auf.
Kothe plant eine Weiterbildung, muss das in Zukunft mit der Trainingsbeteiligung koordinieren. Und die Einheiten sollen mit Bundesliga-Anspruch stattfinden. Agolli: "Logisch, wir leisten unglaubliche Aufbauarbeit, das bestätigt jeder, der bei uns zu Gast ist." Krust, aus dessen Truppe Jennifer Oster und Christa Schäpertöns verletzungsbedingt wackeln, eine Virpi John überhaupt nicht mehr zur Verfügung steht, wird das Ambiente auch zu schätzen wissen. Blenden wird man den 61-Jährigen damit aber nicht: "Schönebeck macht uns das Leben bestimmt sauer. Das wird ein interessantes Duell, ich erwarte aber nicht, dass es ein schönes Spiel gibt."

Autor: og

Kommentieren