Der VfB Stuttgart hat dem FC Schalke 04 im Meisterrennen der Bundesliga einen bitteren Rückschlag verpasst. Die Schwaben bezwangen die Königsblauen durch drei Treffer von Kevin Kuranyi mit 3:0 und wittern Morgenluft.

Kuranyi schießt Schalke im Alleingang ab

us
09. April 2005, 17:54 Uhr

Der VfB Stuttgart hat dem FC Schalke 04 im Meisterrennen der Bundesliga einen bitteren Rückschlag verpasst. Die Schwaben bezwangen die Königsblauen durch drei Treffer von Kevin Kuranyi mit 3:0 und wittern Morgenluft.

Nationalstürmer Kevin Kuranyi hat seine Torflaute nach 569 Minuten eindrucksvoll beendet und Bundesligist VfB Stuttgart im Titelrennen neue Hoffnung geschenkt. Der 23-Jährige sorgte beim 3:0 (1:0) gegen Mitfavorit Schalke 04 mit seinen Saisontoren Nummer zehn bis zwölf (15., 47. und 63.) praktisch im Alleingang für den verdienten Triumph der Schwaben im Duell der Jäger von Spitzenreiter Bayern München. Während Stuttgart seinen fünften Sieg in Serie feierte, mussten die am Ende durch eine Gelb-Rote Karte gegen Lincoln (66./wiederholtes Foulspiel) dezimierten Königsblauen erneut einen Rückschlag im Kampf um ihre erste Meisterschaft seit 47 Jahren hinnehmen und liegen auf dem zweiten Platz nur noch zwei Punkte vor dem VfB.

Vor 46.000 Zuschauern im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion zeigten beide Teams zunächst viel Respekt voreinander. Während die Gäste als bislang auswärtsstärkste Mannschaft der Liga im ersten Abschnitt große Probleme mit der dicht gestaffelten und gut organisierten VfB-Abwehr hatten und nur durch Ailton, dessen Schuss von Alexander Hleb auf der Linie geklärt wurde, zu einer sehr guten Chance kamen (28.), übernahmen die Schwaben nach rund zehn Minuten die Initiative und hätten bereits vor Kuranyis erstem Treffer in Führung gehen können. Doch einen Kopfball von Christian Tiffert entschärfte Schalkes Keeper Frank Rost. Ein kapitaler Abwehrfehler des Ex-Stuttgarters Marcelo Bordon, der bei einer Flanke von Tiffert im Fünfmeter-Raum über den Ball trat, begünstigte danach Kuranyis Führungstreffer.

Pander erleidet Bänderriss

Schalkes Coach Ralf Rangnick, der zwischen 1999 und 2001 einst selbst Trainer beim VfB war, veränderte sein Team im Vergleich zum 4:1 gegen den 1. FC Nürnberg auf zwei Positionen. Für das gesperrte Abwehr-Ass Mladen Krstajic rückte Dario Rodriguez neben Bordon in die Innenverteidigung. U21-Nationalspieler Mike Hanke bekam nach seinem "Doppelpack" gegen den FCN für den verletzten Ebbe Sand (Nasenbeinbruch) eine Chance von Beginn an. Zudem musste Linksverteidiger Christian Pander in der 37. Minute mit einem Innenbandanriss ausgewechselt werden.

Dagegen musste VfB-Trainer Matthias Sammer nur auf Stammspieler Markus Babbel (Gelb-Sperre) verzichten, Nationalspieler Philipp Lahm feierte nach dreimonatiger Verletzungspause (Mittelfußbruch) bei seiner Einwechslung (69.) sein Comeback.

Kuranyi ohne Mühe

Rangnick vertraute auch nach der Pause der Formation, die bereits zuvor nicht überzeugen konnte. Allerdings schienen die Schalker mit ihren Gedanken noch in der Kabine zu sein, als Stuttgarts Nationalverteidiger Andreas Hinkel den völlig frei stehenden Kuranyi bediente, der keine Mühe hatte per Kopf für die Vorentscheidung zu sorgen. Kurz darauf machte der Stürmerstar mit seinem dritten Treffer den Erfolg der Hausherren perfekt.

Autor: us

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