Nachdem Kurt Jara am Mittwoch beim 1. FC Kaiserslautern zurücktrat, werden die Spekulationen um einen möglichen Nachfolger immer lauter. Doch der Top-Kandidat Bruno Labbadia konzentriert sich erstmal auf Darmstadt 98.

Labbadia heißer Kandidat auf Jara-Nachfolge

07. April 2005, 14:24 Uhr

Nachdem Kurt Jara am Mittwoch beim 1. FC Kaiserslautern zurücktrat, werden die Spekulationen um einen möglichen Nachfolger immer lauter. Doch der Top-Kandidat Bruno Labbadia konzentriert sich erstmal auf Darmstadt 98.

Nach dem vorzeitigen Abgang von Coach Kurt Jara beim Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern wird vielerorts über einen möglichen Nachfolger spekuliert. Bruno Labbadia gilt als der heißeste Kandidat auf die Nachfolge des Österreichers ab der kommenden Saison. Doch dem zweifachen Nationalspieler ist der Trubel um seine Person momentan gar nicht recht. "Das ist genau das, was ich derzeit nicht gebrauchen kann. Ich bin so beschäftigt, dass ich nicht nach links und rechts schaue. Das kommt mir total ungelegen", erklärte der Trainer des Regionalligisten Darmstadt 98 dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Mit dieser Rolle will sich Labbadia, der den Aufsteiger Darmstadt auf den vierten Tabellenplatz geführt hat und am Samstag im Spitzenspiel auf Tabellenführer Kickers Offenbach trifft, aber so gar nicht anfreunden. Der 39-Jährige, der den Job beim damaligen Oberligisten im Jahr 2003 angetreten hat, befürchtet Auswirkungen auf die Leistung seines Teams. "Ich will keine Diskussion haben, denn meine Mannschaft ist mir momentan am wichtigsten", sagte der frühere Torjäger, der zwischen 1988 und 1991 für die "Roten Teufel" stürmte und in 67 Spielen 20 Tore erzielte.

Publikumsliebling Labbadia

In dieser Zeit wurde Labbadia deutscher Meister und Pokalsieger mit den Pfälzern. Nicht zuletzt seine damalige Rolle als Publikumsliebling würde für den Ex-Profi von Bayern München sprechen. Vor allem auch deshalb, weil Jara unter anderem an seinem schlechten Verhältnis zu den Fans gescheitert ist. Dennoch bleibt Labbadia zurückhaltend. "Zu den Vereinen, bei denen man Erfolg hatte, gibt es natürlich ein besonderes Verhältnis. Aber man muss als Trainer auch Qualität haben. Allein die Tatsache, dass man da schon mal gespielt hat, nützt nichts", meinte der Coach.

Bei aller Zurückhaltung denkt Labbadia, der zuletzt vor wenigen Wochen beim Sieg des FCK gegen Borussia Mönchengladbach auf der Tribüne des Fritz-Walter-Stadion saß, aber trotzdem an einen Karrieresprung: "Natürlich kann ich mir vorstellen, die Leiter hochzugehen. Es ist in gewisser Weise auch sehr schön, gehandelt zu werden. Aber für mich zählt derzeit nur 98."

Nicht nur auf der Tribüne, sondern schon fast auf dem Trainerstuhl der Lauterer saß Labbadia im Oktober des vergangenen Jahres, als nur der Last-Minute-Sieg über Arminia Bielefeld den Job von Jara rettete. Der Rückblick auf die damalige Situation macht den ohnehin als nett und umgänglich bekannten Labbadia noch sympathischer. "Ich habe damals einen Luftsprung gemacht, als der FCK gewonnen hat. Der Erfolg des Vereins liegt mir mehr am Herzen, als einen Job zu bekommen", erklärte der Trainer und stellte im gleichen Atemzug noch einmal klar: "Ich habe zum jetzigen Zeitpunkt keinen Kontakt und werde mich nicht an Spekulationen beteiligen."

Interimscoach Moser mit erstem Training zufrieden

Der mögliche Vorgänger Labbadias verabschiedete sich am Donnerstagmorgen von der Mannschaft. Um 9.17 Uhr fuhr Jara ein letztes Mal auf dem Betzenberg vor, bevor Interimscoach Hans-Werner Moser um 9.44 Uhr das Training bei nasskaltem Fritz-Walter-Wetter vor nur einem Dutzend Kiebitzen mit einer kurzen Ansprache im Kreis der Profis eröffnete. Kurz nach 11.00 Uhr war die erste Einheit in der Ära nach Jara beendet.

"Es war so, wie ich mir das vorgestellt habe. Es war viel Elan drin", sagte Moser nach der ersten Einheit und machte sich sogar leichte Hoffnungen auf ein längeres Engagement bei dem Klub, für den er zwischen 1980 und 1988 die Stiefel geschnürt hat: "Die Gedanken darüber werde ich mir zu gegebener Zeit machen. Ich habe mit Herrn Jäggi gesprochen. Ich weiß, was der Verein will, und sicher besteht auch eine Chance für mich."

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