Dem ASC Dortmund ist ein echter Transfer-Coup gelungen. Denn die 09er haben Raphael Lorenz von Borussia Dortmund II verpflichtet. Der 20-Jährige war in der B-Jugend der Leitwolf und eines der größten Talente des BVB.

ASC Dortmund: Neuzugang Lorenz beweist Weitsicht und setzt auf den Beruf

Lieber Aufstieg als Geld

26. Juni 2009, 12:47 Uhr

Dem ASC Dortmund ist ein echter Transfer-Coup gelungen. Denn die 09er haben Raphael Lorenz von Borussia Dortmund II verpflichtet. Der 20-Jährige war in der B-Jugend der Leitwolf und eines der größten Talente des BVB.

„Er kam dort als junger Spieler in einer sehr guten Mannschaft nicht so zu recht, hat aber schon einiges zu bieten“, freut sich Trainer Thorsten Schmugge, Ersatz für Hannes Wolf gefunden zu haben. „Er ist sehr schnell, war in der Jugend auch immer der Torjäger und hat das Zeug für weiter oben als die Westfalenliga. Und das kann er nun bei uns beweisen.“

Während seine ehemaligen Teamkollegen Marcel Schmelzer und Christopher Nöthe den Sprung in den Profibereich geschafft haben, legt Lorenz lieber Wert auf seine berufliche Zukunft. „Der ASC hat mir eine Ausbildungsstelle als Groß- und Außenhandelskaufmann besorgt“, beweist Lorenz Weitsicht. „Ich hätte auch in Holland bei den Zweitligisten Go Ahead Eagles oder FC Dordrecht einen Lizenzvertrag unterschreiben können. Aber dann hätte ich dort eventuell nur auf der Bank gesessen.“ Und das hat der Angreifer im letzten Jahr lange genug. „Natürlich hätte ich in den Niederlanden mehr Geld verdient, aber ich habe mich für die Ausbildung entschieden und will dem ASC beim Aufstieg helfen“, zeigt sich Lorenz nicht nur auf dem Platz schon als erfahren. „Am Sonntag werde ich bei der Saisoneröffnung meinen Vertrag unterschreiben. Als Dortmunder Junge freut es mich besonders.“

Elf Jahre hat er sich für den BVB die Schuhe geschnürt, jetzt für Aplerbeck. „Sportlich ist es ein Schritt zurück, aber es ist wichtig, Spielpraxis zu sammeln“, legt sich der U-Nationalspieler Lorenz fest. Zwar hatte er auch ein Angebot der TSG Sprockhövel für die NRW-Liga auf dem Tisch liegen, aber „leider musste ich Trainer Lothar Huber, den ich sehr gut kenne, weil er in Dortmund den Rasen pflegt, absagen“, erzählt Lorenz. „Dort hätte ich die Ausbildung erst 2010 beginnen können. Aber wenn ich sie jetzt angehe, kann man ja vielleicht noch einmal in drei Jahren den Sprung nach oben versuchen.“

Lorenz, der nach Christoph Wisse (Davaria Davensberg), David Steindor (RW Ahlen II), Alexander Enke (Hombrucher SV), Dominik Behrend (Westf. Herne) und Denis Boutagrat (Eving-Lindenhorst) der sechste Neuzugang ist, ist auch gleichzeitig der Letzte. „Damit haben wir die Planungen abgeschlossen“, macht Schmugge klar. Lorenz schart indes schon mit den Hufen: „Ich freue mich auf die neue Herausforderung und will unbedingt aufsteigen.“ Und Ablenkung benötigt er auch. Seit zwei Jahren und zwei Monaten ist er mit seiner Freundin Laura, die gerade ihr Abitur bestanden hat, zusammen. „Aber sie wird für mindestens sechs Monate ein halbes Jahr nach Australien gehen“, runzelt Lorenz schon die Stirn: „Da ist es gut, dass ich durch den Beruf und die neuen Aufgaben beim ASC eingespannt bin und auf andere Gedanken komme.“

Und wenn er sich dann noch den Trennungsfrust von der Seele ballert, ist der Transfer-Coup geglückt.

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