SCHÖNEBECK: Team komponiert eigenen Abgesang

og
31. März 2005, 18:11 Uhr

Dunkle Wolken! Die hat Ralf Agolli, Coach der SG Schönebeck, schon längst vertrieben nach der 0:2-Niederlage seiner Auswahl beim Mitaufsteiger TSV Crailsheim. Allerdings lächelt der Mann nicht. Die Gewitteranzeichen sind nicht mehr da, mittlerweile ist es so zappenduster rund um die Laune des 43-Jährigen, dass Tornadogefahr besteht. "Ich habe mich vergessen", macht Agolli kein Geheimnis aus seiner Gemütslage.

Dunkle Wolken! Die hat Ralf Agolli, Coach der SG Schönebeck, schon längst vertrieben nach der 0:2-Niederlage seiner Auswahl beim Mitaufsteiger TSV Crailsheim. Allerdings lächelt der Mann nicht. Die Gewitteranzeichen sind nicht mehr da, mittlerweile ist es so zappenduster rund um die Laune des 43-Jährigen, dass Tornadogefahr besteht. "Ich habe mich vergessen", macht Agolli kein Geheimnis aus seiner Gemütslage.
Warum auch? Sein Team hat sich in den letzten Meisterschaftsrunden bis auf den vorletzten Tabellenplatz herunter gewirtschaftet. Die Niederlage gegen Crailsheim machte den Absturz in den Keller perfekt. "Nicht nur die spielerische Qualität fehlte, deren Bollwerk zu knacken", erinnert sich Agolli zähneknirschend, "aber das wusste ich vorher." Was noch da war - der zweifache Vater: "Meine Mädels waren unheimlich nervös, die Bälle versprangen reihenweise. Natürlich fiel das Argument Platzzustand, das hat mich dann noch saurer gemacht."
Am Sonntag, 3.April, wartet der SC Freiburg als Gastgeber, die SGE darf keine weitere halbgare Darbietung abliefern, sonst droht tatsächlich nur ein Kurzzeitauftritt in der Bundesliga. "Wir müssen anfangen, endlich wieder zu punkten", fordert Agolli. Offensichtlich ganz einfach im Breisgau: Der SC trotzte innerhalb von 72 Stunden dem Spitzenteam Duisburg beim Meisterschaftsspiel, hielt dann gegen den FFC Frankfurt im Pokalhalbfinale lange dagegen. "Jedem darf klar sein, dass es am Sonntag eine andere Aufstellung geben wird", kündigt Agolli zischend an, "mir ist egal, wer wann wieviel Tore gemacht hat, wer schon irgendwelche Ehrungen hatte." Mit dabei soll auch Katrin Lange sein, die eigentlich von der SG für ihre Ausbildung bei der Polizei freigestellt wurde, jetzt allerdings Agollis Anruf erhielt. Lange steht für Giftigkeit. Agolli: "Genau das will ich sehen, ich will Identifikation mit dem Club." Auf das Defensiv-"Biest" Carina Chojnacki muss Agolli verzichten: Gelb-Rot in Crailsheim.
Der Ex-Krayer wechselt merklich und ohne Berührungsangst die Tonart. Nochmals Agolli: "Es wird am Wochenende vier oder fünf Änderungen ergeben." Prognose: So einige selbstkritische Blicke könnten unter der Woche beim Team im Spiegel landen. Die SG polarisiert: Rund um den Club wachsen die Strukturen, die Gestaltung des Hits gegen den FFC Frankfurt brachte viel berechtigtes Lob. Das sportliche Gegengewicht macht allerdings schlapp.
Agolli verdammt aber seine Mädels nicht komplett: "Wir wissen, wir können alles noch aus eigener Kraft schaffen." In der Tat: Es gibt weitere Endspiele: Freiburg, Wolfsburg, Hamburg, FSV Frankfurt sind in Augenhöhe - das sagte man auch von Crailsheim. Auf welchen Rhythmus man sich bei der Agolli-"Kombo" zurzeit verlassen kann, muss am Sonntag bewiesen werden, noch komponiert sich das Team seinen eigenen Abgesang. Fakt: Aus den letzten sechs Matches wurde ein lausiger Punkt geholt, zwei kümmerliche Tore wurden in 540 Minuten erzielt. Gesiegt hat der Pottclub zuletzt am 7.November in Wolfsburg (5:2). Ach ja, Freiburg gewann im übrigen das Hinspiel am Stoppenberger Hallo mit 5:4. Noch Fragen?og

Autor: og

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