Im Prozess der Lizenzvergabe plant die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH die Einführung einer zweiten Prüfungsphase. Damit soll die Wirtschaftlichkeit der Erst- und Zweitligavereine ganzjährig überprüft werden können.

DFL plant Verschärfung des Lizenzierungsverfahrens

08. März 2005, 11:58 Uhr

Im Prozess der Lizenzvergabe plant die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH die Einführung einer zweiten Prüfungsphase. Damit soll die Wirtschaftlichkeit der Erst- und Zweitligavereine ganzjährig überprüft werden können.

Aus der Diskussion um die Lizenzerteilung für Borussia Dortmund will die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH offenbar erste Lehren ziehen. Die DFL plant angesichts von knapp 700 Millionen Euro Verbindlichkeiten bei den 36 Profiklubs eine Verschärfung des Lizenzierungsverfahrens durch die Einführung einer zweiten Prüfungsphase im Herbst. Das berichtet die Zeitschrift Sport Bild in ihrer Mittwoch-Ausgabe.

Sollte der achtköpfige Liga-Vorstand sein Einverständnis geben, können die Änderungen schon von der Saison 2006/07 an gelten. "Wir wollen keinen Verein haben, der wie beim Marathonlauf die Ziellinie gerade noch überquert, aber dann tot zusammenbricht. Wir wollen, dass er nächstes Mal wieder mitmachen kann", sagte Christian Müller, Geschäftsführer Finanzen, Verwaltung und Rechnungswesen bei der DFL.

Der Fokus im Lizenzierungsverfahren werde sich zwar weiterhin auf den Februar, März und April konzentrieren, "aber es ist notwendig, auch übers ganze Jahr die wirtschaftlichen Verhältnisse der Klubs auf dem Schirm zu haben. Es könnte eine zweite Komponente des Lizenzierungsverfahrens geben, die sich im Herbst abspielt," meinte Müller weiter.

Belohnung für gesunde Klubs möglich

Die Bundesliga-Klubs, die vernünftig wirtschaften und ein positives Eigenkapital gebildet haben, sollen sogar von einem neuen Bonussystem profitieren. "Wir erwägen, solides wirtschaftliches Verhalten zu belohnen, wenn wir schon nicht ständige Verluste unterbinden können, weil sie ein Dritter finanziert - nach dem Motto: Vermögenswirksame Leistungen für nachhaltiges Wirtschaften", erklärte Müller. Das Geld dafür soll aus dem 300 Millionen Euro schweren TV-Topf entnommen werden.

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