Die Anhäufung von Fehlentscheidungen in den Sonntagspielen der Bundesliga führt Hellmut Krug auf die Affäre um Robert Hoyzer zurück. Grund ist laut des DFB-Abteilungsleiters Schiedsrichterwesen der

Krug begründet Fehlleistungen mit "Fall Hoyzer"

08. März 2005, 11:42 Uhr

Die Anhäufung von Fehlentscheidungen in den Sonntagspielen der Bundesliga führt Hellmut Krug auf die Affäre um Robert Hoyzer zurück. Grund ist laut des DFB-Abteilungsleiters Schiedsrichterwesen der "unermessliche Druck".

Die schlechten Schiedsrichterleistungen in den beiden Sonntagspielen der Bundesliga haben nach Auffassung von Hellmut Krug nachvollziehbare Gründe. Der Abteilungsleiter Schiedsrichterwesen im Deutschen Fußball-Bund (DFB) sieht die Fehlpfiffe der Referees Peter Gagelmann (Bremen) und Manuel Gräfe (Berlin) als unmittelbare Folge des Falles Robert Hoyzer. "Es sieht schon so aus, dass in den letzten Wochen doch mehr Fehler gemacht worden sind. Das hat natürlich mit dem unermesslichen Druck zu tun, dem die Schiedsrichter ausgesetzt sind. Das, was in den letzten Wochen stattgefunden hat, hat alles noch potenziert. Wir müssen sehen, dass wir die Fehlerhäufigkeit wieder reduzieren", sagte Krug in der DSF-Sendung "Bundesliga aktuell".

Beim 2:2 des 1. FC Nürnberg gegen Borussia Dortmund bescherte Gräfe mit drei Elfmeterpfiffen und einer Hinausstellung einer bis dahin unspektakulären Partie eine turbulente Schlussphase und wurde unfreiwillig selbst zum Hauptdarsteller. Hertha BSC Berlin hatte sich nach dem 1:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern durch Gagelmann betrogen gefühlt, da er zwei reguläre Treffer wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt hatte.

Neuendorfs Verhalten "äußerst grenzwertig"

Insbesondere Berlins Profi Andreas "Zecke" Neuendorf hatte nach den Fehlentscheidungen Gagelmanns völlig die Fassung verloren und den Unparteiischen scharf angegangen. Für Krug war das Verhalten des Mittelfeldspielers "äußerst grenzwertig", die Verunsicherung der Referees würde dadruch noch geschürt: "Das ist untragbar, eigentlich müssen die Vereine dagegen einschreiten. Mir kommt es vor, als sei da sehr viel geheuchelt worden in letzter Zeit, wenn man jetzt von den Spielern verlangt, dass sie vehement gegen Schiedsrichter-Entscheidungen vorgehen sollen."

Ein gespaltenes Verhältnis hat Krug weiterhin zum Thema Videobeweis. Beim Spiel Berlin-Kaiserslautern hatte sich die Hertha-Bank die umstrittenen Szenen während des Spiels nochmal auf dem Premiere-Monitor angesehen und an der Außenlinie daraufhin kräftig Wirbel veranstaltet. "Es gibt so viele unbeantwortete Fragen zum Videobeweis und so viele ungelöste Fragen. Die Schiedsrichter wehren sich nicht dagegen, aber es muss praktikabel und umsetzbar sein", meinte Krug.

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