Mit drei Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten sicherte sich die Zweitvertretung von Borussia Dortmund den Aufstieg in die 3. Liga.

BVB II: Die Analyse der Saison 2008/2009

Mit jugendlichem Sturm und Drang zum Aufstieg

Matthias Dersch
17. Juni 2009, 21:28 Uhr

Mit drei Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten sicherte sich die Zweitvertretung von Borussia Dortmund den Aufstieg in die 3. Liga.

Wie Gewinner durften sich deshalb alle Schwarz-Gelben fühlen, doch einige von ihnen drückten der Saison ganz besonders ihren Stempel auf.

Aufsteiger

Allen voran die Stürmer Christopher Kullmann und Daniel Ginczek, die zusammen 29 Treffer und damit gut ein Drittel aller BVB-Tore erzielten. Die Entwicklung von Ginczek ist dabei besonders hoch einzuschätzen. Denn der 18-Jährige war eben erst von der B- in die A-Jugend aufgerückt, als ihn Theo Schneider in die Regionalliga-Truppe hochzog, wo er sich auf Anhieb durchsetzte.

Doch auch die Leistungen der Mittelfeldspieler Yasin Öztekin und Damir Vrancic, die ihrerseits noch einmal 17 Tore beisteuerten, waren beachtlich. Nicht umsonst waren sie die ersten, die Jürgen Klopp im Winter in den Profi-Kader hochzog.

Doch die alte Regel, nach der man eine Meisterschaft nur dann, wenn man auch in der Defensive über Stützen verfügt, galt auch beim BVB. Mit dem erst 18-Jährigen Julian Koch und dem nur unwesentlich älteren Keeper Johannes Focher, der für den dauerverletzten Marcel Höttecke einsprang, waren es auch hier vor allem die Youngster, die sich eindrucksvoll in den Vordergrund spielten.

Absteiger

Zu den Flops der Saison zählten vor allem Spieler, die aufgrund von schweren und langwierigen Verletzungen unverschuldet nicht die von ihnen erwartete Rolle spielen konnten.

Allen voran Marcel Höttecke, der nach seinen fünf Bundesliga-Einsätzen in der Saison 07/08 die Nummer eins eigentlich gepachtet hatte. Doch der 22-Jährige schleppte sich von einer Knie-Verletzung zur nächsten und konnte erst zum Saisonende wieder ins Mannschaftstraining eingreifen.

David Vrzogic, den erneut ein Kreuzbandriss für mehrere Monate außer Gefecht setzte, und Jörn Neumeister, der auch in dieser Spielzeit seine Verletzungsseuche nicht los wurde, teilten sich ein ähnliches Schicksal. Auch sie kamen nur sporadisch zum Einsatz.

Und auch Bajram Sadrijaj findet sich in dieser Kategorie wieder, weil auch er nie richtig Fuß fassen konnte. Erst erkämpfte er sich einen Platz bei den Profis, dann bremsten ihn eine Blinddarm-OP, eine langwierige Wadenverletzung und monatelange Patellasehnenbeschwerden. Wenn er für die Amateure auflief, traf er zwar (drei Treffer in neun Spielen). Ohne Verletzungspech wäre für ihn jedoch deutlich mehr drin gewesen.

Probleme

Schon in der abgelaufenen Meister-Saison wurde BVB II-Coach Theo Schneider häufig zum Personalpuzzeln gezwungen, weil Jürgen Klopp regelmäßig die besten Akteure zu den Profis hochzog.

Und auch in der kommenden Spielzeit dürften Kicker wie Kullmann, Öztekin oder BVB II-Kapitän Uwe Hünemeier häufiger oben zu finden sein. Es ist fraglich, ob der Kader in diesen Situationen über die nötige Breite verfügt.

Zukunft

Nach dem Aufstieg in die 3. Liga kann in der kommenden Saison das Ziel nur lauten, die Klasse in Deutschlands dritthöchster Spielklasse zu halten. Schneider wird dabei auf einen Kader zurückgreifen müssen, der zumindest von den Namen schwächer besetzt ist als die Regionalliga-Truppe aus der abgelaufenen Saison.

Das Zünglein an der Waage dürften deshalb die aufrückenden A-Jugendlichen sein. Wenn Kai Bastian Evers, Fabian Götze, Marc Hornschuh, Lasse Sobiech, Tim Treude und Marcel Kandziora ähnlich einschlagen wie zuvor Focher, Ginczek und Koch ist der Klassenerhalt allerdings durchaus realistisch.

Autor: Matthias Dersch

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