Nach einer an Souveränität kaum zu überbietenden Relegationsrunde ist der TV Jahn Hiesfeld doch noch in die Niederrheinliga aufgestiegen.

TV Jahn Hiesfeld: Der Aufstieg über den Umweg der Relegation

„Wir waren nicht mehr zu bremsen“

Christian Krumm
18. Juni 2009, 16:00 Uhr

Nach einer an Souveränität kaum zu überbietenden Relegationsrunde ist der TV Jahn Hiesfeld doch noch in die Niederrheinliga aufgestiegen.

Erst wurde die Zweitvertretung von Rot-Weiß Oberhausen mit 5:0 vom Platz gefegt, anschließend hatte der TuS Grevenbroich keine Chance (3:0). Anschließend musste die Truppe von Trainer Stefan Janßen nur noch darauf hoffen, dass die SSVg. Velbert nicht aus der NRW-Liga absteigt.

RS unterhielt sich mit dem Coach über die angelaufene Spielzeit und seine Vorstellungen in der neuen Klasse.

Stefan Janßen, Glückwunsch zum Aufstieg! Aber erklären Sie uns bitte diese atemberaubenden Leistungen in der Relegation.

Ich habe schon damit gerechnet, dass wir stark auftreten werden. Aber es konnte doch niemand ahnen, dass wir gegen Oberhausen direkt so ein überragendes Spiel abliefern und der guten Mannschaft von RWO derart den Schneid abkaufen. Auch in der zweiten Partie war überhaupt nichts von Nervosität zu spüren. Selbst wenn ich es gewollt hätte, meine Jungs waren nicht mehr zu bremsen.

Schon in der regulären Saison lieferte sich Ihr Team ein spannendes Duell mit dem VfL Rhede.

Dabei hatten wir nach der Hinrunde schon einen großen Rückstand von neun Zählern. Nur aufgrund unserer wahnsinnig starken Rückserie sind wir noch einmal rangekommen. Als die Rheder dann mal geschwächelt haben, sagte ich zu meinen Jungs: Wenn wir konstant gut spielen, dann werden die irgendwann nervös. Aus eigener Kraft konnten wir es ja zu keinem Zeitpunkt schaffen. Höchstens im direkten Duell, als die beiden überragenden Mannschaften aufeinander getroffen sind. Vor 1400 Zuschauern haben wir uns leistungsgerecht 1:1 getrennt. Diese Kulisse war für meine Jungs etwas Besonderes.

Haben Sie eigentlich schon vor der Saison damit geliebäugelt, ganz oben anzugreifen?

Nein, überhaupt nicht. Als ich hierher kam, ist der Verein gerade wieder aufgestiegen. Ich hatte einen sehr großen, unüberschaubaren Kader. Daher war mein Ziel ein einstelliger Tabellenplatz. Dann haben wir gesehen, wenn wir diese Truppe punktuell verstärken und ergänzen, können wir unter die ersten Fünf kommen. Das haben wir im Winter getan und wir wollten die Rückrunde so gut wie möglich bestreiten, um dann im kommenden Jahr anzugreifen. Dass es dann direkt so klasse funktioniert hat, freut mich sehr.

Wie schätzen Sie die Niederrheinliga ein?

Es ist eine sehr interessante und starke Klasse. Vor 25 Jahren war unser Verein ein einziges Mal in der Verbandsliga, damals hat das Team kein Spiel gewonnen. Also haben wir nun vor, die erfolgreichste Hiesfelder Mannschaft aller Zeiten zu werden. Dafür müssen wir eine Partie gewinnen, das sollte klappen. Nein, mal ernsthaft: Wir möchten versuchen, drei Teams hinter uns zu lassen. Nur das kann unser Ziel sein.

Autor: Christian Krumm

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