Die Pflicht erfüllt, die Kür vor den Augen. Zwei Tage nach dem 3:1-Pokalsieg über Hannover 96 gilt auf Schalke die volle Aufmerksamkeit dem Revier-Derby beim VfL Bochum.

SCHALKE - Platz an der Sonne winkt

hb
05. März 2005, 12:07 Uhr

Die Pflicht erfüllt, die Kür vor den Augen. Zwei Tage nach dem 3:1-Pokalsieg über Hannover 96 gilt auf Schalke die volle Aufmerksamkeit dem Revier-Derby beim VfL Bochum.

Die Pflicht erfüllt, die Kür vor den Augen. Zwei Tage nach dem 3:1-Pokalsieg über Hannover 96 gilt auf Schalke die volle Aufmerksamkeit dem Revier-Derby beim VfL Bochum. Dabei winkt den Königsblauen in der Bundesliga der Platz an der Sonne, der gleichzeitig mit dem Todesstoß für den kleinen Nachbarn verbunden sein könnte. „Das wird ein Spiel mit vielen Emotionen. Ich erwarte wieder ein Heimspiel für uns. Jeder Schalke-Fan hat sich eine Karte besorgt, um dabei zu sein“, weiß Frank Rost. „Bochum muss gewinnen. Wir werden wieder auf unsere Chancen lauern“, kennt der Kapitän den Weg zum Erfolg. „In Bochum haben wir in den letzten Jahren gut ausgesehen. Ich hätte nichts dagegen, wenn es so bliebe.“

Trotz der Zitterpartie seines überforderten Vertreters Volkan Ünlü, der beim letzten Aufeinandertreffen den wohl schrecklichsten Tag seines Fußballer-Daseins erlebte, gewannen die Schalker vor einem Jahr glücklich mit 2:1 im Ruhrstadion. Davor gab es ein deutlich souveräneres 2:0, seinerzeit mit Andy Möller als Stürmer. „Es wird genau so schwer wie gegen Hannover“, schwant Ebbe Sand. „Ich glaube nicht, dass Bochum von Anfang an nach vorne spielen wird. Da müssen wir auch ein bisschen Geduld haben und hoffentlich besser anfangen als in den letzten beiden Spielen“, wünscht sich der Stürmer am liebsten einen Blitzstart. „Nach dem Aus gegen Donezk sind wir wieder im Aufwärtsschwung und werden am Samstag auch wieder gewinnen“, hat Mike Hanke keine Probleme mit dem Selbstvertrauen. „Es wird ein schönes Match. Wir werden uns keinen Meter geben“, erwartet der Youngster ein echtes Kampfspiel.

Mit dem frischen Doppelsieg über Hannover im Rücken haben die Schalker ihren Heimspiel-Dreier erfolgreich beendet. Der K.O. im UEFA-Cup ist bereits Geschichte, höhere Aufgaben in der Liga warten. „Ich muss meiner Mannschaft, vor allem was die körperlichen Voraussetzungen betrifft, ein großes Kompliment machen. Drei so Spiele in sechs Tagen, das ist schon an der Grenze dessen, was man einem Spieler zumuten kann“, lobte Rangnick nach dem 3:1 am Dienstag. „Jetzt müssen wir die Kräfte für das Spiel am Samstag in Bochum bündeln.“

Dass parallel zum Revier-Schlager in München das große Gipfeltreffen zwischen Bayern und Werder steigt, kann den Knappen nur recht sein. „Ich bin gespannt, wie es ausgeht. Werder hat sich zuletzt sehr stark präsentiert, auch das Weiterkommen im Pokal war überzeugend“, hat Rost seinen Ex-Verein dick auf der Meister-Rechnung. „Ich glaube aber nicht an einen Dreikampf an der Spitze, auch Stuttgart, Hertha und Leverkusen darfst du noch nicht abschreiben.“

Weil das so ist, taugen auch acht Punkte Vorsprung auf Platz drei noch nicht dazu, sich im Rennen um einen Champions League-Platz sicher fühlen zu dürfen. „Das ist ein gewisser Anstand, der kurzfristig beruhigend wirkt. Es ist aber kein Polster, auf dem man sich ausruhen kann“, weiß Rangnick, dass der Weg in die Königsklasse noch ein weiter, beschwerlicher ist. Die erste Etappe dort hin heißt Bochum.

Autor: hb

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