Bayern erwartet Werder zum Bundesliga-Gipfel

05. März 2005, 08:32 Uhr

Zum Auftakt des 24. Spieltags der Bundesliga steht heute im Münchner Olympiastadion das "Gipfeltreffen" zwischen Tabellenführer FC Bayern und Meister Bremen auf dem Programm. Bayern-Jäger Schalke gastiert in Bochum.

Zum Auftakt der selbst ernannten "Woche der Wahrheit" empfängt Tabellenführer Bayern München heute am 24. Spieltag der Bundesliga ab 15.30 Uhr den amtierenden deutschen Meister Werder Bremen. Am Mittwoch folgt das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Arsenal London, und zum Abschluss muss sich der Tabellenführer am kommenden Sonntag beim direkten Verfolger FC Schalke 04 beweisen.

Keine Frage: Die Münchner stehen unter Druck, aber das kommt ihnen gerade recht. "Wir wissen, dass jetzt eine entscheidende Woche kommt. Wir werden gejagt, das wollten wir immer. Jetzt müssen wir uns beweisen", sagt Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Duell gegen Werder. "Wir haben zuletzt Leverkusen die Grenzen aufgezeigt, jetzt müssen wir auch Bremen die Grenzen aufzeigen. Wenn wir die schlagen, wären sie schon mal raus aus dem Rennen." Vor zehn Monaten allerdings lief es umgekehrt. Mit einem 3:1-Auswärtssieg am 8. Mai zeigten die Bremer den Bayern die Grenzen auf und beseitigten die letzten Zweifel am Titel-Gewinn. "Damals haben wir ziemlich einen auf den Hut gekriegt, aber diesmal ist es ein ganz anderes Spiel", gibt sich Rummenigge gelassen. "Wir haben vier Punkte Vorsprung, Bremen wird attackieren. Das eröffnet uns Chancen."

Bremen bei Bayern-Sieg sieben Punkte zurück

Falls Bayern gewinnt, hätte Werder mit sieben Punkten Rückstand kaum noch Chancen auf den Titel. Dennoch kommt auch der deutsche Meister mit breiter Brust. Die "kleinen Bayern" hatten im Pokal (0:3) unter der Woche keine Chance, jetzt sollen die großen Bayern dran glauben. Trainer Thomas Schaaf setzt denn auch auf "die schöne Erinnerung" an letztes Jahr: "Davon wollen wir uns gar nicht freimachen. Sie gibt uns positive Energie."

Mit fünf Siegen aus sechs Spielen kommt Bremen als beste Rückrunden-Mannschaft ins Olympiastadion, beide Teams treten in Bestbesetzung an. Nur hinter dem Einsatz von Werder-Stürmer Ivan Klasnic steht noch ein Fragezeichen. Bayern-Trainer Felix Magath hat nach dem 7:0 im Pokal gegen den SC Freiburg wie immer die Qual der Wahl. Voraussichtlich kehren die zuletzt geschonten Bixente Lizarazu und Hasan Salihamidzic in die Startelf zurück. Ob Sebastian Deisler, Bastian Schweinsteiger oder Ze Roberto im linken Mittelfeld spielen dürfen, ist offen.

Schalke im "kleinen" Revierderby in der Pflicht

Die einen im Gipfel-Fieber, die anderen auf der Reise in den Keller. Bayern-Verfolger Schalke muss zum Abstiegskandidaten VfL Bochum, der zum ersten Mal seit 13 Monaten wieder auf Stammtorhüter Rein van Duijnhoven (lädierte Achillessehne) zurückgreifen kann. Trainer Peter Neururer gibt sich nicht nur deswegen zuversichtlich: "Wir sind Außenseiter, aber mit großen Chancen."

Noch schlechter geht es dem SC Freiburg, der am Samstag beim FSV Mainz 05 und eine Woche später gegen den 1. FC Nürnberg schon ums nackte Überleben kämpft. Trainer Volker Finke verbreitet trotz des 0:7-Desasters gegen die Bayern und nur eines Sieges in den letzten 14 Spielen Optimismus: "Es wird einen krassen Kontrast zum Pokal geben. Personell wird eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz stehen." Unter anderem kehren der geschonte Torhüter Richard Golz und Mittelfeldspieler Ellery Cairo in die Elf zurück. Auch den Mainzer "Spaß-Fußballern" ist das Lachen nach acht Niederlagen in den letzten neun Spielen vergangen. "Freiburg gelingt zur Zeit nichts, aber uns auch nicht", gesteht Trainer Jürgen Klopp, hofft aber auf Besserung: "Für uns ist das Spiel die große Chance, einen ganz großen Schritt nach vorne zu machen."

Selbiges gilt für den Hamburger SV, der Bayer Leverkusen zum direkten Duell um den Sprung ins internationale Geschäft empfängt. Es geht um viel Geld, weshalb Trainer Thomas Doll auf ungewöhnliche Maßnahmen setzt. Statt Martin Pieckenhagen ("Er braucht mal ein bisschen Ruhe") steht erstmals in dieser Saison Stefan Wächter im Tor. Für Stuttgart ist ein Sieg gegen Arminia Bielefeld im Kampf um die UEFA-Cup-Plätze ebenfalls Pflicht. Borussia Mönchengladbach gegen den VfL Wolfsburg und Hannover 96 gegen Hansa Rostock runden den Samstag ab.

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