Manchmal sagt ein Blick mehr als 1000 Worte. Als sich Christian Vander auf den Weg Richtung Mannschaftsbus machte, sah man ihm die ganzen Strapazen der vorangegangenen Partie im Weserstadion deutlich an. Der

VfL-Keeper Christian Vander fürchtet Wachablösung

01. März 2005, 09:45 Uhr

Manchmal sagt ein Blick mehr als 1000 Worte. Als sich Christian Vander auf den Weg Richtung Mannschaftsbus machte, sah man ihm die ganzen Strapazen der vorangegangenen Partie im Weserstadion deutlich an. Der "Goalie": "Ich fühle mich sch...!"

Manchmal sagt ein Blick mehr als 1000 Worte. Als sich Christian Vander auf den Weg Richtung Mannschaftsbus machte, sah man ihm die ganzen Strapazen der vorangegangenen Partie im Weserstadion deutlich an. Der "Goalie": "Ich fühle mich sch...!"

Verständlich, denn der Spielverlauf hatte die derzeitige Position von Vander als Nummer eins im VfL-Tor in Frage gestellt. Vander offen: "Ich habe keine Werbung für mich gemacht." Alles drehte sich dabei um die Schlüsselszene des Spiels Sekunden vor dem Pausenpfiff. Vander selbst: "Beim ersten Tor sehe ich schlecht aus. Nach der Ecke segel ich an der Kugel vorbei. Beim anschließenden Kopfball konnte ich nichts mehr machen." Die Situation war fatal, denn aus psychologischen Gründen wäre es gerade so wichtig gewesen, mit einem Remis in die Kabine zu gehen. Colding: "Wer weiß, was dann in Bremen möglich gewesen wäre."

So aber lag der VfL zurück. Ohne dass es irgendeiner aussprach, lag die Verantwortung bei der Szene wohl ausschließlich bei Vander. "Mir ist klar, dass jetzt, da Rein van Duijnhoven fit ist, alle bei mir besonders hinschauen. Rein hat nun einmal eine Lobby, schon der kleinste Fehler von mir wird jetzt ausgeschlachtet." Aussagen des Keepers, die fast schon zeigen, dass Vander nach van Duijnhovens Genesung Nerven zeigt. Die Diskussion um die Torwartfrage, die nicht von Trainer Peter Neururer eröffnet worden war, scheint Vander nicht gerade gelassener gemacht zu haben. Vander trotzig. "Treffer zwei sehe ich zu spät, Nummer drei war eine eins-zu-eins-Situation und beim vierten Gegentor kann ich gar nichts machen. Nicht vergessen, im Hinspiel kassierte Rein auch vier Treffer."

Doch irgendwie scheint Vander zu spüren, dass nach sieben Partien in Folge nun eine Wachablösung droht. "Ich werde im Training weiter versuchen, gut zu halten und keine Fehler zu machen. Aber ich weiß auch, Bremen war mein bisher schlechtestes Spiel. Ich fühle mich hundeelend. Daran habe ich noch zu knabbern."

Wie sehr Vander den Verlust des Stammplatzes fürchten muss, beweist eine Aussage von Neururer: "Natürlich werden die Trainingsleistungen entscheiden, deshalb ist es zu früh über Samstag zu reden. Aber wenn Reins Fortschritte so weiter gehen, wird er wohl am Samstag spielen." Hartes Los für Vander, der nun wirklich nicht die Alleinschuld an der deutlichen Klatsche trägt. Doch ein Torwart muss eine Begegnung gewinnen und das ist Vander an der Weser nicht gelungen.

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