Kampflos ergeben. Die Borussen versäumten es am Samstag in katastrophaler Weise, der bedrohlichen Finanzsituation im Club zumindest in sportlicher Hinsicht einen positiven Gegenpol zu setzen und ließen sich im Münchener Olympiastadion bei der 0:5-Pleite im wahrsten Sinne des Wortes verdreschen.

Bayern-Dresche - Wörns: "Die übelsten 45 Karriere-Minuten"

22. Februar 2005, 10:20 Uhr

Kampflos ergeben. Die Borussen versäumten es am Samstag in katastrophaler Weise, der bedrohlichen Finanzsituation im Club zumindest in sportlicher Hinsicht einen positiven Gegenpol zu setzen und ließen sich im Münchener Olympiastadion bei der 0:5-Pleite im wahrsten Sinne des Wortes verdreschen.

Kampflos ergeben. Die Borussen versäumten es am Samstag in katastrophaler Weise, der bedrohlichen Finanzsituation im Club zumindest in sportlicher Hinsicht einen positiven Gegenpol zu setzen und ließen sich im Münchener Olympiastadion bei der 0:5-Pleite im wahrsten Sinne des Wortes verdreschen.Da raufte sich auch Trainer Bert van Marwijk vor lauter Wut die Haare und donnerte schon in der Halbzeitpause: "Man kann zwar bei den Bayern verlieren, aber nicht auf diese Art und Weise."

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste bereits mit 0:4 hinten und Christian Wörns musste eingestehen: "Das waren die übelsten 45 Minuten meiner gesamten Karriere." Der holländische Coach legte nach: "Speziell über das erste Tor habe ich mich extrem aufgeregt, da nimmt man sich soviel vor, dann passiert so was. Wir waren in keinem Moment im Spiel." Was sich in der Dortmunder Deckung abspielte, war nicht nur traurig, sondern teilweise sogar Comedy-reif, da wurde gleich mehrfach über den Ball gesäbelt, das Zuspiel exakt auf den Gegner-Fuß gelegt, so dass Bayerns Roy Makaay schmunzelte: "Mit etwas mehr Glück hätten wir bereits beim Seitenwechsel höher führen können."

Immerhin gestaltete der Rekordmeister dann den zweiten Spielabschnitt etwas gnädiger und beschränkte sich auf Treffer Nummer fünf, der ein Spiegelbild der gesamten Partie war. Mehmet Scholl spazierte vollkommen unbedrängt durch das Mittelfeld, legte den Ball auf den holländische Torjäger, dem der verdutzte Markus Brzenska nur noch nachschauen konnte. Das Chaos um die fehlenden Millionen wollte van Marwijk erst gar nicht als Ausrede gelten lassen: "Ich kann das Wort Finanzen nicht mehr hören." Immerhin wollte er die derbe Pleite so schnell wie möglich aus dem Gedächtnis streichen und den Blick sofort nach vorne richten: "Im Fußball kann alles total schnell gehen, wenn wir am kommenden Samstag Mainz 05 schlagen, dann ist die Niederlage in München vergessen." Ganz so einfach ist dann auch das Spiel um die Lederkugel nicht, denn die leidgeprüften Dortmunder Anhänger mussten sich in der bayerischen Metropole nicht nur vor dem Match wegen des Geldes verhöhnen lassen, sondern auch während der 90 Minuten, als die Bayern-Fans skandierten: "Zum letzten Mal BVB". Der dornenreiche Weg der Dortmunder geht weiter, vor allem, wenn man sich so ohne Mumm und Herz darstellt. Florian Kringe: "Irgendwie ist das alles unverständlich, dabei hatten wir noch in der letzten Nacht positive Nachricht erhalten, dass es weiter gehen wird." Ja, aber wie?

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