Trotz der vorläufigen Abwendung des finanziellen Zusammenbruchs kehrt bei Borussia Dortmund keine Ruhe ein. So erwägt Zweitligist Eintracht Frankfurt eine Klage bezüglich der Lizenzvergabe in der vergangenen Saison.

Neue Probleme für krisengeschüttelten BVB

19. Februar 2005, 15:32 Uhr

Trotz der vorläufigen Abwendung des finanziellen Zusammenbruchs kehrt bei Borussia Dortmund keine Ruhe ein. So erwägt Zweitligist Eintracht Frankfurt eine Klage bezüglich der Lizenzvergabe in der vergangenen Saison.

Beim krisengeschüttelten Bundesligisten Borussia Dortmund steht trotz der vorläufigen Abwendung des finanziellen Zusammenbruchs neuer Ärger ins Haus. Absteiger Eintracht Frankfurt kündigte rechtliche Schritte an, wenn sich herausstellen sollte, dass der BVB bei der Lizenzverteilung im vergangenen Jahr falsche Unterlagen eingereicht hat. Entwarnung gab indes Dortmunds Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer, der den WM-Standort nicht gefährdet sieht.

"Sollte sich herausstellen, dass die Grundlagen unwahrheitsgemäß waren, werden wir unsere Interessen als Geschädigter wahrnehmen", sagte Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen der Bild-Zeitung mit Blick auf die Lizenzverteilung im Vorjahr. Die Frankfurter hätten als Drittletzter der Saison 2003/04 von einem möglichen Lizenzentzug des BVB profitiert und wären in der Bundesliga geblieben.

Hackmann verteidigt Lizenz-Entscheidung

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte den Schwarz-Gelben im Vorjahr unter Auflagen die Lizenz erteilt. Gemäß den Unterlagen sei der Spielbetrieb in der Saison 2004/05 sichergestellt. DFL-Boss Werner Hackmann verteidigte im Berliner Tagesspiegel die Entscheidung: "Wir haben den Fall Dortmund sehr sorgfältig geprüft und analysiert und erst dann unter Auflagen und Bedingungen die Lizenz für die laufende Saison erteilt. Und wir verfolgen sehr genau, wie Dortmund mit diesen Bedingungen umgeht."

In der laufenden Woche hatte sich die Situation bei den Westfalen allerdings zugespitzt. Am Donnerstag räumte der Klub eine "existenzbedrohende Ertrags- und Finanzsituation" ein. Grund dafür waren neuerliche Verluste in Höhe von 27,2 Millionen Euro in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres per Stichtag 31. Dezember 2004. Erst am Freitagabend hatten die letzten Gläubiger dem Sanierungskonzept zugestimmt und bis zum Geschäftsjahr 2006/2007 ein Zins- und Tilgungsmoratorium für Altkredite eingeräumt. Entscheidend ist nun, ob auch die Stadiongesellschaft Molsiris dem Rettungsplan zustimmt.

Sollte der BVB, um die Saison zu Ende spielen zu können, Gelder aus dem Solidarfond der Bundesliga in Anspruch nehmen müssen, wäre dies gleichbedeutend mit einem Punktabzug. Das stellte die DFL nochmals klar. Werden Spielergehälter für einen Monat benötigt, gibt es einen Punkt Abzug, bei zwei Monaten insgesamt drei Zähler, schreibt die Bild-Zeitung.

WM-Standort wohl nicht gefährdet

Trotz der Finanz-Krise sieht Dortmunds Oberbürgermeister Langemeyer den WM-Standort nicht in Gefahr. "Die WM ist gesichert. Das wird geregelt", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ohne allerdings mitzuteilen, woher die 4,1 Millionen Euro für den erforderlichen Umbau des Westfalenstadions kommen sollen. Diese Summe muss der BVB noch aufbringen, um die bei internationalen Spielen 69.000 Zuschauer fassende Arena WM-tauglich zu machen.

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