Im Fall des Schiedsrichters Dominik Marks (Stendal) hat es offensichtlich schon frühzeitig eine Beschwerde seitens der Arminia aus Bielefeld gegeben. Doch der Hinweis der Ostwestfalen wurde scharf zurückgewiesen.

Bielefeld: Marks-Beschwerde!

tw
16. Februar 2005, 12:34 Uhr

Im Fall des Schiedsrichters Dominik Marks (Stendal) hat es offensichtlich schon frühzeitig eine Beschwerde seitens der Arminia aus Bielefeld gegeben. Doch der Hinweis der Ostwestfalen wurde scharf zurückgewiesen.

Bereits am 12. August 2004 hat Arminia Bielefeld den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in einem Beschwerdebrief auf merkwürdige Entscheidungen des unter Manipulationsverdacht stehenden Schiedsrichters Dominik Marks (Stendal) aufmerksam gemacht. Das Sportgericht hatte am Dienstag auf Anraten des DFB-Kontrollausschusses eine Vorsperre gegen Marks verhängt.

"Auf unser Schreiben an den DFB erhielten wir die Antwort von Schiri-Obmann Hellmut Krug, dass es uns nicht zustehen würde, die Schiedsrichter und ihre Ansetzungen in diesem Maße zu kritisieren. Wir haben das akzeptiert", sagte von Heesen der Sport-Bild. Nach den heutigen Erkenntnissen über Marks musste Krug eingestehen, die Situation unterschätzt zu haben: "Im Nachhinein, nachdem das Thema durch Robert Hoyzer aufgekommen ist, muss man das mit anderen Augen sehen."

Erste Hinweise durch Bielefelder und Oddset

Durch die neuen Enthüllungen bestätigt sich derweil, dass der DFB nicht nur durch das Schreiben des staatlichen Wettanbieters Oddset vom 23. August 2004 auf Unregelmäßigkeiten bei den Referees hingewiesen worden war. Auch das Schiedsrichterwesen hatte durch den Brief der Bielefelder erste Hinweise auf mögliche Manipulationen.

Nach Angaben des DFB-Sportgerichts-Vorsitzenden Rainer Koch (Poing) gibt es im Zuge der laufenden Anhörungen von insgesamt 25 Zeugen durch den Kontrollausschuss "dringenden Tatverdacht" gegen Marks, beim Zweitliga-Match Karlsruher SC gegen MSV Duisburg (0:3) vom 3. Dezember 2004 und beim Regionalligaspiel Hertha BSC Berlin Amateure gegen Arminia Bielefeld Amateure (2:1) vom 11. August 2004 manipuliert zu haben.

Norbert Meier, Chef-Trainer des MSV Duisburg, erklärte gegenüber RevierSport: "Man muss nur die Fakten sehen: Selbst die KSC-Verantwortlichen sprachen nach der Partie davon, dass es im Spiel nichts gegeben hätte. In der ersten Halbzeit sind zwei, drei Situationen gewesen, wo wir von draußen "Abseits" gerufen haben, aber im Nachhinein lag keine Abseitsstellung vom KSC vor. Wenn man an dieser Begegnung etwas hätte manipulieren wollen, dann wären solche Szenen doch wohl unterbunden worden. Ich bin kein Jurist, aber mein klarer Menschenverstand sagtt: Unsere Tore waren einwandfrei."

Einspruch bereits 24 Stunden nach Ende der Partie

Bereits 24 Stunden nach Ende der Partie Hertha-Amateure gegen Bielefeld-Amateure hatten Arminia-Manager Thomas von Heesen und Nachwuchs-Chef Peter Krobbach einen dreiseitigen Brief an Schiedsrichter-Obmann Hellmut Krug verfasst und dabei konkrete Vorwürfe gegen Marks formuliert. So habe die Arminia ein reguläres Tor nicht anerkannt bekommen, einen fragwürdigen Elfmeter und zudem eine unberechtigte Rote Karte gegen den Spieler Camara erhalten.

Marks bestreitet die Vorwürfe aber weiter vehement: "Ich schwöre, dass ich nichts mit Wetten zu tun habe". Zudem ließ seine Anwältin Astrid Koch im Anschluss an die Vorsperre gegen ihren Mandanten verlauten, dass Marks erst über eine Vernehmung seitens des DFB entscheiden will, wenn komplette Akteneinsicht durch die Staatsanwaltschaft Berlin besteht. Bislang liegt offenbar nur die Vernehmung von Robert Hoyzer zur Einsicht vor. Von Seiten des DFB handele es sich im beim Thema Marks laut Anwältin Koch "um bloßen Aktionismus".

Autor: tw

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