Was wurde in dieser Woche nicht alles über den FC Schalke und seine Rolle als „Bayern-Jäger Nummer eins” geschrieben und diskutiert. Da machte nach den schwachen Vorstellungen in Kaiserslautern und Rostock das Wort „Mini-Krise” die Runde

3:0! Gerets formulierte nach Fußball-Demonstration Schalker Saisonziel:

15. Februar 2005, 10:08 Uhr

Was wurde in dieser Woche nicht alles über den FC Schalke und seine Rolle als „Bayern-Jäger Nummer eins” geschrieben und diskutiert. Da machte nach den schwachen Vorstellungen in Kaiserslautern und Rostock das Wort „Mini-Krise” die Runde

3:0! Gerets formulierte nach Fußball-Demonstration Schalker Saisonziel:
„Auch am Ende ganz oben“

Was wurde in dieser Woche nicht alles über den FC Schalke und seine Rolle als „Bayern-Jäger Nummer eins” geschrieben und diskutiert. Da machte nach den schwachen Vorstellungen in Kaiserslautern und Rostock das Wort „Mini-Krise” die Runde. Nur ein Punkt gegen potenzielle Abstiegs-Kandidaten und nun das Schlüsselspiel ausgerechnet gegen den VfL Wolfsburg. Der hatte im Hinspiel für den Schalker Tiefpunkt der noch jungen Saison und indirekt den Abschuss von Jupp Heynckes als Trainer gesorgt.

Es hätte am gestrigen Samstag für die Königsblauen nichts besseres passieren können, als die „Wölfe” mit 3:0 weg zu beißen. „Es war ein verdienter und souveräner Sieg. Worüber ich mich besonders freue, ist dass wir zum ersten Mal zu Hause zu Null geblieben sind, seit ich hier Trainer bin. Vom Spaßfaktor und von der Entschlossenheit war es sowie vor der Winterpause“, atmete Trainer Ralf Rangnick auf. „Nach dem trügerischen Auftakt-Sieg gegen Bremen haben wir uns vielleicht zu sicher gefühlt und in Kaiserslautern und Rostock auch dementsprechend agiert. Jetzt sind wir wieder mit drei echten Spitzen aufgelaufen, das ist unser Spiel“, lieferte der S04-Coach einen Grund für den starken Auftritt.

Für Superlative hat Rangnick nichts übrig, deshalb war es ihm auch „egal“, ob die Leistung die bisher beste unter seiner Regie war. In der Endabrechnung zählen nur Punkte und vielleicht das Tor-Verhältnis, das auf Schalke immer noch eine bescheidene Plus-Differenz aufweist. „Ich hätte lieber in den beiden Auswärtspartien drei Punkte mehr geholt“, winkte Rudi Assauer auf die Frage ab, ob man versäumt hätte, etwas zur Verbesserung dieser Statistik zu tun.

Der Schalker Manager richtet vielmehr den Blick auf die aktuelle Tabelle, in der die Schalker zumindest wieder bis heute Nachmittag zum FC Bayern aufschlossen. Noch wichtiger: „Jetzt ist wieder alles normal, aber die anderen rücken nach“, nahm Assauer die Siege von Werder und Hertha aufmerksam zur Kenntnis.

Ganz andere Probleme haben derzeit die Niedersachsen. In der Hinrunde acht Mal Spitzenreiter, ist der VfL nach vier Niederlagen im neuen Jahr und nunmehr sieben Pleiten aus den letzten acht Begegnungen ins untere Mittelfeld abgerutscht. „Seit ich Trainer in Wolfsburg bin, war es zum ersten Mal so, dass ich einen Qualitäts-Unterschied zwischen der gegnerischen Mannschaft und meiner gesehen habe. Das wird nächstes Wochenende anders sein, weil wir dann nicht auf Schalke spielen“, flüchtete sich Wolfsburgs Trainer Erik Gerets nach der Schalker Fußball-Demonstration in bittere Ironie.

Wohl wahr, die Gäste waren mit den Treffern von Gerald Asamoah (13.), Ebbe Sand (35.) und Mike Hanke (85.) gut bedient. „Diese Niederlage war auch in der Höhe verdient. Wir sind auf einen Gegner gestoßen, der uns von Anfang an beeindruckt hat. Ob es nur an der Mannschaft oder auch am Stadion lag, ist letztlich egal“, erkannte der Belgier und formulierte stellvertretend für die S04-Verantwortlichen das königsblaue Saisonziel: „Schalke hat vor allem mit seinem Mittelfeld und Sturm bewiesen, dass sie zurecht ganz da oben stehen und auch am Ende dort landen werden.“

Wenn sich der Schalker Tross am Dienstag Morgen auf den Trip in die Ukraine macht, ist der Befreiungsschlag von Samstag schon Geschichte. „Jetzt hatten wir ein Heimspiel, das war erfolgreich. Nun gilt es, in Donezk an die Auswärts-Leistungen der Hinserie anzuknüpfen“, forderte Rangnick vorab. „Das ist eine gute Mannschaft, vor allem zu Hause. Die haben immerhin Barcelona geschlagen“, weiß Ebbe Sand. „Ich sehe uns aber in Donezk im Vorteil, weil unsere Saison läuft. Das ist ein Vorsprung, den wir nutzen müssen“, gibt sich der Däne vor dem Flug ins Ungewisse betont optimistisch.

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