BVB-Manager Meier: "Will nicht weglaufen"

13. Februar 2005, 12:23 Uhr

So einfach will sich der umstrittene BVB-Manager Michael Meier nicht abkochen lassen. Obwohl er gemeinsam mit Ex-Präsident Niebaum schon seinen Rücktritt angeboten hatte, wolle er nun mit ganzer Kraft weiterarbeiten.

Nach dem glücklichen 1:0-Sieg im Nachbarschaftsderby gegen den VfL Bochum gab der arg unter Beschuss geratene BVB-Manager Michael Meier Antworten auf brennende Fragen zur Zukunft des Vereins und zu seiner eigenen Person.

Frage: "Herr Meier, vor dem 1:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen den VfL Bochum haben Borussen-Fans einen Protestmarsch durch die Stadt veranstaltet, um Ihren Rücktritt zu fordern. Wie werten Sie diese Aktion?"

Michael Meier: "Da steckt sicher mehr dahinter, als dass man sagen könnte, die Volksseele kocht. Das sind nicht einfach überschäumende Emotionen von Leuten, die sich nichts dabei denken, dahinter steckt eine bestimmte Absicht. Das sind Fans, denen die Kommerzialisierung im Fußball zuwider ist. Und ich stehe als Manager eben für den Kommerz. Aber da gibt es keine einheitliche Meinung bei den Fans, das ist nur ein Teil, eine Strömung."

Frage: "Sie fühlten sich durch diese Aktion also nicht persönlich getroffen?"

Meier: "Doch, schon. Ich bin auch nur aus Fleisch und Blut. Aber da muss man eben Nehmerqualitäten haben. So wie man es auch von Trainer verlangt, deren Rücktritt gefordert wird, oder Spielern, die ausgepfiffen werden. Das ist eben Teil des Geschäfts. Für mich ist es nur deshalb so schmerzlich, weil ich seit 15 Jahren derjenige war, der den Dialog mit den Fans gesucht hat. Diesmal habe ich ihn auch gesucht, und man hat ihn mir versagt. Aber ich werde ihn sicher wieder aufnehmen."

Frage: "Dennoch hat der Verein 98 Millionen Schulden. Gerd Niebaum ist zunächst als Präsident, dann als Geschäftsführer zurückgetreten. Werden Sie, erst recht nach dieser Fan-Aktion, auch persönliche Konsequenzen ziehen? Oder ist sogar eine Verlängerung Ihres im Sommer auslaufenden Vertrages möglich?"

Meier: "Ich habe ja am Mittwoch gemeinsam mit Gerd Niebaum meinen Rücktritt angeboten, das wurde abgelehnt. Ich war froh darüber, denn ich will nicht weglaufen. Es gibt einen Berg voll Arbeit, und ich habe mir das Ziel gesetzt, diesen Berg abzuarbeiten. Grundsätzlich entscheidet aber nur der Präsidialausschuss über meine Zukunft. Der hat mich beauftragt, und nur der kann mich wieder abberufen. Da können nicht einfach Fans herkommen und sagen, der muss weg. Mit welcher Berechtigung?"

Frage: "Werden Sie über diese Forderungen eher hinweg hören oder selbst in die Offensive gehen?"

Meier: "Wichtig ist, dass Borussia Dortmund nicht zum Spielball wird. Erst war es das Kapital, nun die Fanszene. Wir dürfen uns nicht unter Druck setzen lassen mit bestimmten Forderungen, sondern wieder mehr Profil kriegen. Einer muss sagen, dass es so nicht weiter geht, und wenn es sonst keiner macht, stehe ich eben dazu. In den letzten zwölf Monaten wurde so viel fremd gesteuert, damit muss nun endgültig Schluss sein."

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