Der WSV Borussia hat eine turbulente Saison hinter sich.

WSV Borussia: Auf- und Absteiger in der Übersicht

Die Bilanz der Saison

09. Juni 2009, 08:12 Uhr

Der WSV Borussia hat eine turbulente Saison hinter sich.

RS bietet eine Übersicht über die Auf- und Absteiger der Spielzeit.

Aufsteiger
Eigentlich passt Christian Maly nicht in diese Kategorie, da er seit Jahren auf hohem Niveau hält. Dass der Schlussmann aber auch in dieser Saison einer der wenigen war, die konstant ihr Potenzial ausgeschöpft haben, verdient trotzdem Beachtung.
Nils Fischer hat sich direkt nach seiner Verpflichtung unentbehrlich in der Innenverteidigung gemacht. Wenn seine Entwicklung so weitergeht, dürfte die Leihgabe von Arminia Bielefeld auch in der Zweiten Liga die Chance auf regelmäßige Einsätze haben.

Die Hoffnung darf sich auch Marco Neppe machen. Der flinke Rechtsverteidiger hatte in der Rückrunde seinen Platz in der Startelf fest gebucht und wird verdientermaßen vom FSV Frankfurt umgarnt.

Mitja Schäfer ist zwar ein eher ruhiger Zeitgenosse, durch seine Leistungen hat er sich aber die Rolle als Führungsspieler verdient. Der 29-Jährige ist ein wichtiger Stabilisator in der Defensive, sowohl auf der Sechser-Position als auch in der Innenverteidigung.

Dass Tim Jerat in dieser Kategorie auftaucht, hat er sich mit seinem Leistungssprung der vergangenen zweieinhalb Jahre verdient. Auch wenn er bei einigen Zweitligisten auf dem Zettel steht, könnte er seinen persönlichen Aufschwung womöglich bei den Bergischen fortsetzen.

Sven Lintjens ist ein echtes Phänomen: Ein halbes Jahr ist der Routinier freiwillig arbeitslos, um sich von einer schweren Verletzung zu erholen. Und kaum ist er fit, hat er entscheidenden Anteil an der Rettung des WSV.

Absteiger
Björn Weikl hat einen tiefen Fall hinter sich – vom Kapitän unter Christoph John zum Reservisten unter Uwe Fuchs. Auch wenn der Defensivmann bei seinen sporadischen Einsätzen im Saisonendspurt noch einmal auf sich aufmerksam machte, die Verantwortlichen würden ihm bei einem Abgang trotz laufenden Vertrags keine Steine in den Weg legen.

Im Jahr 2009 hat Stefan Markolf exakt 22 Minuten gespielt. Fast schon zu viel, denn den Beweis seiner Drittliga-Tauglichkeit blieb er trotz Profi-Erfahrung bei Mainz 05 schuldig.

Von John und Sportdirektor Carsten Pröpper im Sommer noch als Herzstück der Offensive verpflichtet, spielte Nermin Celikovic aufgrund seiner enttäuschenden Darbietungen unter Fuchs überhaupt keine Rolle mehr. Der größte Verlierer unter den Absteigern.

Mike Rietpietsch klebte das Verletzungspech an den Stiefeln, so dass es für ihn nur noch zu Kurzeinsätzen reichte. Mit seinen 35 Jahren erhält der Routinier keinen neuen Vertrag mehr. Er hätte sich einen glanzvolleren Abschied gewünscht.

Die Verbindung Tim Erfen-WSV wird nach noch nicht einmal einem Jahr beendet, weil es nicht so recht gepasst hat. Im Nachhinein fragt man sich, warum? Denn falls Neppe den Verein verlassen sollte, könnte man den Ex-Jenaer durchaus als Rechtsverteidiger gebrauchen.

Problem
Es sind, wie bei anderen Vereinen auch, die Finanzen. Die Wirtschaftskrise trifft den WSV allerdings besonders hart, weil man es in den vergangenen Jahren nicht geschafft hat, einen breiten Sponsorenpool aufzubauen. So ist Präsident Friedhelm Runge mit seinem Unternehmen EMKA der einzige große Geldgeber. Doch auch der kann sich nicht aus einem unerschöpflichen Reservoir an Geld bedienen. Dass er in dieser Situation die Stadt zum Handeln aufgefordert hat, dürfte sich eher abschreckend auf potenzielle Geldgeber ausgewirkt haben.

Daher müssen die Wuppertaler ihren ohnehin schon schmalen Etat von 3,6 auf 3 Millionen Euro runterfahren. Ein tiefer Einschnitt, der nicht automatisch zu einem schlechteren Kader führen muss. Denn es würde nicht verwundern, wenn manche Kicker trotz reduzierter Bezüge allein schon aufgrund des Mangels an Alternativen bleiben.

Zukunft
Ganz klar: Es geht wieder gegen den Abstieg. Doch trotz des geringeren finanziellen Spielraums sind die Aussichten der Bergischen gut, dass die kommende Saison nicht in einer Talfahrt endet. Das liegt vor allem daran, dass Coach Fuchs klare Vorstellungen hat und diese auch gegen Widerstände durchzusetzen vermag. Es ist ihm zuzutrauen, dass er auch mit wenig Mitteln einen konkurrenzfähigen Kader zusammenstellt.

Einen Vorteil hat die Katastrophen-Hinrunde jedenfalls: Die Ansprüche im Umfeld sind gesunken, das Publikum wird sich mit ehrlichem Fußball zufrieden geben. Dafür steht Fuchs, der selbst aus begrenzt begabten Kickern einiges herauszuholen versteht.

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