Gerd Niebaum ist als Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) von Bundesligist Borussia Dortmund zurückgetreten. BVB-Manager Michael Meier wird bis auf Weiteres seine Aufgaben übernehmen.

Niebaum tritt als BVB-Geschäftsführer zurück

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09. Februar 2005, 16:52 Uhr

Gerd Niebaum ist als Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) von Bundesligist Borussia Dortmund zurückgetreten. BVB-Manager Michael Meier wird bis auf Weiteres seine Aufgaben übernehmen.

Gerd Niebaum ist beim mit 98 Millionen Euro verschuldeten Bundesligisten Borussia Dortmund als Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) zurückgetreten. BVB-Manager Michael Meier wird bis auf Weiteres die Geschäfte des Unternehmens alleine führen. Am 14. November vergangenen Jahres hatte der Jurist Niebaum nach 18 Jahren bereits das Amt des Präsidenten beim westfälischen Traditionsverein zur Verfügung gestellt.

Sein Nachfolger wurde Reinhard Rauball. Niebaum war beim börsennotierten Bundesligisten wegen der hohen Verschuldung in den letzten Wochen und Monaten heftig in die Kritik geraten. "Ich habe mich im Hinblick auf die zurzeit sehr emotional geführte Diskussion zu diesem Schritt entschlossen, um damit einen Beitrag zur Versachlichung der Situation zu leisten. Ich bedanke mich bei allen, die mich in meiner über 20-jährigen Tätigkeit für den BVB unterstützt haben. Als Borusse, der ich immer bleiben werde, wünsche ich dem BVB und allen Beteiligten in der Zukunft sowohl sportlichen Erfolg als auch ein gutes Gelingen der bereits eingeleiteten Schritte zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme", erklärte Niebaum in einer Pressemitteilung des Vereins.

Rauball lehnt Meier-Rücktritt ab

Borussia-Vereins-Präsident Reinhard Rauball bekundete Respekt für die Niebaum-Entscheidung: "Die großen Erfolge der 90er Jahre werden auch weiterhin mit seinem Namen verbunden bleiben." Über die endgültige Nachfolge Niebaums wird der Präsidialausschuss des BVB zeitnah beraten und entscheiden. Auch Meier hatte Rauball seine Demission angeboten, um seinen Beitrag zur Beruhigung der aktuellen Situation beim BVB zu leisten. Rauball lehnte dies im Namen des Präsidialausschusses der Borussia ab, da eine Kontinuität innerhalb des operativen Geschäfts, unter anderem im Hinblick auf die laufenden Restrukturierungsgespräche, zwingend erforderlich ist.

Suche nach Nachfolger hat schon begonnen

Bei der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag fehlte Niebaum. Dazu Rauball: "Er wollte es nicht." Deshalb stand der Jurist den Journalisten Rede und Antwort und berichtete, dass der Präsidialausschuss der Borussia über die endgültige Nachfolge Niebaums zeitnah beraten und entscheiden wird. Erste Gespräche habe er bereits am Mittwoch geführt, "weitere werden folgen".

"Der Rücktritt von Gerd Niebaum hat mich überrascht. Diese Entwicklung war so nicht vorauszusehen", sagte Meier am Rande der DFL-Vollversammlung in Düsseldorf und wies auf die enge persönliche Bedingung zum Ex-Borussia-Boss auf Grund der 15-jährigen Zusammenarbeit hin. Meier gab sich allerdings kämpferisch: "Ich werde geben, was ich habe, um Borussia wieder da hinzuführen, wo sie einmal war. Ich bin immer noch stark genug, um der Belastung standzuhalten. Ich bin nicht ausgebrannt und spüre keine Verschleißerscheinungen."

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