Die Freude bei der Schalker Online Community (S.O.C.) war groß, als bekannt wurde, dass Ebbe Sand dieses Jahr zu Gast beim Neujahrsempfang sein würde. Der Empfang fand am 23. Januar in einem Saal der AWO in Gelsenkirchen statt.

SCHALKE - Sand und ein Todesfall: "Setz' ab, der Ebbe!"

31. Januar 2005, 10:49 Uhr

Die Freude bei der Schalker Online Community (S.O.C.) war groß, als bekannt wurde, dass Ebbe Sand dieses Jahr zu Gast beim Neujahrsempfang sein würde. Der Empfang fand am 23. Januar in einem Saal der AWO in Gelsenkirchen statt.

Die Freude bei der Schalker Online Community (S.O.C.) war groß, als bekannt wurde, dass Ebbe Sand dieses Jahr zu Gast beim Neujahrsempfang sein würde. Der Empfang fand am 23. Januar in einem Saal der AWO in Gelsenkirchen statt.

Sand als einer derjenigen, der am meisten unter der verpassten Meisterschaft vor vier Jahren litt, geht das Thema Titel nun sehr offensiv an. „Wir müssen jetzt viel offener damit umgehen als 2001. Heiß darauf sind natürlich alle im Team. Das muss auch so sein“, betonte der Angreifer. „Jetzt sind wir reif, wir haben die Qualitäten um Meister zu werden. Jeder Spieler muss begreifen, dass das unser Ziel ist. Dann guckt man auch nur nach oben und nicht nach unten. Das ist sehr wichtig.“

Mit Ralf Rangnick hat Ebbe den Spaß am Fußball wieder entdeckt. Die Ära Heynckes, insbesondere das letzte Spiel in Wolfsburg, war für Ebbe sehr bitter. Er war nach seiner Hirnhaut-Entzündung wieder fit und wollte der Mannschaft helfen. Jupp Heynckes nahm den Stürmer zwar mit nach Wolfsburg, bugsierte ihn jedoch als Zuschauer auf die Tribüne. „Wenn man dann da oben auf der Tribüne sitzt, tut das natürlich schon weh. Und wenn man dann auch noch so ein Spiel sieht, ist das nicht angenehm.“

Während Heynckes zum Schluss nur noch einen Teil der Mannschaft erreichte, sei Rangnick dagegen ein Mann, der die Truppe gut motivieren kann. „Er glaubt einfach an die Mannschaft. Das haben wir von Anfang an gespürt. Das Vertrauen, dass er in uns hat, ist sehr wichtig. Er kann die Spieler gut aufbauen und ist taktisch sehr gut ausgebildet.“ Rangnick fördert auch den Zusammenhalt innerhalb des Teams. Am Abend vor den Spielen trifft sich das ganze Team an der Hotelbar. „Dann erlaubt er uns dann auch mal, ein Pils oder ein Glas Rotwein zu trinken.“

Dass die Bayern im letzten Spiel auch erfolgreich waren, ist für Sand nicht weiter tragisch. „Da können wir ruhig die Bayern noch vorne lassen. Aber die werden nicht viele Spiele verlieren. Das wird bis zum Schluss ganz knapp“, nickte der Däne. „Aber ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass wir das dieses Jahr schaffen. Wir haben echt die Qualitäten dafür. Ich sehe unsere Mannschaft besser als die Mannschaft von Bayern. Und die müssen ja noch zu uns, das ist unser Vorteil.“

Es war ein trauriger Anlass, der beim Besuch von Ebbe Sand bei der „Schalker Online Community“ (S.O.C.) den Stellenwert des Publikums-Lieblings bei den königsblauen Fans hervorhob.

Während des Empfangs verstarb ein Bewohner der AWO-Wohnstätte, in dessen Saal die Veranstaltung stattfand. Eine der kleineren Pausen fiel genau in den Moment, als der Verstorbene von einem Bestattungs-Unternehmen abgeholt wurde. Ebbe Sand stand bei einem kleinen Pläuschchen mit einigen Schalkern vor der Eingangshalle der AWO, wo der geparkte Leichenwagen mit geöffnetem Kofferraum parkte. Die Schiebetür der Eingangshalle öffnete sich und zwei Bestatter kamen mit dem Verstorbenen auf einer Bare heraus. Diese ohnehin schon recht unangenehme Situation wurde von einem der Bestatter noch getoppt. Als dieser im Vorbeigehen Sand erkannte, rief er seinem Kollegen zu: „Setz’ ab, der Ebbe“. Der leicht irritierte Kollege konnte den Sand-Fan aber noch dazu überreden, den Verstorbenen nicht auf dem Gehweg „zwischen zu parken“, sondern vorschriftsmäßig in den Leichenwagen zu verfrachten, bevor er einem mehr als verblüfften Ebbe Sand die Hand zur Begrüßung ausstreckte.

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