Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Wolf-Günter Wiesel hält eine Beteiligung von Spielern am Wettskandal um Robert Hoyzer für denkbar.

Ex-Schiri Wiesel hält Verschwörung für möglich

27. Januar 2005, 12:26 Uhr

Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Wolf-Günter Wiesel hält eine Beteiligung von Spielern am Wettskandal um Robert Hoyzer für denkbar. "Wenn es stimmt, dass 800.000 Euro rausgekommen sind, halte ich alles für möglich."

Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Wolf-Günter Wiesel sieht im Wettskandal um den Berliner Referee Robert Hoyzer des Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. So hält es der heutige Aufsichtsrat von Hannover 96 für durchaus möglich, dass auch Spieler an dem Skandal beteiligt sind. "Wenn es stimmt, dass beim Paderborn-Spiel 100.000 Euro gesetzt wurden und 800.000 Euro rausgekommen sind, halte ich alles für möglich. Dann geht es um richtig großes Geld, für das einige sicherlich alles machen würden", sagte der 57-Jährige.

Wiesel befürchtet Imageschaden

Der frühere Unparteiische, der auch als Delegierter des Europäischen Fußball-Verbandes (UEFA) tätig ist, befürchtet nun einen erheblichen internationalen Imageschaden für das deutsche Schiedsrichterwesen. "Die Sache interessiert doch die ganze Fußball-Welt. Deswegen muss schnell alles auf den Tisch, und es muss wirklich drastische Strafen geben", sagte Wiesel.

Um mögliche Manipulationen zukünftig auszuschließen, fordert Wiesel vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Ausweitung der Schiedsrichterbeobachtungen. "Wenn ein Zweitliga-Schiedsrichter in der Regionalliga pfeift, passt keiner auf. Da kann der Schiedsrichter dann natürlich die Pfeife tanzen lassen. Ab der Regionalliga muss jede Partie beobachtet werden. Vielleicht schon ab der Oberliga, weil da der Fußball auch schon professionelle Formen annimmt."

"Wiesel gegen generelle Verdächtigungen

Dennoch wehrt sich Wiesel, der zwischen 1983 und 1995 insgesamt 110 Bundesligaspiele leitete, auch aufgrund der Spekulationen um den Berliner Unparteiischen Dominik Marks gegen einen Generalverdacht gegen alle Referees: "Für mich ist der Fall Hoyzer erstmal ein Einzelfall. Man muss jetzt nicht an jedem zweifeln. Schiedsrichter machen Fehler, auch ein Herr Marks hat mal einen schlechten Tag."

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