Für seinen übergangslosen und unkomplizierten Rollenwechsel hat Hamit Altintop in den letzten Wochen vor der Winterpause viel Lob erhalten. Gegen Galatasaray Istanbul musste der zum Rechts-Verteidiger umfunktionierte Mittelfeld-Motor feststellen, dass er noch einen langen Reifeprozess vor sich hat.

SCHALKE - Altintop: „So viel zu meiner Position!”

19. Januar 2005, 22:03 Uhr

Für seinen übergangslosen und unkomplizierten Rollenwechsel hat Hamit Altintop in den letzten Wochen vor der Winterpause viel Lob erhalten. Gegen Galatasaray Istanbul musste der zum Rechts-Verteidiger umfunktionierte Mittelfeld-Motor feststellen, dass er noch einen langen Reifeprozess vor sich hat.

Für seinen übergangslosen und unkomplizierten Rollenwechsel hat Hamit Altintop in den letzten Wochen vor der Winterpause viel Lob erhalten. Gegen Galatasaray Istanbul musste der zum Rechts-Verteidiger umfunktionierte Mittelfeld-Motor feststellen, dass er noch einen langen Reifeprozess vor sich hat.

Und das ausgerechnet vor etwa 30.000 Landsleuten im Stadion und elf auf dem Platz. „Es war ein besonderes Spiel für mich, weil es zum ersten Mal war, dass ich im Profibereich gegen eine türkische Mannschaft angetreten bin. Aber es war nicht so, dass zwei Herzen in meiner Brust geschlagen haben“, gab Altintop zu. „42.000 Zuschauer sind überragend. Wenn hier AC Mailand gespielt hätte, wären niemals so viele gekommen“, freute sich der Ex-Wattenscheider über das tolle Gipfeltreffen mit dem populärsten Club vom Bosporus.

Womöglich aber waren der prominente Gast aus der Heimat und die fanatischen Anhänger der gelb-roten „Löwen“ genau der Grund dafür, dass Altintop nicht gerade eine glückliche Figur auf dem Platz abgab. „Ich habe fünf Mal außen gesessen und Eddy gefragt: Wo ist Hamit?“, kritisierte Trainer Ralf Rangnick den Übermut des jungen Türken. „Er war mehr defensiver Rechtsaußen als offensiver Verteidiger. Selbst bei einem Freistoß war er so schnell wie kein anderer aus der Mannschaft am Ball“, notierte der 46-Jährige und kam zu dem Schluss: „Vielleicht war er übermotiviert und ich kann ihn auch ein wenig verstehen. Aber wenn er spielt wie in der ersten Halbzeit, dann ist er nicht mehr lange meine erste Wahl auf der Position!“

Deftige Worte, die der gewohnt selbstkritische Youngster normalerweise nicht benötigt, um schnell wieder zu sich selbst zu finden. Gestern aber war eben alles ein wenig anders. „In der ersten Halbzeit bin ich überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. So viel zu meiner Position als rechter Verteidiger“, schüttelte Altintop den Kopf. „Ich reiße mir zwar den Ar... auf, um das Beste daraus zu machen. Aber ich muss unbedingt lernen, meine Offensive zu zügeln und mich noch besser an diese Rolle anzupassen.“

Nichts Neues war dagegen für ihn das dringende Bedürfnis der zahlreich vertretenen türkischen Journalisten, ihn in die Heimat transferieren zu wollen. „Daran habe ich mich inzwischen gewöhnt, aber das ist überhaupt kein Thema. Ich habe mit Schalke noch ganz viel vor“, lieferte Altintop Spekulationen über eine Zukunft bei Galatasaray keinerlei Nahrung.

Keine Frage aber war es für ihn, sein Trikot mit dem von Istanbuls Hasan Sas zu tauschen. „Das ist mein Freund aus der National-Mannschaft. Wir telefonieren regelmäßig. Es hat mich gefreut, ihn hier begrüßen zu dürfen“, erklärte Altintop und zog einen Schlussstrich unter einen für ihn denkwürdigen Tag.

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