Rudi Völler kehrt als Sportdirektor zu Bundesligist Bayer Leverkusen zurück. Der 44-jährige Völler, der bereits von 1996 bis 2000 als Sportdirektor beim Werksklub fungiert hatte, erhält einen Zweieinhalb-Jahres-Vertrag.

Völler kehrt als Sportdirektor zu Bayer zurück

ar
18. Januar 2005, 11:07 Uhr

Rudi Völler kehrt als Sportdirektor zu Bundesligist Bayer Leverkusen zurück. Der 44-jährige Völler, der bereits von 1996 bis 2000 als Sportdirektor beim Werksklub fungiert hatte, erhält einen Zweieinhalb-Jahres-Vertrag.

Der "verlorene Sohn" ist wieder da: Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler kehrt als Sportdirektor zum Bundesligisten Bayer Leverkusen zurück. Der Weltmeister von 1990 einigte sich mit dem Champions-League-Achtelfinalisten auf einen Vertrag als Sportdirektor bis zum 30. Juni 2007 und wird bei Bayer alle Kompetenzen erhalten.

"Er wird die wichtigste Person im Verein"

"Er ist kein Frühstücks-Direktor, sogar mehr als ein leitender Angestellter. Er wird die wichtigste Person im Verein", hatte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bereits im Vorfeld angekündigt. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll der 44-Jährige in Leverkusen rund 500.000 Euro pro Jahr verdienen.

Von 1996 bis 2000 amtierte Völler in Leverkusen schon einmal als Sportdirektor, damals allerdings noch im Schatten des allmächtigen Managers Reiner Calmund. Nach dessen überraschendem Rücktritt im vergangenen Juni und den Abgängen von Sportdirektor Jürgen Kohler und Manager Ilja Kaenzig war in der sportlichen Führung der Rheinländer ein Vakuum entstanden. Dies soll Völler nun füllen.

"Sowohl sportlich als auch repräsentativ wird Rudi Leverkusen nach vorne bringen. Er öffnet dem Klub Türen, die zurzeit noch geschlossen sind", sagte Calmund dem Kölner Express. Neben Holzhäuser ("Die letzte Entscheidung liegt bei mir, doch ich setze den Fachrat über meine eigene Meinung") beteuern auch der bisherige Sportchef Michael Reschke und Trainer Klaus Augenthaler, keinerlei Probleme mit Völlers Kompetenzen zu haben. Reschke, ein fleißiger Arbeiter, aber kein Mann der Öffentlichkeit, erklärte, er habe "überhaupt kein Problem" und liege "mit Rudi auf einer Wellenlänge". Augenthaler, mit Völler 1990 Weltmeister, stellte klar: "Wir alle freuen uns auf Rudi. Er hat Fachkompetenz und genügend Erfahrung."

Ihre Dissonanzen nach Augenthalers brutalem Foul an Völler am 23. November 1985 haben die beiden offiziell ausgeräumt. "Auge" hatte damals im Trikot von Bayern München den Bremer Völler im Mittelfeld grob gefoult, dass der Nationalstürmer einen Adduktorenabriss erlitt und im Meisterrennen beider Klubs schließlich fünf Monate ausfiel. Die Szene galt als Beginn der großen Rivalität zwischen Bayern und Werder, Bremer Fans schickten Augenthaler damals sogar Morddrohungen.

Völler, der kürzlich zum viertbeliebtesten Deutschen hinter Günther Jauch, Steffi Graf und Thomas Gottschalk gewählt worden wurde, war nach dem Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Euro in Portugal im vergangenen Sommer zurückgetreten. Nachdem er auch seine Amtzszeit beim italienischen Vizemeister AS Rom nach nur 26 Tagen beendet hatte, hatte sich der 90-malige Nationalspieler eine Auszeit erbeten, um sich darüber klar zu werden, ob er seine Zukunft auf der Trainerbank oder als Sportdirektor sehe. Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte Völler auch eine Rückkehr zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) stets offen gehalten: "Ich persönlich verehre ihn fast. Wenn es eine Gelegenheit gibt, ihn für eine DFB-Tätigkeit zu gewinnen, müssen wir diese Chance nutzen. Rudi Völler gehört zum Fußball fast wie der Ball."

Erster Ansprechpartner Völlers war jedoch stets Bayer gewesen, wo er außer als Sportdirektor auch schon als Spieler und kurzzeitig als Teamchef tätig war. Nun ist seine Rückkehr perfekt.

Autor: ar

Kommentieren