Bayern erwartet in der Rückrunde Schwierigkeiten

13. Januar 2005, 13:52 Uhr

Trotz eines harmonischen Trainingslagers in Dubai erwarten die Verantwortlichen des FC Bayern München Schwierigkeiten für die Rückrunde. Vor allem der zu große Kader bereitet dem Rekordmeister Sorgen.

Obwohl das Trainingslager des FC Bayern München in Dubai sehr harmonisch verlaufen ist, befinden sich die Verantwortlichen beim deutschen Rekordmeister aufgrund von eventueller Schwierigkeiten für die Rückrunde bereits jetzt in Alarmbereitschaft. Der Rückrunden-Auftakt am kommenden Freitag (20.30 Uhr/live in der ARD und bei Premiere) gegen den Hamburger SV sorgt beim Tabellenführer für Anspannung.

"Müssen uns weiter steigern"

"Wir waren in der Hinrunde noch nicht stabil genug und müssen uns weiter steigern, um unsere Aufgabe, mindestens einen Titel zu holen, erfüllen zu können", sagte Bayern-Trainer Magath am letzten Übungstag in dem Öl-Emirat. Die Münchner hätten noch "größere Schwierigkeiten" zu erwarten. "Dann müssen wir die Nerven behalten und die Probleme gemeinsam in den Griff bekommen", meinte Magath.

Hoeneß erwartet Härtefälle

Manager Hoeneß sieht in der großen Anzahl der Spieler ein Problem. "Ich halte den Kader für zu groß. Die gute Stimmung wird sich nicht lange halten lassen, wenn die Rückrunde los geht", glaubt er. Auch Magath erwartet "den einen oder anderen Härtefall, denn im Mittelfeld stehen für drei Positionen acht Spieler zur Verfügung und im Sturm ist die Konkurrenz mit Paolo Guerrero weiter gewachsen".

Mittelfeldstar Ballack kann sich dem Gerangel um die Stammplätze zwar entziehen, er ist gesetzt. Doch der Coach erwartet von dem Nationalmannschaftskapitän genau wie von Claudio Pizarro und Torsten Frings eine Steigerung: "Er muss noch mehr auf unser Spiel einwirken, als das in der Vorrunde der Fall war, noch präsenter sein und den anderen auf dem Spielfeld den Weg weisen."

Ballack:"Brauchen noch zwei bis drei Wochen"

Ballack selbst räumt ein, dass die Bayern "noch zwei bis drei Wochen brauchen, um auf Topniveau zu kommen. Wir sind noch lange nicht da, wo wir hin wollen und uns der Trainer gerne sehen würde". Er und seine Kollegen versuchten aber, das Spiel zu optimieren.

Wie Ballack loben auch Hoeneß und Magath, der sein Team für die Rückrunde "gut präpariert" sieht, die Harmonie während des achttägigen Aufenthaltes am arabischen Golf. Der einzige Aufreger, eine angebliche verbale Entgleisung von Nationaltorhüter Oliver Kahn gegenüber seinem Trainer und Freund Bernd Dreher, entpuppte sich bei genauerem Hinhören als harmloser Trainingsdisput.

Bis zum Rückrundenstart am 21. Januar absolvieren die Bayern, die in Dubai 1:0 gegen Zweitligist Energie Cottbus gewannen, neben zahlreichen Trainingseinheiten noch zwei weitere Testspiele: 16. Januar beim 1. FC Köln (15.00 Uhr) und am 18. Januar bei Fortuna Düsseldorf (19.00 Uhr). Magath will die beiden Partien nutzen, um die ideale Formation für das Spiel gegen den HSV zu finden.

Rau zu guter Stimmung verdonnert

Mit zum Kader gehören wird dann auch Tobias Rau. "Ich gehe davon aus, dass ich erstmal bleibe", sagte der Abwehrspieler nach dem in letzter Sekunde geplatzten Transfer zum 1. FC Nürnberg. Hoeneß hatte dem 23-Jährigen vor wenigen Tagen noch zu einem Wechsel geraten. Magath sieht indes kein Problem darin, dass Rau vorerst bleibt: "Ein Problem haben wir erst dann, wenn sich ein Spieler nicht mit seiner Situation abfindet und schlechte Stimmung macht."

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