Energie Cottbus hat sich nach einem Kraftakt den Relegationsplatz erkämpft, in Bielefeld und Karlsruhe fließen die Tränen.

Cottbus rettet sich in die Relegation, Bielefeld steigt ab

KSC hilft auch 4:0-Sieg nicht

sid
23. Mai 2009, 17:51 Uhr

Energie Cottbus hat sich nach einem Kraftakt den Relegationsplatz erkämpft, in Bielefeld und Karlsruhe fließen die Tränen.

Die Lausitzer verdrängten dank des 3:0 (0:0)-Sieges gegen Bayer Leverkusen doch noch Arminia Bielefeld von Relegationsplatz 16. Die umjubelten Treffer erzielten Emil Jula mit einem Doppelpack (50./69.) und Stiven Rivic (64.). Ervin Skela (90.) verschoss noch einen Foulelfmeter für Cottbus.

In den Relegationsspielen am 28. und 31. Mai kämpfen die Lausitzer, die seit 2006 im deutschen Fußball-Oberhaus vertreten sind, gegen den Dritten der 2. Liga um die Bundesliga-Existenz. Der Gegner wird entweder der FSV Mainz 05 oder der 1. FC Nürnberg sein.

Leverkusen, das in der zweiten Halbzeit nach der Gelb-Roten Karte für Arturo Vidal wegen Foulspiels Sekunden vor dem Pausenpfiff mit zehn Mann spielte, präsentierte sich eine Woche vor dem Pokalfinale gegen Werder Bremen in schwacher Form. Mit zunehmender Spieldauer wurde Bayer jedoch in der Abwehr sicherer und in der Offensive etwas zielstrebiger. So hatte Nationalspieler Patrick Helmes die Führung für den Pokalfinalisten auf dem Fuß, scheiterte jedoch am seit Wochen starken Energie-Keeper Gerhard Tremmel (23.). Nach dem Seitenwechsel übte Energie mit dem Publikum im Rücken und einem Mann mehr auf dem Platz mehr Druck auf die Gäste auf und wurde mit dem 1:0 durch Jula, der Gegenspieler Karim Haggui im Laufduell alt aussehen ließ, belohnt. In der Folgezeit entwickelte sich ein munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, doch während für die Gäste bei Tremmel Endstation war, trafen die Gastgeber.

KSC verpasst Überraschung, Hertha nur in der Europa League

Der Karlsruher SC und Hertha BSC Berlin haben den erhofften großen Wurf am letzten Bundesliga-Spieltag verpasst. Zwar vermasselte der KSC durch das überraschend deutliche 4:0 (2:0) gegen Berlin der Hertha die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League, die Badener konnten aber angesichts der Ergebnisse der Konkurrenz dennoch den insgesamt sechsten Abstieg nach zwei Jahren Erstliga-Zugehörigkeit nicht verhindern.
Sebastian Freis (33.), Kapitän Maik Franz (40.) und Joshua Kennedy (62./72.) trafen für den KSC, der zum ersten seit dem 7. Februar wieder ein Heimspiel gewinnen konnte. Dagegen mussten die Berliner die erste Pleite nach sechs Partien ohne Niederlage hinnehmen.

Vor 30.600 Zuschauern im Wildparkstadion hatte beide Teams in der Anfangsphase die Zeichen der Zeit erkannt und waren um einen Treffer bemüht. Dabei hatten die Berliner die erste gute Möglichkeit durch Torjäger Marko Pantelic (6.). Auch im Anschluss an diese Szene agierten beide Mannschaften offensiv. Allerdings konnten sich die Gastgeber keine hockkarätigen Chancen erarbeiten. Dagegen vergab aufseiten der Gäste erneut Pantelic die Gelegenheit zur Führung (16.). Obwohl der KSC nach der zweiten Chance von Pantelic sein Bemühungen in der Offensive noch einmal verstärkte, blieb Berlin das gefährlichere Team. Der Brasilianer Cicero konnte allerdings auch die dritte gute Möglichkeit der sonst so effektiv agierenden Berliner nicht nutzen (25.). Die Fahrlässigkeit der Gäste im Umgang mit den Chancen wurde kurz darauf bestraft. Freis ließ zunächst die erste hochkarätige Möglichkeit der Badener ungenutzt (31.), machte es zwei Minuten später aber besser und traf zum neunten Mal in dieser Saison. Nachdem Franz die Führung mit seinem zweiten Saisontor sogar ausbauen konnte, stand der in dieser Phase stark agierende KSC sogar kurz vor dem dritten Treffer. Zu Beginn der zweiten Hälfte versuchte Berlins Trainer Lucien Favre die Offensive durch die Hereinnahme von Torjäger Andrej Woronin zu beleben. Allerdings war es nicht Woronin, sondern Gojko Kacar, der die nächste gute Möglichkeit der Gäste nicht nutzen konnte (50.). Zehn Minuten später hatte Freis den dritten KSC-Treffer auf dem Fuß, scheiterte aber am Berliner Torwart Jaroslav Drobny. Kennedy machte es kurz darauf bei seinem ersten Saisontor besser. Fünf Minuten konnten zunächst Sebastian Langkamp und Christian Eichner die Chancen auf weitere KSC-Treffer nicht nutzen. In der 71. Minute scheiterte Kennedy zunächst an Drobny, um Sekunden später per Kopf zu treffen.

"Feuerwehrmann" Jörg Berger kann Bielefeld nicht retten

Auch "Feuerwehrmann" Jörg Berger hat Arminia Bielefeld nicht vor dem siebten Bundesliga-Abstieg gerettet. Die Ostwestfalen stürzten durch ein 2:2 (1:0) gegen Hannover 96 erstmals seit dem 13. Spieltag auf einen direkten Abstiegsplatz ab und sind damit nach fünf Jahren im Oberhaus wieder zweitklassig. Der als Retter geholte Berger verpasste das Minimalziel Relegation und hat in Bielefeld keine Zukunft. Ein Eigentor des Hannoveraner Abwehrspielers Mario Eggimann (2.) ließ die Arminia-Fans unter den 27.300 Zuschauern auf der ausverkauften Alm zumindest vom Sprung in die Entscheidungsspiele gegen den Zweitliga-Dritten träumen. Doch Jiri Stajner (57.) und Sergio Pinto (84.) besiegelten den Abstieg der Arminen, die nun gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg Rekordabsteiger sind. Das 2:2 durch Artur Wichniarek (90.) nutzte der Arminia nichts mehr. Berger, der erstmals seit dem 12. August 2005 (1:4 mit Hansa Rostock bei 1860 München) wieder auf einer Trainerbank Platz nahm, vertraute einer leicht veränderten Startelf. Die Rückkehr des letzt gesperrten Innenverteidigers Andre Mijatovic erwies sich zunächst als Glücksgriff. Der Kroate war am Führungstreffer beteiligt - nach einer Flanke von Oliver Kirch bedrängte er Eggimann so sehr, dass der Schweizer den Ball ins eigene Tor spitzelte.

Nach dem 1:0 diktierte die Arminia das Geschehen, Hannover spielte zunächst wie abwesend und hatte bis auf einen Fernschuss von Arnold Bruggink (20.) in der ersten Halbzeit keine Torchance. Eggimann war in der 36. Minute erneut der Unglücksrabe, als er Nationaltorhüter Robert Enke mit dem Fuß am Kopf verletzte. Enke musste mit einer Platzwunde durch Florian Fromlowitz ersetzt werden.

Nach der Pause kam Hannover besser ins Spiel. Arminia-Torhüter Dennis Eilhoff erwies sich gegen Sergio Pinto (52.) und Stajner (56. ) als sicherer Rückhalt. Eine Minute später allerdings musste sich Eilhoff gegen Stajner geschlagen geben. Nach dem Ausgleich startete Bielefeld einen Sturmlauf auf das Tor der 96-iger, ging aber viel zu fahrlässig mit seinen guten Gelegenheiten um. Pinto erzielte mit dem 1000. Bundesliga-Tor von Hannover das 2:1 der Gäste. Das 2:2 durch Wichniarek kam dann zu spät.

Autor: sid

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