Trotz der Achtungserfolge hat Rudi Assauer erneut Jürgen Klinsmanns Wahl des Wohnortes in den USA kritisiert.

Assauer kritisiert erneut Klinsmann

05. Januar 2005, 11:37 Uhr

Trotz der Achtungserfolge hat Rudi Assauer erneut Jürgen Klinsmanns Wahl des Wohnortes in den USA kritisiert. "Klinsmann verdient sehr viel Geld, dafür hat er das ganze Jahr hier zu sein", so Schalkes Manager.

Obwohl die anfänglichen Bedenken durch die Leistungssteigerung der Nationalmannschaft längst zerstreut wurden, kann sich Schalkes Manager Rudi Assauer nicht mit dem Wohnort von Bundestrainer Jürgen Klinsmann in den USA anfreunden. "Klinsmann verdient sehr viel Geld beim DFB, dafür hat er das ganze Jahr hier zu sein, um sich jeden Tag zu erkundigen. Oder glaubt er etwa, dass das dadurch geregelt ist, dass Oliver Bierhoff und Joachim Löw ab und zu die Vereine besuchen und guten Tag sagen", kritisierte Assauer in einem Interview mit Sport-Bild.

Klinsmann will Blick von außen bewahren

Klinsmann, der in Kalifornien lebt, reagierte auf die neuerlichen Vorwürfe gelassen. "Von mir wird erwartet, dass ich positiv, inspirierend bin, Energie ausstrahle. Wenn du jeden Tag auf Kleinigkeiten reagieren musst, zermürbt dich das. Deswegen ist es enorm wichtig, dass ich mir den Blick von außen bewahre", erklärte der Bundestrainer und fügte an: "Ich brauche Gelassenheit für die WM 2006, denn da kommen viel Druck und Stress auf uns zu."

Assauer wirft Klinsmann auch im Streit um das WM-Quartier vor, sich nicht gut verhalten zu haben. "Da kann ich nicht hingehen - auch nicht als Bundestrainer, wenn ich neu bin - und sagen: Das mache ich nicht." Allerdings sei auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zu feige gewesen, Klinsmann in die Schranken zu weisen. Stattdessen habe der DFB "rumgeeiert. Da kannst du doch direkt sagen: Ab sofort brauchst du alles, was da an Organisation beim DFB ist, nicht mehr. Klinsmann, du entscheidest alles, was passiert."

Assauer tritt auf Euphoriebremse

Der Manager von Schalke 04 bremst auch die derzeitige Euphorie um die deutsche Nationalmannschaft und um Klinsmann. Es mache zwar derzeit Spaß, zuzugucken, aber das seien alles "Momentaufnahmen. Lasst doch mal gucken, wohin der Weg führt. Es ist doch immer die gleiche Kiste: Am Anfang schwärmen sie immer über alles. Ich kann heute schon sagen, es kommt der Tag X, da wird der eine oder andere Spieler "Scheiße" sagen, weil er nicht spielt, und sich beschweren", mutmaßte Assauer in Sport-Bild.

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