Beim Trainingsauftakt von Bundesligist Schalke am Mittwoch gibt Marco van Hoogdalem nach 21-monatiger Pause sein Comeback. Zuletzt stand der 32-Jährige im Mai 2003 im Dress der

Van Hoogdalem startet Trainingscomeback bei S04

jt
03. Januar 2005, 17:12 Uhr

Beim Trainingsauftakt von Bundesligist Schalke am Mittwoch gibt Marco van Hoogdalem nach 21-monatiger Pause sein Comeback. Zuletzt stand der 32-Jährige im Mai 2003 im Dress der "Königsblauen".

Marco van Hoogdalem gibt zum Trainingsauftakt von Bundesligist Schalke 04 am Mittwoch zur Überraschung Vieler sein Comeback. Trotz seiner schweren Lebererkrankung blickt der dienstälteste "Knappe" hoffnungsvoll in die Zukunft. Seine letzte Bundesliga-Partie absolvierte der Niederländer am 5. April 2003 beim 0:0 beim 1. FC Nürnberg, damals noch unter Interims-Teamchef Marc Wilmots. Danach wurde van Hoogdalem, der im Laufe der Saison 1996/97 von Roda JC Kerkrade nach Gelsenkirchen gekommen war und in der Rückrunde der vergangenen Serie auf Leihbasis wieder dorthin zurückkehrte, immer wieder durch Verletzungen aus der Bahn geworfen.

Im vorigen Sommer brachte eine niederschmetternde Diagnose scheinbar das Ende seiner Profi-Laufbahn: Van Hoogdalem leidet an Primär Sklerosierender Cholangitis, einer sehr seltenen chronisch entzündlichen Lebererkrankung. Dem Befund folgte zunächst ein absolutes Trainingsverbot, weil die zusätzliche Gefahr durch eventuelle Verletzungen nicht eingeschätzt werden konnte. "Es musste geklärt werden, ob ich trotz der Erkrankung weiter Fußball spielen darf", sagt "MvH". Ein erstes Gutachten in Essen fiel negativ aus. Daraufhin suchte der 32-Jährige eine Spezialklinik in seiner Heimat Rotterdam auf. "Der Arzt in Holland hat mir gesagt, dass es keinen Grund für mich gibt, mit dem Fußball aufzuhören", erinnert sich van Hoogdalem an die erlösenden Worte in der Erasmus-Klinik.

Van Hoogdalem will auch Trainer Rangnick überzeugen

Die Gutachten aus Essen und Rotterdam wurden der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgelegt, die eine Entscheidung bezüglich der Sporttauglichkeit treffen sollte. Nach weiteren sechs Wochen quälender Ungewissheit der positive Bescheid aus Frankfurt. "Die Spezialisten aus der Erasmus-Klinik hatten eigentlich schon Grünes Licht gegeben, aber dann kam ein Fax von der DFL, das ich mich noch einmal untersuchen lassen soll", sagt van Hoogdalem, der sich in der Zwischenzeit mit Krafttraining fit hielt und in Holland seinen Trainer-Schein begann.

"Natürlich wollte ich gerne spielen, aber nicht um jeden Preis. Ich habe auch eine Verantwortung meiner Familie gegenüber. Das Schlimmste war, dass ich mich die ganze Zeit über nicht krank gefühlt habe", gewährt der Vater von zwei Söhnen einen Einblick in sein Seelenleben. Nun gibt es einen Lichtblick, denn die dritte Expertise im Klinikum München fiel ebenfalls positiv aus. "Profesor Burkhard Göke ist der absolute Fachmann auf dem Gebiet. Er hat gesagt, er kann jederzeit unterschreiben, dass ich weiter spielen kann", berichtet van Hoogdalem. Die Nachricht brachte dem sympathischen "Pechvogel" enormen Rückenwind. Nun will der Routinier, der in fast acht Jahren bei Schalke in 151 Bundesliga-Spielen zehn Tore erzielte, den Trainingsrückstand gegenüber seinem Kollegen aufholen und mittelfristig nach den Medizinern auch Schalkes Trainer Ralf Rangnick von seinen Qualitäten überzeugen.

Autor: jt

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