Drei Spieltage vor Saisonende sind weitere Entscheidungen gefallen: Fortuna Düsseldorfs Reserve ist aufgestiegen, während der Bonner SC dafür noch punkten muss. Zudem bleibt die U 23 von RW Essen auch im kommenden Jahr NRW-Ligist. In Hamm beginnt wieder das große Zittern.

NRW-Liga: Der 35. Spieltag im Überblick

Düsseldorf II ist durch, Essens U 23 bleibt drin

Patrick Ryg
18. Mai 2009, 20:12 Uhr

Drei Spieltage vor Saisonende sind weitere Entscheidungen gefallen: Fortuna Düsseldorfs Reserve ist aufgestiegen, während der Bonner SC dafür noch punkten muss. Zudem bleibt die U 23 von RW Essen auch im kommenden Jahr NRW-Ligist. In Hamm beginnt wieder das große Zittern.

SC Fortuna Köln - RW Essen U 23 1:1

Ein Remis, durch das die Reserve von RW Essen die Klasse vorzeitig gesichert hat und dennoch war im Kölner Südstadion deutlich mehr drin. Zwar erwischten die Kölner den besseren Start mit einigen guten Möglichkeiten, konnten das Tempo aber nicht halten, so dass sich die Wrobel-Elf von Minute zu Minute mehr Spielanteile erspielte. Eine Minute vor dem Pausenpfiff gelang Marcel Stiepermann das 1:0 für seine Elf. Auch nach der Halbzeit blieben die Essener tonangebend und spielten ab der 74. Minute sogar in Überzahl, nachdem der Kölner Frank Schroden, Vincent Wagner überhart von den Beinen geholt hatte und frühzeitig vom Unparteiischen zum Duschen geschickt wurde. "Dann waren nicht mehr so dominant wie noch vor dem Platzverweis", erklärte RW-Teammanager Damian Jamro. Das Resultat war der sehr überflüssige Ausgleich in der 90. Minute durch den Ex-Essener Stefan Hoffmann, der einen Handelfmeter souverän verwandelte. Letztlich reichte der Punkt der U 23 aber, um die Klasse vorzeitig zu halten, was aus Sicht von Coach Wrobel in der Form eigentlich nicht nötig gewesen wäre. "Der Liga-Verbleib ist mit dieser Mannschaft eigentlich eine Selbstverständlichkeit."

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/004/352-4397_preview.jpeg Muss sich noch in Geduld üben: Bonns Wolfgang Jerat[/imgbox]
MSV Duisburg II - Bonner SC 0:0

Der Bonner SC hat es verpasst den Aufstieg vorzeitig klar zu machen. Zu Gast bei der Reserve vom MSV Duisburg kamen die Bonner nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. Die "kleinen Zebras" machten von der ersten Minute an hinten dicht und überließen den Gästen das Kommando, die es allerdings nicht fertig brachten, das Duisburger Tor in Gefahr zu bringen. Die beste Möglichkeit vergab Dalibor Karnay in der 21. Minute als sein Kopfball knapp am gegnerischen Tor vorbei ging. Jake Rennie (68.) und Rene Lewejohann (76., 79. und 90. Minute) hatten den goldenen Treffer gleich mehrfach auf dem Fuß, blieben aber einfach glücklos, so dass es am Ende trotz einer sehr starken Leistung "noch" nicht für den Aufstieg reichte. "Wir waren klar die bessere Mannschaft. Uns fehlten heute aber vielleicht das nötige Quäntchen Glück und die Frische im Torabschluss. Da machen sich natürlich auch die englischen Wochen etwas bemerkbar", erklärte BSC-Coach Wolfgang Jerat nach dem Spiel. Dem BSC bleiben aber drei weitere Matchbälle, um den letzten Punkt einzufahren der den Aufstieg endgültig perfekt macht.

Fortuna Düsseldorf II - ETB SW Essen 3:0

Die beeindruckende Serie der Schwarz-Weißen von elf ungeschlagenen Spielen ist bei der "Zweiten" von Fortuna Düsseldorf gerissen, die zugleich den Aufstieg perfekt gemacht haben. Fortunas Erkan Ari erster Warnschuss prallte ans Lattenkreuz des Essener Gehäuses, ehe Michael Behlau in der 25. Minute den überfälligen Führungstreffer markierte. Der A-Jugendliche Marco Königs steuerte den zweiten Treffer bei und schoss seine Mannschaft damit bereits auf die Siegerstraße. Als Erkan Ari eine Viertelstunde vor dem Ende, eine tolle Einzelleistung mit dem 3:0 abschloss war der Drops gelutscht. Die Dämme brachen und Fans und Spieler feierten gemeinsam den Aufstieg. Lob gab es auch von Seiten des Gegners: "Wir haben der personellen Situation Tribut gezollt und hatten einem exzellenten Gegner letztlich nichts entgegen zu setzen", gab ETB-Coach Klaus Berge keineswegs enttäuscht zu.

Hammer SpVg - SV Schermbeck 1912 0:1

Früh fiel das Tor des Tages für die bereits abgestiegenen Schermbecker. Nach nur sechs Minuten profitierte Mathias Pfände von einem Abwehr-Bock der Moors-Elf. Die durch zahlreiche Ausfälle dezimierten Hammerer konnten sich beim Unvermögen der Gäste bedanken, dass die Partie nicht bereits zur Halbzeit entschieden war. Eine Tatsache, die Hans-Werner Moors mit Galgenhumor nahm: „In der Pause habe ich den Jungs gesagt, dass der Liebe Gott heute mit uns sei.“ Doch auch im zweiten Durchgang taten sich die Hausherren schwer und kamen kaum einmal nennenswert vor das Schermbecker Tor. SVS-Kicker Samed Basol bespuckte seinen Gegenspieler und sah Rot, aber auch die numerische Überzahl verhalf den Hammer-Akteuren nicht zum ersehnten Ausgleichstreffer.

Nun beginnt in den verbleibenden drei Spielen das große Zittern für die Hammer, die am kommenden Sonntag zum großen Abstiegs-Knaller nach Velbert reisen.

SF Siegen - SSVg Velbert 0:3

Die stark abstiegsbedrohten Velberter haben sich erneut aufgebäumt und wahren durch den 3:0-Erfolg bei den Sportfreunden Siegen die Chance, die Klasse zu halten. Daniel Nigbur sorgte mit seinem 19. Saisontreffer dafür, dass die Zeichen früh auf Sieg eingestellt waren.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/528-2561_preview.jpeg Erzielte seinen 19. Saiontreffer: Daniel Nigbur[/imgbox]Siegen bestimmte das Spiel, prallte aber immer wieder an der stabilen SSVg-Defensive ab. Nigbur sowie Tuncay Aksoy hätten kurz nach dem Seitenwechsel bereits für die Vorentscheidung sorgen können, doch dies gelang erst Sebastian Janas in der 75. Minute. Julius Steegmann machte den Sack drei Minuten vor dem Ende engültig zu. Zum Härtestest kommt es dann für die Truppe von Ex-Profi Marek Lesniak am kommenden Wochenende, wenn die Hammer SpVg in Velbert gastiert.

VfB Hüls - FC Gütersloh 6:0

Ein echtes Schützenfest ereignete sich am gestrigen Sonntag am Hülser Badeweiher, was auch VfB-Trainer Klaus Täuber überaus glücklich stimmte: "Das waren 90 Minuten Powerfußball", freute sich Täuber über die Vorstellung seiner Schützlinge. Auch Trainerkollege Ali Beckstedde ging mit Täuber d`accord: "Wenn das Spiel noch höher ausgeht, kann sich keiner beschweren", sagte der FCG-Trainer. Tim Dosedal leitete die Klatsche für die Gütersloher mit einer Direktabnahme ein (22.) und legte zehn Minuten später für Sturmpartner Markus Krawietz auf, der nervenstark abschloss. Güterslohs Schlussmann Alexander Kuschmann wurde mehr und mehr zum bemitleidenswertesten Akteur auf dem Feld, denn seine Hintermannschaft ließ sich von den Hülser geradezu überollen. Torsten Stondzik (65.), Tobias Urban (78.), Seyfullah Kalayci (87.) und Ercan Kacar (90.) reihten sich im zweiten Abschnitt in die Riege der Torschützen ein und bejubelten einen völlig verdienten Sieg, der für die Hülser im Kampf um den Klassenherhalt möglicherweise lebensnotwendig gewesen sein kann.

Arminia Bielefeld U 23 - Delbrücker SC 2:3

Den bereits abgestiegenen Gästen aus Delbrück ist ein Überraschungs-Erfolg bei der Reserve von Arminia Bielefeld gelungenen. Die favorisierten Gastgeber waren zwar durch Zlatko Janjic nach einer guten halben Stunde in Führung gegangen, kassierten aber kurz vor der Pause den Ausgleich durch DSC-Kicker Florian Fulland. Nach dem Wechsel präsentierten sich die Gäste deutlich engagierter und wurden nach nur drei Minuten mit dem 2:1 durch Raffaele Wiebusch belohnt. Bielefeld drückte fortan, fand aber kein Mittel die DSC-Defensive zu durchbrechen und wurde nach einer Stunde klassisch ausgekontert. Lennard Warweg schloss einen Angriff gekonnt zum 3:1 ab. Patryk Plucinski vergab sogar noch die Chance den vierten Treffer zu erzielen, als er vom Elfmeterpunkt scheiterte. So konnten sich die Delbrücker Anhänger nach dem Schlusspfiff gleich doppelt freuen, denn der DSC-Vorstand teilte nach dem Sieg mit, dass der bisherige sportliche Leiter Mirko Vogt, in der kommenden Saison das Traineramt übernehmen wird.

Germania Dattenfeld - Westfalia Herne 2:1

Trotz einer überwiegend sehr anständigen Vorstellung kehrte die Westfalia am Abend ohne Punkte aus Dattenfeld zurück. So legten die Gäste los wie die Feuerwehr und hatten gleich mehrfach den Führungstreffer auf dem Fuß. Insbesondere der agile Marko Onucka scheiterte immer wieder an der Germania-Defensive, so dass die knapp 300 Zuschauer erst kurz vor der Pause den ersten Herner Treffer zu sehen bekamen. Zouhair Allali war es, der einen Abpraller vom Pfosten ins Netz bugsierte. „Das war die mit Abstand beste erste Halbzeit, seitdem wir wieder in Herne sind”, schwärmte Co-Trainer Horst Schubert von der Leistung seiner Truppe. Doch das schien die Gastgeber aus Dattenfeld wenig zu beeindrucken, denn sie kamen stärker aus der Kabine. Sebastian Schoof wuchtete den Ball nach einer Stunde mit dem Kopf ins Tor und Dattenfeld konnte wieder Punkte einplanen. Die Mannschaft von Frank Schulz verlor immer mehr die Ordnung und wirkte 20 Minuten vor dem Ende kraft- und ideenlos. Dattenfeld nutzte die Gunst der Stunde und drehte die Partie in der Schlussminute durch das zweite Tor von Schoof.

Bereits am Samstag konnten die Sportfreunde Oestrich-Iserlohn der Zweitvertretung von Alemannia Aachen einen Punkt abknüpfen. Den wichtigen Ausgleichstreffer für die Sportfreunde erzielte Achilleas Courtoglou.

Autor: Patrick Ryg

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