Diese Auswärtshürde hätte sich der Duisburger Tross wohl schwieriger vorgestellt.

MSV: Bergbesteigung leicht gemacht - Duisburg gewinnt 5:3 in Lautern!

Flinke "Zebras" überrollen lahme "Teufel"

Moritz Rieckhoff
17. Mai 2009, 17:58 Uhr

Diese Auswärtshürde hätte sich der Duisburger Tross wohl schwieriger vorgestellt.

Lediglich vor dem Match gab es für einige der anreisenden Anhänger ob des großen Zuscherandrangs Probleme beim erklimmen des pfälzischen Fußballgipfels. Auf dem Rasen waren die Zebras von der ersten Minute an präsenter als der Gegner aus Kaiserslautern, der zumindest rechnerisch noch Chancen auf das Erreichen des Relegationsplatzes gehabt hätte. Doch die erste Hälfte gelang den Gastgebern vor 43.679 Zuschauern im einstmals gefürchteten Fritz-Walter-Stadion dann gar nichts, denn Gästen von der Wedau hingegen alles. Folgerichtig ging der MSV bereits nach fünf Minuten durch einen schönen Distanzschuss von Christian Tiffert in Führung. Adam Bodzek, der eine gute Partie im Duisburger Mittelfeld ablieferte, hatte die Vorarbeit geleistet.

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Doch die „Zebras“ gaben sich mit der frühen Führung nicht zufrieden und erhöhten noch vor dem Pausenpfiff durch zwei Treffer des stark aufspielenden Sandro Wagner (25., 28.) 3:0. Dabei war vor allem das zweite Tor des Ex-Bayern Kickers sehenswert. Mit einem schönen „Schlenzer“ aus halblinker Position ließ die Duisburger Spitze FCK-Torhüter Luis Robles nicht den Hauch einer Chance. Allerdings hätten die Pfälzer durchaus die Chance gehabt, bereits in Halbzeit eins den Spielstand freundlicher für sich zu gestalten. Die beste Möglichkeit für Lautern vor dem Seitenwechsel vergab jedoch Anel Dzaka, der mit einem Kopfball knapp das Tor verfehlte (16.).

Insgesamt war der Auftritt der Roten Teufel jedoch bis zu diesem Zeitpunkt desolat, vor allem in der Defensive taten sich immer wieder beträchtliche Lücken auf. Und auch nach dem Seitenwechsel nahm das Debakel für die völlig neben sich stehenden Pfälzer zunächst seinen Lauf. So war der vierte Treffer der Gäste dann für MSV-Goalgetter Dorge Rostand Kouemaha auch nur noch Formsache. Nach einem abermals hervorragend getretenen Freistoß des überragend agierenden Tiffert - der Ex-Stuttgarter schoss sein erstes Saisontor und bereitete zwei weitere Treffer vor - stieg der Kameruner zum Kopfball hoch und versenkte das Kunstleder gekonnt im Lauterer Kasten.

Zunächst schien der Spaziergang der Gäste dann allerdings beendet, denn der FCK warf nun alles nach vorne und brachte den MSV durch Treffer von Erik Jendrisek (66.), Danny Fuchs (70.) und Sidney Sam (77., Foulelfmeter) noch einmal kurz in Verlegenheit. Dass die Hausherren zuvor ein Elfmetergeschenk des unglücklich auftretenden Schiedsrichters Peter Sippel (München) nicht annehmen konnten - ein erneut in Bestform befindlicher Tom Starke parierte den Strafstoß von Jendrisek (56.) - passte ins Bild einer alles in allem schwach agierenden Lauterer Elf.

So war es letztlich der eingewechselte Chinedu Ede, der mit dem letzten Treffer einer turbulenten und sehenswerten Zweitliga-Partie den Sack für die Zebras zumachte und die Hausherren ins sprichwörtliche Tal der Tränen schoss (87.)

Dementsprechend düster sah nach der Partie dann auch die Miene von „Teufel“-Coach Alois Schwartz aus, der bereits weit vor dem Halbzeitpfiff korrigierend eingegriffen hatte und mit einem Doppelwechsel (38., Bellinghausen und Dzaka raus, dafür Hesse und Fuchs rein) versucht hatte, dem Match eine Wendung zu geben. Geholfen hatte auch diese Maßnahme am Ende freilich nicht, und so konstatierte eine entspannt wirkender Gäste-Coach Peter Neururer im Anschluss an die Begegnung: „Ich bin mit der heutigen Leistung meiner Elf zufrieden. Allerdings“, sah Neururer dann doch auch noch einen Grund zur Kritik, „hätten wir nach dem 4:0 die Geschichte dann souveräner nach Hause bringen müssen.“

Die Frage, warum es mit dem Aufstieg in dieser Saison trotz einer guten Rückserie nicht geklappt hat, wusste der Duisburger „Zebra-Dompteur“ ebenfalls zu beantworten: „Uns fehlte in der einen oder anderen Situation einfach die Cleverness“, konstatierte Neururer und gab beispielhaft noch einmal die Lauterer Drangphase nach dem 1:4 für die Pfälzer zum besten: „Eine solche Aufholjagd darf man einfach nicht zulassen.“

Ähnlich sah es Duisburgs stärkster Kicker Tiffert, der zudem die schlechte Hinrunde der eigenen Elf anmerkte: „Da haben wir den Aufstieg schon verspielt.“

Autor: Moritz Rieckhoff

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